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Düsseldorfer EG
Barta kehrt zum Lieblingsklub DEG zurück

Düsseldorfer EG: Alexander Barta kehrt zum Lieblingsklub DEG zurück
Alexander Barta hat bislang 621 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolviert FOTO: dpa, am ss
Düsseldorf. Der gebürtige Berliner liebt die Metropolen: die Hauptstadt, Hamburg, München, jetzt Düsseldorf - für die nächsten drei Jahre. Von Thomas Schulze

Eigentlich müsste Alexander Barta im nächsten Monat zum Trainingsauftakt in Ingolstadt antreten. Doch er hat bei den Niederbayern um Vertragsauflösung gebeten, und sie kamen seinem Wunsch nach. "Ich habe ein tolles Angebot erhalten, das sich für meine persönliche Zukunft sehr anbietet." So hatte der Eishockey-Stürmer sein Anliegen in Ingolstadt vorgetragen.

Christof Kreutzer ist bemüht, das doch recht ambitioniert klingende Angebot richtig einzuordnen. Es sei finanziell vertretbar gewesen, und einen Anschlussvertrag gebe es auch nicht. So dürfte Bartas große Zufriedenheit vor allem die Laufzeit hervorgerufen haben, denn der Drei-Jahres-Vertrag dürfte der letzte, große Kontrakt für den 33 Jahre alten Angreifer sein.

Eigentlich hätte Barta schon in der Vorsaison in Düsseldorf auflaufen sollen. "Ich wollte ihn schon vor einem Jahr haben, aber da hat er das Angebot aus Ingolstadt angenommen", berichtet Kreutzer. Das Angebot des Vizemeisters schien Barta sportlich und finanziell sicherer. Doch nachdem die DEG den sportlichen Erfolg mit dem zweiten fünften Platz in Folge untermauert und die wirtschaftliche Zukunft der nächsten drei Jahre gesichert ist, wechselt er an den Rhein.

Alexander Barta hat 621 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolviert und dabei 360 Punkte (145 Tore, 215 Vorlagen) gesammelt. Bei der DEG wird er nach Kapitän Daniel Kreutzer (1049 Spiele) der erfahrenste DEL-Spieler sein. Zwei Jahre hat er zudem in Schweden gespielt, 153 Mal in der Nationalmannschaft (61 Punkte), aus der er 2015 seinen Rücktritt erklärte.

Dass Barta sich in Düsseldorf wohl fühlen wird, ist wahrscheinlich. Berliner Schnauze und rheinische Lockerheit harmonieren, wenngleich sich der Großstadtmensch Barta auch in Hamburg und München wohl gefühlt hat. "Aber auch Schweden war eine grandiose Erfahrung für mich, sportlich und menschlich", sagt er. Alexander Barta, der Mann für Zuckerpässe, lebt und liebt Eishockey. Die Philosophie von Trainer Pierre Pagé hat ihn beeindruckt und geprägt: "Eishockey ist die Nummer eins im Leben. Immer und überall." Das hat natürlich Konsequenzen. So bringen Barta Unehrlichkeit und mangelnde Einsatzbereitschaft auf die Palme; Ehrlichkeit, Zielstrebigkeit und harte Arbeit hingegen stehen bei ihm ganz hoch im Kurs.

Das gilt aber nicht nur auf dem Eis, sondern auch abseits davon. So hat ihn der Ehrgeiz von Oliver Kahn ebenso beeindruckt wie die offene Art von Mario Basler. "Das war immer ein Typ, der sagt, was er denkt. Diese Typen gibt es immer seltener. Ich bin ja auch einer, der manchmal mehr sagt, als für ihn eigentlich gut ist." Zum Beispiel auch beim Thema Geld. Barta macht keinen Hehl daraus, dass er gerne gut verdient. "Man wird oft schief angeguckt, wenn man das sagt. Aber jeder, der ehrlich ist, wird zugeben, dass das Geld bei der Wahl des Arbeitgebers auch wichtig ist." Er war schon als Kind nicht fies davor. So hat er sein erstes Taschengeld als Balljunge bei den Internationalen Tennis-Meisterschaften der Damen in Berlin verdient.

In der Hauptstadt hat er 2005 mit den Eisbären auch seinen bislang einzigen Titel gewonnen, gegen einen zweiten im Spätherbst seiner Karriere hätte er natürlich nichts einzuwenden. In gewisser Weise würde sich sogar der Kreis für ihn schließen, denn neben Berlin hat er zu Düsseldorf eine besondere Beziehung. Die einen Großeltern des Tote-Hosen-Fans wohnten nämlich in Garath, die anderen leben noch heute in Solingen. Und wenn Barta sie in den 90ern besuchte, war er oft an der Brehmstraße und jubelte der DEG zu. "Da stand Helmut de Raaf im Tor mit weiß-schwarzer Maske und im türkisen Trikot", erinnert er sich. "Die DEG war schon früher mein Lieblingsverein." Und jetzt ist sie es wieder.

Quelle: RP
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