| 07.49 Uhr

3:2-Sieg gegen Lettland
Stanley-Cup-Sieger Kühnhackl schießt Deutschland zu Olympia

Kühnhackl schießt Deutschland nach Pyeongchang
Kühnhackl schießt Deutschland nach Pyeongchang FOTO: dpa, nic
Riga. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat das Ticket für die Olympischen Spiele 2018 gelöst. Das Team von Bundestrainer Marco Sturm bezwang im entscheidenden Duell beim Qualifikationsturnier in Riga Gastgeber Lettland mit 3:2 (1:0, 1:1, 1:1) und sicherte sich damit Platz eins und den Flug nach Pyeongchang/Südkorea. Die Winterspiele 2014 in Sotschi hatte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) verpasst. Von Thomas Schulze

Tom Kühnhackl, der in der vergangenen Saison mit den Pittsburgh Penguins den Stanley Cup in der NHL gewann, avancierte zum Matchwinner. "Besser geht es nicht. Das ist das i-Tüpfelchen drauf", sagte Kühnhackl: "Mit dem Stanley-Cup-Triumph hat die letzte Saison super aufgehört, jetzt fliegen wir zu Olympia - das ist phänomenal." Goalie Philipp Grubauer meinte: "Das ist einfach supergeil. In einem solchen Spiel wird jeder Fehler bestraft – aber die Jungs haben das super gemacht."

Marco Sturm ist erleichtert, Franz Reindl glücklich. Der Präsident des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) hat Sturm vor einem Jahr als Bundestrainer inthronisiert und damit die entscheidenden Weichen zur Wende gestellt. Seitdem geht es nur in eine Richtung – aufwärts. Im Mai führte der Trainer-Novize die deutsche Mannschaft erstmals seit fünf Jahren wieder ins Viertelfinale einer Weltmeisterschaft, jetzt gelang mit einer makellosen Bilanz – 5:0 gegen Japan, 6:0 gegen Österreich und 3:2 gegen Lettland – die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang/Südkorea. Mit diesem Erfolg hat Sturm nicht nur sämtliche Erwartungen voll erfüllt, sondern auch beste Voraussetzungen für die Weltmeisterschaft im Mai im eigenen Land geschaffen und den Appetit angeregt.

Wie wichtig die das Turnier in Lettland für den DEB war, beweist das große Engagement. Sieben NHL-Spieler konnte Sturm für die Mission "Olympia-Qualifikation" gewinnen, die vor vier Jahren erstmals in der Geschichte verpatzt worden war und mit deren Erfolg sich der Vertrag des Bundestrainers automatisch bis Sommer 2018 verlängert hat. "Das war eine stärksten Auswahlen, die wir jemals zur Verfügung hatten", meinte Reindl. "Aber das war auch nötig." Denn es war ein temporeiches, spielerisch gutes und vor allem spannendes Endspiel am Turnierende gegen die Gastgeber in Riga.

Die Vergleiche mit Lettland verliefen in der Vergangenheit meist auf Augenhöhe – so auch diesmal. "Es war eigentlich immer eng", sagte der 34 Jahre alte Verteidiger Christian Ehrhoff, der in Aussicht gestellt hat, zu seinem Stammverein nach Krefeld zurückzukehren, falls er in der NHL keinen neuen Vertrag erhalten sollte.

Im Anfangsdrittel waren die Gastgeber die bessere Mannschaft, die mit den klareren Chancen. Doch zur ersten Pause führte das deutsche Team. Einen von Patrick Reimer perfekt gespielten Pass nutzte Leon Draisaitl in Überzahl zur etwas schmeichelhaften Führung.

Als Felix Schütz im Mittelabschnitt auf 2:0 erhöhte, schien ein großer Schritt in Richtung Südkorea getan. Doch der vierte Turniertreffer des besten deutschen Torjägers bedeutete keineswegs die Vorentscheidung, da Lettland kurz vor der zweiten Pause der Anschlusstreffer gelang.

Es kam noch schlimmer. Im Schlussdrittel glückte den Letten der verdiente Ausgleich, als sie zum zweiten Mal eine Überzahlsituation nutzten. Doch die deutsche Mannschaft zeigte sich wenig beeindruckt und blieb ihrem Konzept treu. Der entscheidende Treffer glückte dann Stanley-Cup-Gewinner Tom Kühnhackl fünf Minuten vor Schluss in Überzahl. Der Sieg war glücklich, aber aufgrund der abgeklärten Spielweise gewiss nicht unverdient. Voller Inbrunst sangen die Spieler nach der Schlusssirene die deutsche Nationalhymne, die nun auch 2018 in Südkorea ertönt.

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