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Düsseldorfer EG
Auf der Suche nach Beständigkeit

Die Düsseldorfer EG ist auf der Suche nach Beständigkeit
DEG-Trainer Mike Pellegrims hat einige Baustellen zu bearbeiten. FOTO: B. Häfner
Düsseldorf. Eishockey-Erstligist DEG präsentiert oftmals zwei Gesichter: Gegen Gegner aus der Tabellenspitze fährt das Team oft überraschende Siege ein, gegen direkte Konkurrenten um die Play-offs, verliert die DEG. Heute kommt ein Titelaspirant. Von Sebastian Esch

Daniel Weiß wollte nach der 1:2-Niederlage in Straubing einfach nur in die Kabine. Nach einem erneut schwachen Auftritt seiner Mannschaft musste er sich aber noch dem obligatorischen Telekom-Interview auf dem Eis stellen. Die Düsseldorfer EG steht in der Tabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nur auf Rang zehn. Fünf der vergangenen sechs Spiele verlor das Team. Der Frust darüber war Weiß deutlich anzusehen.

"Das Problem liegt bei den Stürmern. Wir sind alle da, um Tore zu schießen", sagte Weiß, der selber Angreifer ist: "Und wenn man keine Tore schießt, dann ist es die Schuld von den Stürmern." Die Düsseldorfer schossen in den vergangenen sieben Spielen nur sechs Tore. Für ein Team, das ernsthaft mit um Platz zehn und die Play-offs spielen möchte, viel zu wenig. "Ich weiß auch nicht, was da los ist", gab er mit ratlosem Gesicht zu. Heute (19.30 Uhr, ISS Dome) gegen Nürnberg soll es besser werden.

Dass die DEG keine Tore schießt, ist glücklicherweise erst seit Dezember ein wirkliches Problem. Die Schwäche im Torabschluss war auch am Mittwoch in Straubing nicht zu übersehen. Die eigentlich starke Reihe um Alexander Barta vergab gleich mehrere Hochkaräter.

Die fehlenden Treffer sind aber nur ein neuer Teil, das wahre Problem liegt an anderer Stelle: Es ist die fehlende Konstanz, die schon über die gesamte Saison bei den Rot-Gelben zu beobachten ist. Kommen etwa die starken Gegner von den oberen Tabellenplätzen, dann gewinnen die Rot-Gelben zumeist. Sie schlugen die Eisbären Berlin, den EHC München und die Ice Tigers aus Nürnberg. Die Adler Mannheim verloren gar beide Spiele in Düsseldorf. Wären diese Teams die direkten Konkurrenten um die Play-offs, die das von Trainer Mike Pellegrims ausgegebene Ziel sind, hätte keiner etwas zu meckern. Bei diesen Mannschaften handelt es sich allerdings um klarer Titelaspiranten. Dazu gehören die Düsseldorfer - nach diesem Dezember sowieso - nicht.

Das Ziel vor der Spielzeit lautete Play-offs. Die Namen der direkten Konkurrenten um den wichtigen zehnten Platz lauten nicht Mannheim oder München, sondern aktuell Straubing Tigers, Krefeld Pinguine, Augsburger Panther oder ERC Ingolstadt. Die Fans sind sich dessen bewusst, Trainer Pellegrims sicherlich auch. Bei seiner Mannschaft kann man sich da manchmal nicht so sicher sein, denn sie verliert regelmäßig gegen die direkten Konkurrenten. Wie am Mittwoch gegen den Tabellenletzten Straubing. Die Augsburger Panther gewannen sogar alle drei bisherigen Spiele gegen Düsseldorf. Allgemein gelangen den Rot-Gelben in den bislang zehn Aufeinandertreffen mit den genannten direkten Konkurrenten nur drei Siege.

Gegen die vermeintlich ebenbürtigen oder gar schwächeren Gegner scheinen sich die Rot-Gelben nicht sonderlich gut motivieren zu können. Es entsteht der Eindruck, als wäre es unter ihrer Würde, gegen sie zu spielen, als wäre der Sieg nur etwas Wert, wenn er gegen vermeintlich große Namen eingefahren wird. Dort sieht die Statistik auch deutlich besser aus. In den bisherigen neun Spielen gegen die genannten großen Teams siegte die DEG fünfmal.

So gleichen die Leistungen der Düsseldorfer EG für die Fans in dieser Saison einer Achterbahnfahrt. Das macht sich auch an den Zuschauerzahlen bemerkbar: Nur selten sind mehr als 7000 Zuschauer zu Gast. Die wissen ja inzwischen auch, dass es sich nicht nur wegen der Attraktivität, sondern auch der offensichtlich besseren Chance auf Erfolg, eher lohnt gegen starke Teams in den ISS Dome zu kommen. Gut, dass der heutige Gegner Nürnberg heißt.

Quelle: RP
 
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