Kurzbahn-EM in Antwerpen: DSV-Staffel schwimmt Weltrekorde
zuletzt aktualisiert: 13.12.2001 - 18:51Antwerpen (rpo). Auch mit der "zweiten Garnitur" sind die deutschen Schwimmer bei der fünften Kurzbahn-EM in Antwerpen erste Wahl. Die Lagenstaffel des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) verbesserte zum Auftakt beim "Silber-Comeback" von Ex-Weltmeister Jörg Hoffmann ihren eigenen Weltrekord über 4x50 m gleich doppelt auf großartige 1:34,78 Minuten.
Der neue deutsche "Albatros" Thomas Rupprath, Stev Theloke, Mark Warnecke und Carsten Dehmlow gewannen nach Weltrekord im Vorlauf (1:35,14) im Finale nochmals mit Weltbestmarke unangefochten Gold und verteidigten ihren Titel von Valencia damit erfolgreich.
"Das haben wir nicht erwartet, die wollten das Ding doch eigentlich erst im Finale raushauen, doppelter Weltrekord ist natürlich fantastisch", sagte DSV-Cheftrainer und Sportdirektor Ralf Beckmann begeistert. Jörg Hoffmann aus Potsdam holte über 400 m Freistil (3:42,09) ebenso Silber wie jeweils in DSV-Rekordzeit Nicole Hetzer über 200 m Lagen (2:09,70) und Janne Schäfer über 50 m Brust (30,92).
Nicole Hetzer löschte dabei den seit fast 20 Jahren bestehenden ältesten deutschen Rekord von Petra Schneider (Chemnitz/2:10,60) aus und musste nur Olympiasiegerin Jana Klotschkowa aus der Ukraine den Vortritt lassen (2:09,52). "Ich habe mich gut gefühlt, aber mit Rekord habe ich nicht gerechnet", sagte die Magdeburgerin. Bundestrainer Manfred Thiesmann: "Nicole ist endlich auf dem Tripp nach vorne." Janne Schäfer gab zu: "Ich hatte insgeheim mit Rekord gerechnet."
Und das alles in Abwesenheit von Vorzeigeschwimmerin Sandra Völker, Weltrekordlerin Franziska van Almsick, Doppel-Weltmeisterin Hannah Stockbauer, Shootingstar Annika Mehlhorn, Kurzbahn-Weltmeisterin Antje Buschschulte und Torsten Spanneberg, der mit der Lagenstaffel in Fukuoka WM-Silber gewonnen hatte. Sandra Völker verlor in Antwerpen in Abwesenheit ihren Europarekord über 100 m Rücken (58,66) an Ilona Hlavakova aus Tschechien (58,59).
Jörg Hoffmann aus Potsdam schwimmt wieder auf der Erfolgswelle. Nach seinem erfolgreichen Comeback bei den nationalen Titelkämpfen beendete der dreifache deutsche Meister von Rostock das Finale über 400 m Freistil in 3:42,09 Minuten auf dem Silberrang, Stefan Herbst aus Leutzsch (3:46,36) kam auf Rang sieben. Schneller als Hoffmann war nur noch Europameister Emiliano Brembilla aus Italien (3:41,27).
Hoffmann: "Wenn ich geahnt hätte, dass Brembilla auf der letzten Bahn so stehenbleibt, hätte ich viel früher angegriffen. Mit meiner Zeit bin ich absolut zufrieden. Von Brembilla hatte ich Europarekord erwartet." Ralf Beckmann meinte: "Jörg ist ein Phänomen für mich. Ich habe nicht geglaubt, dass er noch einmal so weit nach vorne kommen würde." Stev Theloke aus Chemnitz blieb in 1: 54,23 Minuten der undankbare vierte Platz über 200 m Rücken.
Thomas Rupprath von der SG Bayer Wuppertal, bei der EM 2000 in Valencia mit drei von fünf deutschen Goldmedaillen mit Abstand bester Athlet, erreichte zum EM-Auftakt im Wezenberg-Bad erwartungsgemäß leicht das Finale über 100 m Schmetterling. In 51, 66 Sekunden verfehlte der Titelverteidiger seinen deutschen Rekord um 78 Hundertstelsekunden. Weltmeister und EM-Favorit Lars Frölander aus Schweden schwamm in 50,99 Sekunden die beste Zeit. "Ich kann nur versuchen, an Frölander dran zu bleiben und dann zu fighten", kommentierte Rupprath, der immer noch mit den Folgen einer Infektion zu kämpfen hat.
MÄNNER
50 m Freistil: 1. Stefan Nystrand (Schweden) 21,15 Sekunden; 2. Alexander Wolinets (Ukraine) 21,60; 3. Pieter van den Hoogenband (Niederlande) 21,65; 4. Mark Foster (Großbritannien) 21,66; 5. Johan Kenkhuis (Niederlande) 21,74; 6. Zsolt Gaspar (Ungarn) 21,78; 7. Duje Draganja (Kroatien) 21,94; 8. Milorad Cavic (Jugoslawien); im Halbfinale ausgeschieden: 10. Carsten Dehmlow (Hamburg) 22,19
200 m Lagen: 1. Peter Mankoc (Slowenien) 1:56,18 Minuten, 2. Jani Sievinen (Finnland) 1:56,60, 3. Alessio Boggiatto (Italien) 1: 57,52, 4. Michael Cole (Großbritannien) 1:58,44, 5. Lionel Moreau (Frankreich) 1:58,90, 6. Jens Kruppa (Riesa) 1:59,04, 7. Kresimir Cac (Kroatien) 1:59,13, 8. Andrew Bree (Irland) 1:59,19
200 m Rücken: 1. Gordan Kozuly (Kroatien) 1:53,37 Minuten, 2. Yoab Gath (Israel) 1:54,15, 3. Simon Dufour (Frankreich) 1:54,21, 4. Stev Theloke (Chemnitz) 1:54,23, 5. Gregor Tait (Großbritannien) 1:54,27, 6. Blaz Medvesek (Slowakei) 1:54,28, 7. Jorge Sanchez (Spanien) 1:54,63, 8. Adam Ruckwood (Großbritannien) 1:55,78
400 m Freistil: 1. Emiliano Brembilla (Italien) 3:41,27 Minuten, 2. Jörg Hoffmann (Potsdam) 3:42,09, 3. Jakob Carstensen (Dänemark) 3:42,28, 4. Nicolas Rostoucher (Frankreich) 3:44,32, 5. Spiridon Gianniotis (Griechenland) 3:45,46, 6. Dimitri Koptour (Weißrussland) 3:45,87, 7. Stefan Herbst (Leutzsch) 3:46,36, 8. Kvetoslav Svoboda (Tschechien) 3:47,29
4x50 m Lagen: 1. Deutschland (Stev Theloke, Mark Warnecke, Thomas Rupprath, Carsten Dehmlow) 1:34,78 Minuten (Weltrekord, im Vorlauf 1:35,14, ebenfalls Weltrekord), 2. Großbritannien 1:35,19, 3. Schweden 1:35,19, 4. Ukraine 1:35,90, 5. Finnland 1:36,55, 6. Niederlande 1:38,36, 7. Italien 1:38,79, 8. Portugal 1:38,82
FRAUEN
50 m Brust: 1. Emma Igelström (Schweden) 30,56 Sekunden (Weltrekord eingestellt); 2. Janne Schäfer (Wolfsburg) 30,92 (deutscher Rekord); 3. Vera Lischka (Österreich) 31,37; 4. Majken Thorup (Dänemark) 31,44; 5. Nina Hissamutdinowa (Estland) 31,46; 6. Agneta Braszkiewicz (Polen) 31,47; 7. Mirna Jukic (Österreich) 31,61; 8. Simona Dorzdova (Tschechien) 32,19; im Halbfinale ausgeschieden: 10. Caroline Böhm (Rethen/Leine) 31,91
200 m Lagen: 1. Jana Klotschkowa (Ukraine) 2:09,52 Minuten; 2. Nicole Hetzer (Magdeburg) 2:09,70 (deutscher Rekord); 3. Alenka Kejzar (Slowenien) 2:10,82; 4. Sara Nordenstam (Schweden) 2:11,23; 5. Julie Hjorth- Hansen (Dänemark) 2:11,43; 6. Oksana Werewka (Russland) 2:11,79; 7. Sabine Klenz (Leipzig-Leutzsch) 2:13,16; 8. Sophie de Ronchi (Frankreich) 2:14,05
200 m Schmetterling: 1. Otylia Jedrzejczak (Polen) 2:07,95 Minuten, 2. Mette Jacobsen (Dänemark) 2:08,13, 3. Georgina Lee (Großbritannien) 2:08,14, 4. Sophia Skou (Dänemark) 2:08,18, 5. Nicola Jackson (Großbritannien) 2:10,01, 6. Maria Pelaez (Spanien) 2:10,12, 7. Ekaterina Winogradowa (Russland) 2:10,81, 8. Marcela Kubalcikowa (Tschechien) 2:11,53
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