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Düsseldorf
Hendrik Pfeiffer löst das Olympia-Ticket

Marathon 2016: Das Spitzenfeld der Läufer
Marathon 2016: Das Spitzenfeld der Läufer FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Der 23 Jahre alte gebürtige Düsseldorfer qualifiziert sich mit einer imposanten Leistung bei seinem Marathon-Debüt gleich für Rio. Von Thomas Schulze

In 20 Minuten soll der Sieger beim 14. Metro Group Marathon über die Ziellinie laufen, doch am Rheinufer ist die Stimmung noch ziemlich frostig. Das liegt vor allem daran, dass nun bei nur vier Grad tatsächlich auch noch der prognostizierte Graupelschauer niedergeht. 20 Minuten später wird jene Wandlung vollzogen, die eben nur der April ermöglicht. Der Himmel reißt auf, die Sonne wärmt die Menschen, und die Stimmung explodiert. Nicht, als der Kenianer Japhet Kosgei nach 2:10:46 Stunden die Ziellinie überquert, sondern als Hendrik Pfeiffer (2:13,11) als Dritter hinter Vorjahressieger Marius Ionescu aus Rumänien (2:13:00) einläuft. Der 23 Jahre alte gebürtige Düsseldorfer sorgt für eine kleine Sensation, denn er läuft bei seinem Marathondebüt die drittbeste deutsche Zeit in den vergangenen zwei Jahren und entreißt so dem Regensburger Julian Flügel (2:13:57) noch das Ticket zu den Olympischen Spielen. Gemeinsam mit dem Hamburger Arne Gabius und Philipp Flieger (Regensburg) bildet Pfeiffer in Rio das deutsche Marathon-Trio.

"Mein Plan ist hundertprozentig aufgegangen", sagt Pfeiffer, der jetzt in Gelsenkirchen wohnt und in Dortmund Journalismus studiert. "Ich wollte gleichmäßig laufen, das ist mir gelungen. 3:10 Minuten pro Kilometer sollten es sein, und meine beiden Tempomacher haben das fantastisch gemacht. Ich konnte gar nicht anders." Tempomacher Tom Gröschel und später der Brasilianer da Silva haben Pfeiffer auf dem Weg begleitet. "Es war gigantisch", sagte Trainer Tono Kirschbaum. "Hendrik ist gelaufen wie ein Uhrwerk."

Pfeiffer war nach den 42,195 Kilometern nicht so ausgelaugt, wie man es von anderen Athleten kennt. "Mach langsam, nicht dass du dich jetzt noch verletzt", meinte Moderator Wolf-Dieter Poschmann, als Pfeiffer zum Siegerpodest lief. Doch er wirkte noch relativ frisch: "Ich fühle mich gut. Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich das schaffe. Natürlich hatte ich ein bisschen Sorge, dass nach 30, 35 Kilometern der Mann mit dem Hammer kommt. Aber er kam nicht. Bei Kilometer 35 habe ich mich noch unterhalten, meine Atmung war locker."

Nicht alle waren derart überzeugt wie der Debütant selbst. "Meine Eltern hatten bei Kilometer 39 noch Zweifel", berichtet der Olympia-Fahrer. Dass er als Dritter eine Prämie von 2500 Euro bekommt, überraschte ihn: "Wirklich? An eine Prämie habe ich überhaupt nicht gedacht. Ich wollte nur die Olympia-Norm. Deshalb hatte ich dem Tempomacher noch 100 Euro geboten, wenn er etwas länger läuft."

5000 Euro bekommt der Sieger, 3500 Euro der Zweite, der gleich zwei Ziele knapp verfehlte. Titelverteidiger Marius Ionescu war zwar 19 Sekunden schneller als im Vorjahr, doch reichte das weder zum Sieg, noch zu dem von ihm angepeilten Landesrekord (2:12:30). Wesentlich schlechter als ihm erging es dem Top-Favoriten Philipp Kimutai Sanga aus Kenia. Auf der Königsallee machte der Muskel bei ihm zu, so dass er aussteigen musste.

Bei den Frauen siegte die Ungarin Zsofia Erdelyi (2:35:37) vor Beverly Sue Ramos Morales aus Puerto Rico (2:36:31) und Hanna Vandenbusche aus Belgien (2:39:50). Beste Deutsche war Andrea Dietmer (2:56:07).

Quelle: RP
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