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Lokalsport
Die Angst spielt mit bei Goalie Goepfert

Das ist Bobby Goepfert
Das ist Bobby Goepfert FOTO: american-sports.info
Düsseldorf. Nach fast einjähriger Verletzungspause kehrt Bobby Goepfert auf das Eis zurück. Seinen Platz muss er noch finden, denn mit Mathias Niederberger liefert er sich ein hartes Duell um den Platz zwischen den Pfosten. Von Thomas Schulze Berichtet Aus Dem Trainingslager In der Schweiz

Auf den Torhüter kommt es im Eishockey ganz besonders an. In kaum einer anderen Sportart hängt der Erfolg einer Mannschaft derart stark von seiner Leistung ab. Bobby Goepfert war daher der Publikumsliebling. Er stand im Rampenlicht, als die Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft zwei Jahre lang aufrund ihrer finanziellen Misere mit einer kaum wettbewerbsfähigen Mannschaft am Tabellenende stand. Er verhinderte noch Schlimmeres und wurde dafür gefeiert.

In der vergangenen Saison schnellte die DEG wie Phönix aus der Asche empor - nur Bobby Goepfert war nicht dabei. Der Torhüter hatte sich am 19. September in Augsburg an der Hüfte verletzt. Nach Weihnachten wurde er operiert, das Labrum genäht, der Hüftkopf abgeschliffen und geglättet. Während der als Ersatztorwart verpflichtete Tyler Beskorowany mit der DEG von Sieg zu Sieg eilte, saß Goepfert auf der Tribüne und musste darum bangen, jemals wieder spielen zu können. Es war die zweite schlimme Verletzung in einem Jahr, nachdem er im Dezember 2013 einen Schuss gegen den Kehlkopf bekommen hatte. Das war lebensgefährlich, doch nach zwei, drei Tagen auskuriert. Diesmal dauerte es fast ein Jahr.

DEG verliert bei Rekordmeister Bern FOTO: Thomas Schulze

"Das war eine schlimme Zeit", sagt er rückblickend. "Ich war verletzt und einsam. Da war die Familie eine sehr große Hilfe. Es war ganz wichtig, dass mich Angie zu Hause in den Arm genommen und getröstet hat." Natürlich vermisst er in diesen Tagen des Trainingslagers seine Frau und beiden Kinder, doch hat er auch einen positiven Aspekt ausgemacht: "Schön, dass ich in der Schweiz durchschlafen kann."

Dass Tyler Beskorowany in der vergangenen Saison plötzlich der Publikumsliebling war, sei nicht das Problem gewesen. "Er hat einen guten Job gemacht", sagt Goepfert anerkennend. "Es ist immer bitter, wenn man nicht spielt, nicht Teil des Teams zu sein. Aber nach den zwei Jahren als Tabellenletzter war es besonders furchtbar, nicht dabei zu sein, wenn man gewinnt."

DEG verliert Test gegen Biel FOTO: ths

Bobby Goepfert hat in der Reha geschuftet, ohne zu wissen, ob er jemals wieder spielen kann. Würde die Hüfte den extremen Belastungen auf dem Eis aushalten? "Als ich im April erstmals wieder auf das Eis gegangen bin, war ich schon nervös", gesteht er.

Vergangenen Samstag hat er dann im Spiel gegen Olten die vielleicht entscheidende Schlüsselszene erlebt. "Da ist zum ersten Mal wieder ein gegnerischer Stürmer mit Karacho in mich rein gekracht", sagt er. "So etwas passiert im Training nicht. Aber für meinen Kopf war das ganz wichtig. Wir sind zusammengeprallt, und mir ist nichts passiert, ich bin gesund und glücklich."

Der Platz zwischen den Pfosten ist für ihn aber nicht reserviert, den muss er sich erkämpfen. Und es ist ein hartes Duell, das er sich mit dem zehn Jahre jüngeren Mathias Niederberger liefert. "Wir brauchen zwei gute Torhüter", heizt Trainer Christof Kreutzer den Zweikampf an, nachdem Beskorowany in die NHL gegangen ist.

Bobby Goepfert will natürlich spielen, hat sich aber kein persönliches Ziel gesteckt. "Wir wollen auf der vergangenen Saison aufbauen, müssen aber realistisch bleiben", sagt er und dämpft die hohen Erwartungen, nachdem im Frühjahr das Halbfinale erreicht wurde. "Mich interessieren keine persönlichen Statistiken. Ich will einfach nur Teil einer Erfolgsgeschichte sein."

Quelle: RP
 
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