Eiskunstlauf-WM: Douchine 17.: Dritter WM-Titel für US-Amerikanerin Michelle Kwan
zuletzt aktualisiert: 02.04.2000 - 11:03Nizza (dpa). Titelverteidigerin Maria Butirskaja ist bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Nizza mit ihrer "Schwanensee"-Kür baden gegangen und hat Michelle Kwan den Titel überlassen müssen. Für die US-Amerikanerin war es das dritte WM-Gold nach 1996 und '98. Sogar Europameisterin Irina Slutskaja (ebenfalls Russland) konnte sich noch vor die 27-jährige Butirskaja setzen. Dabei hatte die "Seniorin" nach dem Kurzprogramm geführt, machte aber am Samstag vor 8 000 Zuschauern im Palais des Expositions zwei dicke Patzer. Zoya Douchine (München), die einzige deutsche Teilnehmerin, konnte sich bei ihrem WM-Debüt noch vom 20. auf den 17. Platz verbessern.
Für Slutskaja riss damit eine Erfolgsserie. Nach ihren Siegen bei den russischen Meisterschaften, im Grand-Prix-Finale und bei der Europameisterschaft musste sie dieses Mal die Olympia-Zweite vorbei ziehen lassen. Allerdings fiel die Entscheidung über den ersten Platz bei 6:3 Punktrichterstimmen für Kwan denkbar knapp aus. Zum ersten Mal seit zwei Jahren war Butirskaja bei einer internationalen Meisterschaft nicht unter den ersten Zwei.
Kwan setzte sich mit einer makellosen Kür durch, obwohl sie nach einem holprigen Kurzprogramm am Tag zuvor nur Dritte geworden war. Zudem wehrte die 19-jährige den Angriff ihrer US-Rivalin Sarah Hughes ab. Die 14-Jährige mit der Zahnspange glänzte als Fünfte hinter der Französin Vanessa Gusmeroli.
Die 16-jährige Douchine freute sich über einen versöhnlichen Abschluss. "Ein bisschen wurmt es mich, dass ich den Lutz nicht ganz gebracht habe", meinte sie. "Aber ich war mit den drei Wettbewerben - abgesehen vom Patzer beim Doppelaxel im Kurzprogram - sehr zufrieden." Die deutsche Vize-Meisterin schnitt besser ab als bei der EM (18.) und hat in ihrer ersten internationalen Saison eine Menge dazugelernt. "Es wird alles gut gehen, wenn du an dich glaubst", lautet ihre neue Devise. Ihr schönstes Erlebnis hatte die Schülerin jedoch außerhalb der Arena: Nach der Qualifikation saß sie beim Abendessen an einem Tisch mit allen Assen und plauderte mit ihrem großen Vorbild Maria Butirskaja.
Im nächsten Jahr will die gebürtige Moskauerin, die mit ihren Eltern vor zehn Jahren nach Deutschland kam und vom früheren russischen Chefcoach Alexander Wedenin trainiert wird, erstmals im Grand Prix der Aktiven mitlaufen: "Darum werde ich kämpfen." Das Gerangel um den einzigen deutschen Damen-Startplatz für die EM in Bratislava und die WM in Vancouver wird für Douchine möglicherweise härter. Die deutsche Meisterin Susanne Stadlmüller (Stuttgart) hat dann das Alter für internationale Wettbewerbe erreicht. Vielleicht kehrt auch Douchines erkrankte Vereinskollegin Eva-Maria Fitze zurück, eventuell sogar "Sorgenkind" Tanja Szewczenko.
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