Tischtennis: Makelloser EM-Start: Drei Siege, Führung und 200. Spiel für Fetzner
zuletzt aktualisiert: 21.04.2000 - 20:49Bremen (dpa). Mit der makellosen Bilanz von drei Siegen in drei Spielen begann für die Teams des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) die 22. Europameisterschaft in Bremen. Die Damen untermauerten gegen Italien (4:0) und Schweden (4:1) ihre Ambitionen auf den dritten EM- Titel in Serie. Jubilar Steffen Fetzner freute sich am Freitag mehr über das glatte 4:0 gegen Belgien als über sein 200. Länderspiel. "Wir haben ein Ziel vor Augen, nämlich eine Medaille zu gewinnen. Da ist es mir egal, ob ich mein 199. oder 204. Match bestreite", erklärte der 31 Jahre alte Doppel-Spezialist. Beide DTTB-Teams übernahmen die Führung in ihren Vorrundengruppen.
"Das war ein guter Auftakt, nicht mehr und nicht weniger. Die Damen starteten etwas nervös, das spielerische Fundament der Herren ist vielversprechend", bilanzierte Spitzensportkoordinator Dirk Schimmelpfennig den ersten EM-Tag. Nicht alle Teams kamen so gut wie die Gastgeber aus den Startlöchern. Titelverteidiger Frankreich verlor im Herren-Wettbewerb vor 1 200 Zuschauern sensationell 2:4 gegen Dänemark. Weltmeister Schweden ließ dagegen Österreich mit 4:0 keine Chance. Bei den Damen büßte der WM-Dritte und Titelanwärter Rumänien vor dem Samstag-Hit gegen das DTTB-Team mit 2:4 gegen Italien wertvollen Boden ein.
"Es gibt hier keine Spaziergänge", warnte Damen-Bundestrainer Martin Adomeit. Ausgerechnet EM-Debütantin Qianhong Gotsch aus Betzingen, Nummer eins in Europa, war zu aufgeregt und verlor das erste Einzel gegen die Schwedin Asa Svensson. Elke Schall und Ex- Europameisterin Nicole Struse bügelten im Einzel und Doppel die Scharte wieder aus. Gegen den Europaliga-Finalisten Italien steigerte sich auch "Hongi" Gotsch. Rekordnationalspielerin Olga Nemes und Jie Schöpp glänzten ebenfalls mit klaren Erfolgen. 4:0-Siege, 8:0-Sätze und 168:92-Bälle dokumentierten fast einen Klassenunterschied.
Das Herren-Quartett Jörg Roßkopf, Torben Wosik, Timo Boll und Steffen Fetzner, der im Doppel mit seinem langjährigen Partner Roßkopf spielte, überließ in einer einseitigen Partie Belgien nur einen Satzgewinn. Beim Gegner fehlte allerdings Ex-Europameister Jean-Michel Saive. Er konzentriert sich in Bremen auf das Einzelturnier. "Ich kann in den nächsten Spielen noch einen Gang zulegen" versprach der 19-jährige Timo Boll mit Blick auf die Samstag-Partien gegen England und Tschechien.
Am Rande beschloss die Europäische Tischtennis-Union (ETTU) mehrere Reformen. So wird ab der EM 2002 in Zagreb der Teamwettbewerb im WM-System mit maximal fünf Einzeln gespielt. Dadurch soll die Spielzeit kürzer werden. In Bremen kann ein Mannschaftskampf über maximal sechs Einzel und ein Doppel gehen. Außerdem wird die Europaliga auf zwölf Teams in drei Vierer-Gruppen aufgestockt. Der Wettbewerb wird nicht mehr jährlich entschieden, sondern läuft über zwei Jahre.
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