Schwere Knieverletzung: Eckert sorgt für Hiobsbotschaft
zuletzt aktualisiert: 20.11.2001 - 17:40München (rpo). Hiobsbotschaft für den Deutschen Ski-Verband (DSV): Einen Tag vor dem ersten alpinen Weltcup-Rennen der Saison in den USA ist Hoffnungsträger Florian Eckert beim Riesenslalom-Training im österreichischen Schladming schwer gestürzt. Der 22-Jährige zog sich einen Trümmerbruch des Schienbeinkopfes im rechten Knie zu.
Nach der ersten Diagnose wird der Eckert die komplette Saison ausfallen und somit auch die Olympischen Winterspiele im Februar 2002 in Salt Lake City verpassen. Der WM-Dritte der Abfahrt von St. Anton wurde noch am Dienstag von DSV-Mannschaftsarzt Hermann Mayr in München operiert.
Eckert war wegen des Schneemangels in Nordamerika noch nicht nach Übersee geflogen und hatte mit dem deutschen Abfahrer-Team auf der Reiteralm trainiert. Der Lenggrieser galt nach seinem überraschenden Triumph bei der WM im Februar als der große deutsche Hoffnungsträger mit Chancen auf eine Olympia-Medaille.
Ski-Zirkus sucht nach Normalität
In Übersee sucht der alpine Ski-Zirkus drei Wochen nach dem Tod von Weltmeisterin Regine Cavagnoud derweil den Weg zurück zu sportlicher Normalität. Mit den Weltcup-Rennen in Nordamerika soll der Schock des tragischen Trainingsunfalls der Französin mit dem deutschen Nachwuchstrainer Markus Anwander verarbeitet werden. Schneemangel und milde Temperaturen bringen den Terminkalender aber gleich zu Beginn des Olympia-Winters durcheinander und sorgten schon für die ersten Verschiebungen. Von den Wetter-Querelen möglichst unbeeindruckt wollen derweil die deutschen Ski-Asse um das Lenggrieser Top-Duo Martina Ertl und Hilde Gerg versuchen, den schwachen Eindruck vom Saison-Auftakt in Sölden vergessen zu machen.
Während die Damen-Rennen im Riesenslalom (Mittwoch, 17.15/20.00 Uhr) und Slalom (Donnerstag, 18.00/21.00) von Aspen (Colorado/USA) ins benachbarte Copper Mountain verlegt werden konnten, steht hinter den für das Wochenende geplanten drei Herren-Rennen in den technischen Disziplinen weiter ein dickes Fragezeichen. Auch die Austragung der Abfahrts- und Super-G-Rennen vom 29. November bis 2. Dezember in Beaver Creak (USA) und Lake Louise (Kanada) ist noch nicht gesichert.
Deutsche Cracks unter Zugzwang
Nach dem enttäuschenden Weltcup-Start Ende Oktober in Sölden stehen die Cracks des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) bei den Übersee- Rennen unter Zugzwang. Wurden die Gletscher-Rennen von Sölden vom DSV-Trainerstab noch mehr oder weniger als "Testphase" ausgegeben, gelten nun keine Ausreden mehr. "Wir waren nicht am Boden zerstört, und es gab auch keinen Grund zur Hektik. Abgerechnet wird nicht nach den ersten Rennen", sagte Damen-Cheftrainer Wolfgang Maier. In Sölden hatte Martina Ertl in der "Problemdisziplin" Riesenslalom als beste DSV-Starterin nur Rang 25 erreicht. Bei den Herren schaffte Alois Vogl (Lohberg) als einziger Starter nicht den erhofften Sprung unter die besten 30.
Für den zweiten Damen-Riesenslalom der Saison nominierte Maier Martina Ertl, Petra Haltmayr (Rettenberg) und Annemarie Gerg (Lenggries). Einen Tag später werden Ertl, Gerg, Monika Bergmann (Lam), Marina Huber (Ruhpolding) und Stefanie Wolf (Garmisch) im Slalom an den Start gehen. Zum Gedenken an die im Training tödlich verunglückte Regine Cavagnoud wird vor dem Rennen am (morgigen) Mittwoch eine Gedenkminute abgehalten. Alle Starterinnen werden zudem einen Trauerflor tragen.
Die nach dem tödlichen Zusammenprall der Französin mit dem weiter verletzt in der Uni-Klinik Innsbruck liegenden Nachwuchscoach Markus Anwander gestartete Diskussion über Sicherheits-Standards im Training hat offenbar noch keine Konsequenzen bewirkt. "Wirklich geändert hat sich nichts. Wir waren vorher aber auch schon auf einem sehr hohen Sicherheitsniveau", sagte DSV-Herrentrainer Martin Oßwald. In den USA mussten wegen des Schneemangels fast alle Nationen gemeinsam auf einer Piste trainieren.
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