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Düsseldorfer EG
3284 Fans feiern Sieg der DEG-Legenden

Düsseldorfer EG: 3284 Fans feiern Sieg der DEG-Legenden
Otto Schneitberger engagiert als Trainer hinter der Bande; links neben ihm Christof Kreutzer. FOTO: Horstmüller
Düsseldorf. Die Stimmung an der Brehmstraße beim Spiel der Altstars gegen die Kölner Haie anlässlich des 80-jährigen Bestehens der DEG war wie in alten Zeiten. Mit großem Ehrgeiz gingen alle zu Werke - außer Andrej Trefilov, der kurzfristig absagte. Von Ulf May

Da saß er vor dem Spiel in der Kabine, wie fast immer mit grinsendem Gesicht unter der breiten Krempe seines Hutes: Walter "Max" Stadler frotzelte seinen alten Kameraden Walter Köberle, der gerade einen Schläger passend zu seiner Körper-größe absägte: "Walter, Kinderschläger gibt's bei Kasper!" Die Stimmung im Kreis der Legenden, wie man die namhaften Cracks von einst nennt, zeigte schon früh, wie locker und leicht und mit welcher Vorfreude sich alle am Samstag auf dieses Spiels im Rahmen der 80-Jahr-Feier der DEG vorbereiteten; einige hatten am Vorabend das Eis unter die Kufen genommen, um ein bisschen Praxis zu haben.

Sie alle gehörten zu der Mannschaft, quer durch die Meisterschafts-Generationen bis hin zum Senior auf dem Eis, Peter Gregory, Kapitän aus dem Jahr 1967, inzwischen 77 Jahre alt. Es wurde für alle eine unvergesslich stimmungsvolle Partie, die die Düsseldorfer gegen das Nostalgie-Team der Kölner Haie mit 7:6 gewannen.

Falsch vermutet - mussten sich viele der 3284 Zuschauer eingestehen. Die Raupe, die inzwischen im ISS-Dome für die aktuellen Profis zur Regel wird bei der Feierzeremonie, trauten sich entgegen der gängigen Ansicht auch fast alle alten Kämpen an der Brehmstraße noch zu. Und ja, sie kamen ohne fremde Hilfe wieder auf die Beine. Respekt! Die ehemaligen Spieler, die seit Jahren oder sogar Jahrzehnten ohne regelmäßige Praxis geblieben waren, hatten sich zusammengerissen für dieses Duell mit den Domstädtern; der Ehrgeiz machte den Cracks hüben wie drüben Beine.

Alt-Schiedsrichter Heribert Vogt, der für den verletzten Jupp Kompalla eingesprungen war und zusammen mit Ingo Lingemann, Spieler des 67er-Meisterteams, pfiff, zeigte sich nachher begeistert von der Atmosphäre: "Die Brehmstraße ist und bleibt nun mal ein Eisstadion besonderer Art." Das zu beweisen, hatten die Zuschauer von der ersten Minute an mit dem ganzen Repertoire an Anfeuerung und Liedern gesorgt. "Bobo" Kühnhauser gestand, die Atmosphäre habe ihn an die alten Zeiten erinnert und ihm eine Gänsehaut den Rücken hinunter gejagt. "Was diese Fans heute an Stimmung gemacht haben - das war einfach sagenhaft." Es schien tatsächlich der harte Kern der 1990er Jahre auf Tribüne und Stehplatz besonders stark vertreten zu sein. Uli Egen (3), Torsten Kienass, Tino Boos, Boris Lingemann und Henrik Hölscher trafen für die DEG, bei der Carsten Gossmann über die volle Zeit im Tor eine Klasseleistung zeigte. Einziger Wermutstropfen, der Organisator Wolfgang Boos naturgemäß gar nicht schmeckte: Andrej Trefilov, zwar nicht Meister, aber Klassetorhüter beim Neubeginn nach dem Wiederaufstieg und wenigstens für ein Drittel vorgesehen, hatte seine Zusage zwei Stunden vor Spielbeginn zurückgezogen.

Quelle: RP
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