Tommy Haas muss zunächst gegen Karol Kucera ran: DTB-Profis mit Glück bei Wimbledon-Auslosung
zuletzt aktualisiert: 19.06.2001 - 15:38London/Hamburg (rpo). Losglück für die deutschen Tennisprofis bei den 115. All England Championships in Wimbledon. Bei der Auslosung zum wichtigsten Turnier des Jahres, das am Montag in Londons Südwesten beginnt, blieb den deutschen Teilnehmern ein "Hammer" in der ersten Runde erspart.
Nach dem Debakel von den French Open, als nur Lars Burgsmüller zwei Matches gewann, scheint an der Church Road sogar die Einstellung des Rekordes vom Vorjahr möglich, als fünf deutsche Herren die dritte Runde erreichten.
Der an Nummer 17 gesetzte Tommy Haas (Hamburg) hat es zunächst mit dem Slowaken Karol Kucera zu tun, der seit Monaten seiner Glanzform von 1998 hinterher läuft. Nicolas Kiefer (Hannover), an Nummer 19 gesetzt, spielt zum Auftakt gegen den spanischen Sandplatzspezialisten Alex Calatrava, der im Mai in Rom und Hamburg nacheinander Andre Agassi und Pete Sampras bezwang.
Kiefer könnte danach auf den holländischen Serve- und Volley-Spezialisten Jan Siemerink treffen, gegen den er beim Daviscup in ?s-Hertogenbosch verlor. Im Achtelfinale ist wahrscheinlich der an Nummer zwei gesetzte Andre Agassi Gegner des Niedersachsen, der vor der Auslosung hoffte: "Vielleicht kann ich ja dieses Jahr für eine Überraschung sorgen."
Haas könnte im Achtelfinale auf den Russen Jewgeny Kafelnikow treffen, der sich für die Spiele an der Church Road viel vorgenommen hat: "In Wimbledon war ich noch nicht sehr erfolgreich. Das will ich ändern."
Deutschlands Spitzenspielerin Anke Huber muss in der ersten Runde gegen den australischen Teenager Evie Dominikovic antreten, die auf schnellen Belägen nicht ungefährlich ist. Sollte die an Nummer 18 gesetzte Karlsdorferin ihrer Favoritenrolle gerecht werden, könnte sie auf Marlene Weingärtner aus Leimen treffen, die zunächst gegen die Britin Julie Pullin spielt. Bianka Lamade hat gegen Denisa Chladkova (Tschechien) auch keine unlösbare Aufgabe vor sich.
Insgesamt haben sieben deutsche Herren und fünf Damen die erste Runde ohne Qualifikation erreicht. Dabei kommt es bei den Damen zum Duell zwischen den Fed-Cup-Spielerinnen Barbara Rittner (Leverkusen) und Andrea Glass (Düsseldorf). Jana Kandarr (München) spielt gegen Ana Isabel Medina Garrigues aus Spanien.
Von den deutschen Herren hat wahrscheinlich Lars Burgsmüller (Essen) die schwerste Aufgabe. Der Viertelfinalist von Halle spielt gegen den an Nummer 18 gesetzten, zuletzt allerdings formschwachen Schweden Magnus Norman. Anschließend könnte der Schweizer Shootingstar Roger Federer warten und dann Titelverteidiger Pete Sampras. Der 25 Jahre alte Essener war dennoch optimistisch: "Ich hoffe, dass ich meine Form aus Halle mitnehmen kann. Rasen ist einer meiner Lieblingsbeläge."
Jens Knippschild (Oberhausen) muss gegen den an Nummer 13 gesetzten Australian-Open-Finalisten Arnaud Clement aus Frankreich antreten. David Prinosil (Amberg) spielt gegen den Koreaner Hyung-Taik Lee, Rainer Schüttler (Bad Homburg) gegen den Kroaten Ivan Ljubicic und Daniel Elsner (Mannheim) gegen einen Qualifikanten.
Pete Sampras (USA/Nr. 1) eröffnet das Turnier auf dem Centre Court gegen Francisco Clavet aus Spanien. Bei den Damen schlägt Vorjahressiegerin Venus Williams (USA/Nr. 2) gegen Shinobu Asagoe (Japan) auf. Die topgesetzte Schweizerin Martina Hingis beginnt gegen Virginia Ruano Pascual (Spanien). Sie könnte im Halbfinale auf ihre Angstgegnerin Jennifer Capriati (USA/Nr. 4) treffen, die in Australien und Frankreich triumphierte und als erste Spielerin seit Steffi Graf 1988 den Grand Slam anstrebt.
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