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Amsterdam
"Wir sind gut gewappnet für die Spiele in Rio"

Amsterdam. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) blickt den Olympischen Spielen nach einem starken EM-Auftritt mit großer Zuversicht entgegen. "Wir sind gut gewappnet für Rio", sagte Präsident Clemens Prokop. DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska ist sogar überzeugt, dass in Amsterdam noch nicht alle Karten ausgereizt worden sind und in Brasilien eine Schippe draufgelegt werden kann: "Die EM ist eine Zwischenstation gewesen."

16 Medaillen (5 Gold/4 Silber/7 Bronze) machten stolz. Siege gab es gestern für Kugelstoß-Koloss David Storl und Gesa Felicitas Krause über 3000 Meter Hindernis. Zuvor waren Christina Schwanitz (Kugel), Cindy Roleder (100 m Hürden) und Max Heß (Dreisprung) auf das höchste Treppchen geklettert. "Das war ein richtig toller emotionaler Abschluss für das ganze Team in Richtung Rio", sagte Gonschinska.

Bei den Spielen am Zuckerhut werden wohl nicht wie bei der EM 100 DLV-Athleten antreten, dafür aber ein Team mit noch mehr sportlicher Qualität. Schließlich haben sich Olympiasieger Robert Harting und auch die ambitionierten Mehrkämpfer um Arthur Abele sowie Carolin Schäfer für Rio geschont. Zudem hofft der lange mit Verletzungsproblemen kämpfende Olympia-Zweite im Stabhochsprung, Raphael Holzdeppe, noch auf eine "Wild Card".

In Amsterdam, wo die russischen Athleten wegen der Doping-Problematik nicht starten durften, haben Trümpfe gestochen, Talente aufgetrumpft und Mitfavoriten enttäuscht. Trotz langwieriger Verletzung verteidigte Christina Schwanitz ihren Titel im Kugelstoßen. Für Verblüffung sorgten bei ihren EM-Premieren vor allem die 19-jährigen Teenager Gina Lückenkemper und Max Heß. Die Sprinterin holte Bronze über 200 Meter und mit der Staffel, der Dreispringer hüpfte zu Gold.

"Manchmal ist es außergewöhnlich gut gelaufen, manchmal mit viel Lehrgeld verbunden gewesen", sagte Gonschinska. Für den Chefcoach ist die EM, bei der ein junges Team mit einem Durchschnittsalter von 25,2 Jahren antrat, deshalb auch ein Experiment gewesen - für Rio und sogar mit Perspektive für die Sommerspiele 2020 in Tokio.

Es gab aber auch Dämpfer. Speerwerfer Thomas Röhler reiste als Weltbester an, landete durch eine Verletzung gehandicapt auf Platz fünf. Diskuswerfer Christoph Harting wollte aus dem Schatten seines berühmten Bruders treten, verfehlte seine erste internationale Medaille um 14 Zentimeter. Nicht auf Hochtouren kam Julian Reus. Der schnellste Deutsche verpasste die Endläufe über 100 und 200 Meter.

(dpa)
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