Mega-Promoter ist bekannter als viele seiner Boxer: Don King wird 70
zuletzt aktualisiert: 17.08.2001 - 11:35Hamburg (rpo). Don King, der bekannteste Box-Promoter der Welt, wird am Montag 70 Jahre alt. Der Mann mit der Starkstromfrisur und der großen Klappe hat das Profiboxen zu einem Millionen-Geschäft gemacht. Jetzt weitet er sein Betätigungsfeld sogar nach China aus.
Er hat 1974 den legendären "Rumble in the Jungle" zwischen Muhammad Ali und George Foreman in Zaire veranstaltet, hat an Mike Tyson verdient wie an fast jedem wichtigen Schwergewichtler in den vergangenen 30 Jahren und will im Oktober erstmals einen WM-Kampf in China austragen.
Am Montag wird Don King 70 Jahre alt. Oder auch nicht. Die Angaben über seinen Geburtstag gehen auseinander. 20. August 1931 sagt eine Quelle, 6. Dezember 1932 eine andere. Da ging es wohl schon mal etwas durcheinander in der Familienstatistik der Kings aus Cleveland/Ohio. Vater Clarence und Mutter Hattie mussten schließlich neun Kinder durchbringen, Don war das zweitjüngste.
Die Karriere vom Laufburschen zum Multi-Millionär ist dennoch geglückt. "Jeder kann Millionär werden", lautet Kings Credo, "aber nur in Amerika". Großspurig sagt der Vater dreier Kinder: "Ich bin der größte Promoter der Welt, es gibt niemanden wie mich." Auf rund eine Milliarde Mark wird sein Vermögen geschätzt, das er mit einer Mischung aus Fleiß und Glück und einer großzügigen Auslegung der Gesetze aufgebaut hat. Die Liste seiner Delikte ist fast so lang wie die Zahl der von ihm veranstalteten WM-Kämpfe - und das sind weit mehr als 200.
Auch heute geht nichts ohne ihn. Flugs sicherte er sich die Rechte an Sensations-Weltmeister Hasim Rahman, nachdem dieser im Frühjahr Lennox Lewis ausknockte. Im November wird es zum Rückkampf kommen, und beide Kämpfer kassieren mehr als zehn Millionen Dollar. Der Brite hat sich mit King geeinigt, obwohl der ihm den WBA-Titel per Gericht aberkennen ließ, damit Evander Holyfield und John Ruiz in Peking um diesen Gürtel kämpfen können.
Bis 1967 hat Don King sein Geld als Lotterieeinnehmer und Veranstalter illegaler Glücksspiele verdient und wurde deshalb 30-mal verhaftet. Zwei Menschen hat er getötet. 1954 wurde er wegen Notwehr freigesprochen, 1966 verletzte er einen Angestellten, der ihm 600 Dollar schuldete, durch Tritte tödlich. Der verurteilte Totschläger wurde 1971 begnadigt.
Danach begann er seine zweite Karriere im Boxbusiness. So richtig angefangen hat alles in Kinshasa mit Ali und Foreman. Mehr als fünf Millionen Dollar versprach er damals beiden Kämpfern. Eine Unsumme für die er ohne Unterstützung von Partnern allein aufkommen musste. Er ging nach Afrika und schaffte den Durchbruch, wenige Monate, nachdem er in Caracas mit Foreman gegen Ken Norton seinen ersten Box-Kampf überhaupt promotet hatte. Seitdem hatte er in den meisten großen Kämpfen seine Finger drin. Ohne King geht nichts im Box-Geschäft.
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