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Düsseldorfer EG
DEG – wie Phönix aus der Asche

Fotos: DEL-Halbfinale 14/15: Ingolstadt - DEG, Spiel fünf
Fotos: DEL-Halbfinale 14/15: Ingolstadt - DEG, Spiel fünf FOTO: dpa, awe nic
Düsseldorf. Auch wenn die Düsseldorfer EG an Karsamstag gegen den deutschen Eishockey-Meister ERC Ingolstadt gescheitert ist: Allein das Erreichen des Halbfinales in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist für die DEG die Krönung einer sensationellen Entwicklung.

Vom Tabellenkeller in die Beletage des europäischen Eishockeys - die Düsseldorfer EG ist wieder wer. Der achtmalige deutsche Meister mutierte innerhalb der vergangenen elf Monate von einem kaum noch beachteten Liga-Schlusslicht zu einem schillernden Meisterschaftsanwärter. Die Herzen fliegen dem Traditionsclub wieder zu - wie einst zu besten Meister-Zeiten an der legendären Brehmstraße mit Protagonisten wie Peter-John Lee, Chris Valentine oder dem jetzigen Trainer Christof Kreutzer.

"Man merkt, wie sehr die Düsseldorfer danach gelechzt haben, wie ein Phönix aus der Asche zu steigen", sagte der heutige Trainer Kreutzer, der als Profi fünfmal die Meisterschaft feierte, der Deutschen Presse-Agentur. "Mit dem fünften Platz und dem Halbfinale ist es viel besser als gedacht gelaufen. Das hatte mit Glück, aber auch mit Fleiß zu tun. Die Mannschaft hat sich nie hängen lassen. Das haben die Fans gespürt", sagte Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus der dpa. Nach Platz fünf in der Hauptrunde und dem Halbfinal-Einzug steht durch das Ausscheiden der Grizzly Adams Wolfsburg nun auch die Qualifikation für die Champions Hockey League (CHL) fest.

 

Ein weiteres Geschenk für alle Verantwortlichen. Der Beginn der Renaissance war 2014 der Einstieg der Geschäftsleute Michail Ponomarew und Peter Hoberg, die 20 Prozent der Anteile an der DEG Eishockey GmbH halten. Seit dem Ausstieg des Hauptsponsors Metro ging der Verein finanziell am Stock. Mit einem Etat von knapp 3,5 Millionen Euro - in der DEL so etwas wie das Existenzminimum - musste man haushalten. So wundert es nicht, dass man zweimal in Serie Schlusslicht der Liga war.

Der Etat ist nun etwas höher. "Aber es ist immer noch die Hälfte von oben", sagte Rotthaus mit Blick auf die Schwergewichte wie Adler Mannheim oder den rheinischen Rivalen Kölner EC. So wurden in der örtlichen Wirtschaft neue Partner gesucht. Rund 40 sind es derzeit, die laut Rotthaus im fünfstelligen und unteren sechsstelligen Eurobereich investieren. Parallel dazu kam Glück bei den ersten Transfers zu Beginn des Jahres 2014, als die Ingolstädter Travis Turnbull, Tim Conboy und Jakub Ficenec für den Sommer verpflichtet werden konnten. Dazu kam in Tyler Beskorowany ein super Schlussmann.

Kreutzer baute als ehemaliger DEG-Nachwuchscoach Youngster wie Alexander Preibisch oder Manuel Strodl ein. Es folgte eine Gelungene Sison, die ein 3:2 im DEL Winter Game gegen die Kölner Haie vor der Europarekord-Kulisse von 51 125 Fans einschließt. Am Donnerstag war der ISS Dome, Spielstätte seit 2006, erstmals in dieser Saison mit 12 890 Fans ausverkauft. Der Businessclub ist laut Rotthaus regelmäßig mit 200 bis 300 "netten und wohlhabenden Leuten" gefüllt. "Wir wollen ein professioneller Club werden und haben es geschafft, dass die DEG wieder Stadtgespräch ist", sagte Rotthaus.

(lnw)
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