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Stars, Tickets und die deutschen Chancen
Was Sie zur Eishockey-WM wissen müssen

Eishockey-WM 2017: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Die deutsche Nationalmannschaft bei der Taktikbesprechung. FOTO: dpa, mb sab
Düsseldorf. Am Freitag beginnt die 81. Weltmeisterschaft, die in Köln und Paris ausgetragen wird. 16 Nationen spielen um den Titel. Klarer Favorit bei den Buchmachern ist Vorjahressieger Kanada. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Turnier. Von Patrick Scherer und Thomas Schulze

Das letzte Testspiel vor dem WM-Start am Freitag gegen die USA in Köln (20.15 Uhr/Sport 1) war erfolgreich. Am Montag siegte das Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) mit 3:2 gegen Lettland. Die WM kann kommen! Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Turnier.

  • Warum findet die WM in zwei Ländern statt? Bei einem Turnier mit 16 Mannschaften bedarf es mindestens zweier Spielorte. Köln und Paris sind nur 400 Kilometer voneinander entfernt, per Flugzeug eine Stunde oder 3:15 Stunden mit dem Hochgeschwindigkeitszug Thalys getrennt. So profitieren zwei Länder von den Titelkämpfen. Im Eishockey ist das nicht ungewöhnlich. Erstmals gab es das bereits 1930, als mit Deutschland (Berlin), Frankreich und Österreich sogar drei Länder als Gastgeber fungierten. Paris ist nach 1951 zum zweiten Mal Austragungsort, Köln nach 1955 (mit Krefeld, Dortmund und Düsseldorf), 2001 (mit Hannover und Nürnberg) und 2010 (mit Mannheim und Gelsenkirchen) zum vierten Mal. Die WM findet zum neunten Mal in Deutschland statt. Die weiteren Gastgeber waren Garmisch-Partenkirchen 1936, München/Düsseldorf 1975, Düsseldorf/Dortmund/München 1983, Dortmund/München 1993.
DEB-Team gewinnt WM-Generalprobe gegen Lettland FOTO: dpa, lix hak

 

  • In wie vielen Gruppen wird gespielt? Es gibt zwei Gruppen mit je acht Mannschaften. Gruppe A spielt in Köln. Dort treffen Deutschland, Russland, USA, Schweden, Slowakei, Lettland, Dänemark und Italien aufeinander. Die Gruppe B spielt in Paris. Ihr gehören Frankreich, Kanada, Finnland, Tschechien, Schweiz, Weißrussland, Norwegen und Slowenien an. In den Gruppen spielt jeder gegen jeden. Für einen Sieg gibt es drei Punkte, für einen Erfolg nach Verlängerung/Penaltyschießen zwei Zähler und für eine Niederlage in der Nachspielzeit einen. Die ersten vier Mannschaften jeder Gruppe erreichen das Viertelfinale. Ab da geht es im K.o.-System bis zum Weltmeistertitel. Die Spiele um Gold- und Bronzemedaille finden am Sonntag, 21. Mai, in Köln statt. Zum Auftakt spielt Deutschland gegen die USA. Hier finden Sie den kompletten Spielplan.
  • Wer sind die Favoriten? Bei den Buchmachern ist Titelverteidiger Kanada (26 Titel) ganz weit vorne, gefolgt von Rekordweltmeister Russland (27). Bei den vergangenen zehn Turnieren standen acht Mal entweder Russland oder Kanada im Finale, drei Mal spielten sie gegeneinander. Aber auch Vizeweltmeister Finnland, das in den vergangenen drei Jahren zweimal im Endspiel unterlag, die USA und Schweden dürfen sich Hoffnungen machen. Die Schweiz, die es zuletzt 2013 überraschend ins Finale geschafft hatte, und Tschechien gelten als höchstgehandelte Außenseiter im Favoritenkreis.
Porträt: Marco Sturm: Vom NHL-Star zum Bundestrainer FOTO: dpa, dna nic

 

  • Was ist der deutschen Mannschaft zuzutrauen? Das Ziel des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ist die erneute Qualifikation für das Viertelfinale. Das hatte die Mannschaft von Bundestrainer Marco Sturm im vergangenen Jahr in Russland überraschend erreicht, wo sie gegen die Gastgeber ausschied (1:4). Bei der letzten Heim-WM 2010 in Köln kam das Team sogar ins Halbfinale (1:2 gegen Russland). Anschließend folgte jedoch ein Absturz, der das deutsche Eishockey in eine tiefe Krise stürzte. Im vergangenen Jahr ist Deutschland aber wieder auf Platz zehn der Weltrangliste vorgerückt. Weltmeister war Deutschland noch nie. Zweimal holte die DEB-Mannschaft Silber (1930, 1953) und zweimal Bronze (1932, 1934).
  • Welche Spieler stehen im deutschen Kader? Nachdem Bundestrainer Marco Sturm Pascal Zerressen von den Kölner Haien und Brent Raedeke von den Adler Mannheim aus dem Kader gestrichen hat, stehen noch 25 Akteure im vorläufigen Aufgebot - exakt so viele kann Sturm auch für die WM melden. Allerdings wird erwartet, dass Sturm zunächst weniger Akteure meldet, um noch Profis aus der NHL nach deren möglichem Play-off-Aus nachnominieren zu können. Kandidaten: Ausnahmestürmer Leon Draisaitl, der derzeit mit den Edmonton Oilers gegen die Anaheim Ducks mit Korbinian Holzer spielt, Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl von den Pittsburgh Penguins und Torhüter Philipp Grubauer von den Washington Capitals, die ebenfalls im direkten Duell aufeinandertreffen. Zum WM-Aufgebot gehören in Torhüter Thomas Greiss, Verteidiger Dennis Seidenberg (beide New York Islanders) und Stürmer Tobias Rieder (Arizona Coyotes) schon jetzt drei NHL-Spieler. Außerdem ist US-Collegespieler Frederik Tiffels (21) dabei, der beim 3:2 gegen Lettland zwei Treffer erzielte und stark auftrumpfte.
Deutschland besiegt Tschechien mit 7:4 FOTO: dpa, dka htf

 

  • Wer sind die Stars der WM? Einige Stars fehlen wie in jedem Jahr, weil in Nordamerika noch um den Titel gekämpft wird. Zum Beispiel der russische Ausnahmespieler Alexander Owetschkin, der mit Grubauer für die Capitals spielt. Oder auch der Kanadier Sidney Crosby. Einige Stars hätten zwar Zeit, nutzen diese aber lieber zur Regeneration für die nächste Saison. Die Kanadier werden aber dennoch mit einem nur aus NHL-Spielern bestehenden Team antreten. Matt Duchene oder Ryan O'Reilly sind Stürmer, auf die es zu achten gilt. Für die Tschechen spielt der erst 20-jährige David Pastrnak, der für Boston in 75 Spielen 70 Scorer-Punkte beigesteuert hat. Bei Russland steht der 23-jährige Nikita Kutscherow im Fokus (85 Punkte in 74 Spielen für Tampa Bay).
  • Gibt es noch Karten? Noch gibt es Karten für fast alle Spiele - auch für die Finalspiele in Köln. Die Tickets sind im Internet zu erwerben unter tickets.iihfworlds2017.com/de/  "Wir sind insgesamt auf einem sehr, sehr guten Weg. Jetzt haben wir noch einmal Karten von Sponsoren für einige deutsche Spiele zurückbekommen. Es gibt also wieder welche für die Fans", sagte DEB-Präsident Franz Reindl, der zugleich Vorsitzender des WM-Organisationskomitees ist, am Mittwoch in Köln. Zielmarke sind rund 600.000 verkaufte Tickets, zuletzt waren rund 500.000 Karten vergriffen.
  • Sind die Spiele im Fernsehen zu sehen? Alle Spiele der deutschen Mannschaft werden im Fernsehen von Sport1 live übertragen, ebenso die Finalspiele.
Quelle: RP
 
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