Des Betruges angeklagt: Einflussreichen US-Promotern droht Entzug der Box-Lizenz
zuletzt aktualisiert: 03.07.2000 - 10:26Newark (dpa). Im Zuge des Betrugsprozesses gegen die Internationale Boxing Federation (IBF) drohen nicht nur den vier angeklagten Funktionären des Weltverbandes hohe Strafen, sondern auch den einflussreichsten US-Promotern. Nach ihren Aussagen vor Gericht müssen Bob Arum und Cedric Kushner in den Bundesstaaten New Jersey, Nevada, Kalifornien und New York mit dem Entzug der Veranstaltungslizenz rechnen. In allen vier Staaten laufen bereits Untersuchungen, nachdem Arum und Kushner unter anderem eingestanden hatten, 1995 für den WM-Kampf und die nicht erfolgte WM-Revanche zwischen Weltmeister George Foreman (USA) und dem Frankfurter Axel Schulz jeweils 100 000 Dollar bezahlt zu haben.
Der Lizenzentzug droht auch Don King, bei dem nicht erwartet wird, dass er vor Gericht erscheinen muss. Laut der Anklage gegen die IBF soll er selbst in den Manipulationen von IBF-Präsident Robert W. Lee verwickelt und deren größter Nutznießer gewesen sein.
Besonders hart wäre ein Lizenzentzug in Nevada und New Jersey. Bei Kämpfen in den dortigen Spielcasinos machen sie durch das Kassieren lukrativer Standortgebühren ihre meisten Millionen. "Eine Lizenz in Nevada zu besitzen, ist ein Privileg. Durch Regel- und Disziplinverstöße kann sie entzogen werden", erklärte der Chef der Boxkommission, Kirk Hendrick. In den Gesetzen von New Jersey heißt es, dass ein Lizenzentzug erfolgen kann, wenn der Promotor "keinen guten Charakter, keine Ehrlichkeit und keine Integrität" besitzt.
Neben Präsident Lee werden dessen Sohn Robert, Donald Brennan und IBF-Kommissioner Francisco Fernandez (Kolumbien) in einer 39 Punkte umfassenden Anklage vorgeworfen, seit 1983 Ranglistenplätze manipuliert, Kampfurteile durch Bestechungsgelder beeinflusst, Steuergelder hinterzogen und Geld gewaschen zu haben. Insgesamt sollen 338 000 Dollar als Schmiergelder geflossen sein. Mit den ersten Urteilen in dem seit zwölf Wochen laufenden Prozess wird im August gerechnet. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu 20 Jahre Gefängnis und Geldstrafen bis zu 500 000 Dollar.
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