Youngster besser als ihr Ruf: DTB feiert Tennis-Weltmeister
zuletzt aktualisiert: 26.12.2001 - 14:50Hamburg (rpo). Bei der Orange Bowl in Florida, der Weltmeisterschaft des Tennis-Nachwuchses, wandelten die deutschen Youngster auf den Spuren Steffi Grafs und holten drei Doppel-Titel.
Peter Steinberger aus Übersee in Bayern kam als bester Einzelspieler ins Finale der unter 16-Jährigen, musste sich dort aber dem Rumänen Florian Mergea geschlagen geben. Sein Trost ist namhaft: Boris Becker und Michael Stich, die beiden deutschen Wimbledon-Gewinner, gingen einst bei der Orange Bowl ebenfalls leer aus.
Thomas Haas und Nicolas Kiefer, die als Jugendliche beachtliche Erfolge bei der Nachwuchs-WM bzw. den Grand Slams feierten, könnten schon bald Konkurrenz aus dem eigenen Lager bekommen. Namen wie Peter Steinberger, Simon Stadler (Heidelberg) oder Philipp Petzschner (Bayreuth), aber auch Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) sind momentan nur Eingeweihten ein Begriff.
"Doch schon bald könnte der ein oder andere den schwierigen Sprung schaffen", erklärte Bundestrainer Klaus Eberhard. Gemeint ist der Wechsel zu den Großen der Zunft. Daniel Elsner, Björn Phau oder Boris Bachert aus dem einstigen Becker´schen Mercedes-Junior-Team freilich zeigen, dass Erfolge in der Jugend kein Freibrief für eine sorgenfreie Zukunft sind. Diese Warnung gilt für das Sieger-Doppel Bastian Koch/Marcel Zimmermann (Altersklasse bis 16 Jahre), aber auch für die Orange-Bowl-Gewinner Stadler/Petzschner (18 Jahre), die in Europa dieses Jahr nur das Halbfinale in Wimbledon verloren haben.
"Sie könnten eine Doppelhoffnung für Michael Stich werden", so Eberhard. Vorerst muss sich der Daviscup-Kapitän aber mit den Haas, Kiefer, Schüttler und Prinosil "begnügen". Wobei das nicht einmal das Problem ist. Stich: "Wenn alle optimale Leistung bringen, können wir Halbfinale oder Finale spielen." Das Problem ist die Generationen- Lücke im Nachwuchsbereich. Hinter den 24-jährigen Haas und Kiefer klafft ein Loch von sechs/sieben Jahren. Die verlorene Generation eines Elsner, der als Junior bei drei Grand Slams triumphierte.
Bei den Damen sieht es besser aus - trotz des Rücktritts von Anke Huber. Ein Witz, könnte man meinen, nachdem in jüngster Vergangenheit das Desaster der Nach-Graf-Ära stereotyp beweint worden ist. Quasi über Nacht haben sich die Sorgenfalten von Bundestrainer Markus Schur beim "geschenkten" Fedcup-Finale geglättet. Die 19-jährigen Bianka Lamade und Martina Müller sowie das Tennis-Küken Scarlet Werner (16) nutzten die Absage der USA und reüssierten. Die gleichaltrige Anna- Lena Grönefeld ist auf dem Sprung. "Sie alle können sich in die Weltspitze spielen", meinte Bundestrainer Gerald Marzenell. Nur eine Steffi Graf ist nicht in Sicht.
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