Zach übt Kritik an DEL: Eisbären beenden Mannheimer Rekordserie
zuletzt aktualisiert: 20.01.2002 - 18:37München (rpo). Nach 15 Siegen in Folge ist die eindrucksvolle Serie der Mannheimer Adler gerissen. Gegen die Eisbären Berlin verlor der deutsche Meister mit 1:4 (0:1, 1:0, 0:3). Es war die erste Niederlage seit dem 7. Dezember 2001.
Mit 101 Punkten behaupteten die Adler dennoch auch nach dem 47. Spieltag die Tabellenführung in der höchsten deutschen Spielklasse.
Vor 6.000 Zuschauern hatten die Berliner insbesondere im letzten Drittel mehr zuzusetzen als die Gastgeber und feierten verdient den zweiten Erfolg im zweiten Spiel unter Pierre Page, der am vergangenen Mittwoch als Nachfolger des entlassenen Chefcoaches Uli Egen verpflichtet worden war. David Roberts (41.) und David Cooper (45.) ebneten im Schlussdrittel mit einem frühen Doppelschlag den Weg zum Sieg der Gäste. Als die Adler in der Schlussminute den Torwart vom Eis genommen hatten, erhöhte erneut Roberts sogar noch auf 4:1.
"Das ist eine Niederlage, mit der man nach 15 Siegen leben kann", meinte der Mannheimer Manager Marcus Kuhl und lobte den Gegner: "Wir sind auf eine hochmotivierte Eisbären-Mannschaft getroffen." Den Adlern war zeitweise ein Substanzverlust nach ihrer Erfolgsserie anzumerken. Der Spielfluss kam eigentlich nie wie gewohnt zu Stande, insbesondere bei Überzahl enttäuschten die Adler. Martin Lindman (19.) hatte die Eisbären im ersten Drittel in Führung gebracht. Den einzigen Mannheimer Treffer erzielte Mike Stevens (32.) in Durchgang zwei.
Eisbären fehlt die Konstanz
Für die Eisbären war der Erfolg wichtig im Kampf um einen Playoff-Platz. "Mein Team hat sehr gut gespielt", kommentierte Page zwei Tage nach dem 5:2-Heimsieg am Freitagabend bei seinem Debüt gegen die Augsburger Panther. "Die Mannschaft hat noch Hochs und Tiefs, wir müssen konstanter werden", sagte der 53-jährige Franco-Kanadier.
Mit deutlicher Kritik am Zustand der DEL hat sich Bundestrainer Hans Zach, zugleich Coach der Kassel Huskies, am Wochenende zu Wort gemeldet. Die DEL ist seiner Ansicht nach keineswegs die zweitbeste Liga der Welt hinter der nordamerikanischen National Hockey League (NHL), sondern insgesamt seien "sechs Ligen" besser. "Die NHL, die ersten Ligen in Schweden, Finnland, Russland, Tschechien und der Schweiz", zählte Zach in einem Interview der "Welt am Sonntag" auf.
Zach: DEL ist "überaltert und aufgebläht"
In den genannten Ligen würde vor allem mehr auf junge Spieler gesetzt, während die DEL "überaltert und aufgebläht" sei. "Sie müsste auf zwölf Clubs reduziert werden, dann wären die guten Spieler gebündelt", forderte Zach.
Derzeit spielen 16 Teams in der höchsten deutschen Spielklasse. Zach begrüßte ausdrücklich den am vergangenen Freitag von der DEL-Gesellschafterversammlung gefassten Beschluss, die Anzahl von ausländischen Spielern von der kommenden Saison an von 14 auf 13 Akteure pro Club zu begrenzen. "Man hat offensichtlich gemerkt, dass es bei den Leuten größeres Interesse weckt, wenn mehr deutsche Spieler auf dem Eis stehen", bemerkte der Bundestrainer.
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