Rad-Saisonfinale in der Lombardei: Drei deutsche Teams zur Tour de France
zuletzt aktualisiert: 20.10.2002 - 13:36Bergamo/Berlin (rpo). Mit der Lombardei-Rundfahrt endete auch die Straßenrad-Saison 2002. Das schönste Fazit des Jahres: Erstmals haben sich wahrscheinlich drei deutsche Mannschaften für die Tour de France qualifiziert.
Mit dem Sieg des Italieners Gianluca Bartolami vor seinem Landsmann Davide Rebellin (Team Gerolsteiner) und Oscar Camenzind (Schweiz) bei der Lombardei-Rundfahrt endete am Wochenende nach dem zehnten Weltcuprennen die Straßenrad-Saison 2002. Beim Saisonfinale in der Lombardei blieb es dabei, dass bei dem seit 1905 ausgetragenen Rennen noch nie ein Deutscher auf dem Siegertreppchen stand.
Das schönste Fazit des Jahres: Erstmals haben sich drei deutsche Mannschaften, Coast, Telekom und Gerolsteiner für die Tour de France qualifiziert, die im nächsten Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert. Sollte zudem Ende dieser Woche Jan Ullrich beim dänischen CSC-Team von Bjarne Riis unterschreiben, würde die deutsche Beteiligung an der "Großen Schleife" sogar noch attraktiver ausfallen.
Amtlich wird das erfreuliche Novum für die deutschen Radsport-Anhänger Ende Oktober, wenn Tour-Direktor Jean Marie Leblanc die ersten 15 startberechtigten Teams offiziell benennt. Laut Reglement sind die besten Zehn der Team-Weltrangliste des internationalen Verbandes (UCI) automatisch qualifiziert.
Platz elf und zwölf
Das Essener Team Coast (Platz 6) hat sich deutlich qualifiziert. Telekom auf dem elften und Gerolsteiner auf dem zwölften Platz verfehlten die direkte Qualifikation zwar knapp, gelten aber angesichts als sichere Nachrücker.
Bei den Einzelergebnissen konnten die deutschen Profis in dieser Saison nicht mit einem großen Coup wie WM-Gold oder dem Sieg bei der Tour, dem Giro d'Italia oder der Vuelta aufwarten. Einmal mehr glänzte Telekom-Turbo Erik Zabel, der nach 22 Siegen zum zweiten Mal auf dem ersten Rang der Weltrangliste überwintern darf. Das "grüne Trikot" des besten Sprinters musste er bei der Tour diesmal Robbie McEwen überlassen.
"Kontinuität und Ausdauer"
"Das bringt einem zwar keinen ganz großen Adrenalinstoß, aber für mich dokumentiert mein Spitzenplatz in der Weltrangliste Kontinuität und Ausdauer", kommentierte Zabel seine Leistung. Vater Detlef, der über die Ergebnisse seines Sohnes genau Buch führt, kann illustrieren, dass für den "Platz an der Sonne" nicht allein die siegreichen Spurts des Telekom-Stars auschlaggebend waren. Zu seinen Siegen kommen 21 dritte Plätze und 29 zweite Plätze, zehn davon bei der Tour de France und der Vuelta.
Im Weltcup-Endklassement kam Zabel mit 86 Punkten auf Platz 14 ein. Mit seinem Triumph im letzten Rennen von Bergamo schob sich der 34-jährige Bortolami (Tacconi) mit 242 Punkten noch auf Platz drei hinter dem Begier Johann Musseuw (Domo/270)) und dem siegreichen Italiener Paolo Bettini (Mapei/279).
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