Ulla Salzgeber bleibt Favoritin: Dressur-Finale ohne Isabell Werth
zuletzt aktualisiert: 11.08.2001 - 21:27Verden/Aller (rpo). Isabell Werth (Foto) aus Rheinberg, viermalige Olympiasiegerin, ist im Kür-Finale der Dressur-EM in Verden nicht dabei. Am Samstag konnte sich die 32-Jährige auf ihrem Hannoveraner Antony nicht qualifizieren.
In einem fast dramatischen Duell kam Werth zwar auf 1519 Punkte und lag damit vier Punkte vor der Berliner EM-Debütantin Heike Kemmer mit ihrem Oldenburger Wallach Albano. Doch der 10-Punkte-Vorsprung Heike Kemmers aus dem Grand Prix reichte am Ende zur Teilnahme am Sonntag-Finale, zu dem pro Nation nur maximal drei Reiter zugelassen sind.
In den Kampf um den Titel kann auch Heike Kemmer wohl nicht mehr eingreifen. Die Kür-Dressur wird zum mit Spannung erwarteten Zweikampf der beiden deutschen Mannschafts-Olympiasiegerinnen von Sydney, Nadine Capellmann (Aachen) mit Farbenfroh und Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen) mit ihrem lettischen Fuchswallach Rusty, die mit ihrem souveränen Sieg im Grand Prix Special am Samstag wieder in die Favoritenrolle geritten ist.
Das Duell der beiden deutschen Reiterinnen um den dritten Platz im Finale der Europameisterschaft in Verden hatte am Samstag die zahlreichen Zuschauer mehr elektrisiert als der Kampf zwischen den beiden Favoritinnen Nadine Capellmann aus Aachen und der am Donnerstag im Grand Prix gestrauchelten Favoritin Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen), die endlich einmal aus dem Schatten Isabell Werths heraustreten will. Wie stark die 43-jährige Ulla Salzgeber sein kann, wenn es ernst wird, bestätigte sie im Grand Prix Special, als sie Nerven wie Drahtseile hatte, 1 680 Punkte und damit 68 Punkte mehr als alle Konkurrentinnen erhielt.
Heike Kemmer war sich vor dem Grand Prix Special darüber klar gewesen, dass Werth aggressiver reiten und alles auf eine Karte setzen würde - vor allem auf Grund ihrer großer Erfahrung. Doch zur Überraschung der fachkundigen Zuschauer aus ganz Europa erlaubten sich beide Reiterinnen überraschende Wechselfehler und blieben im Grand Prix Special weit unter ihren Möglichkeiten. Kemmer wusste am Ende ihrer alles andere als fehlerfreien Vorstellung, dass sie nicht überzeugt hatte. Ihr großes Glück: Die normalerweise so nervenstarke Abonnementsmeisterin Werth hatte doch Nerven gezeigt und im Grunde bestätigt, dass Antony zwar ein großartiges, aber letztlich doch kein Top-Pferd für internationale Championate ist.
So reichte am Ende der hauchdünne Vorsprung von ganzen sechs Punkten aus Grand Prix und Grand Prix Special Heike Kemmer zum Einzug ins Finale, von dem sie nie zu träumen gewagt hatte. Bundestrainer Holger Schmezer erklärte zum etwas überraschenden Ausgang dieses deutschen Duells: "Das ist natürlich bitter für Isabell, aber das ist der Sport. Da kann man nichts ändern."
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