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Düsseldorfer EG
Applaus nach der Niederlage gegen Berlin

Düsseldorfer EG: Applaus nach der Niederlage gegen Berlin
Ken Andre Olimb erzielte das zwischenzeitliche 1:1. FOTO: american-sports.info
Düsseldorf. Nach dem 7:2-Sieg in Berlin verlieren die Düsseldorfer das Rückspiel mit 3:4 nach Verlängerung. Während die Spieler unzufrieden sind, verabschieden 10.412 Zuschauer das Team mit viel Beifall. Daschner soll heute operiert werden. Von Thomas Schulze

Mathias Niederberger steht im grauen Anzug vor der Kabine. Er spricht mit seinem Vater Andreas. Der 23 Jahre alte Torhüter der Düsseldorfer EG, der eine so bravouröse Saison spielt, ist zornig. Er ist mit sich und seiner Leistung überhaupt nicht zufrieden. Erst 14 Sekunden sind in der Verlängerung gespielt, als er einen durchaus haltbaren Schuss des Berliners Barry Tallackson passieren lässt - 3:4, das Spiel ist vorbei. Das nagt an dem Schlussmann. Trainer Christof Kreutzer kommt vorbei, tätschelt ihm die Wange.

Verteidiger Bernhard Ebner fasst die Gefühlswelt seiner Mitspieler zusammen: "Vor dem Wochenende wäre ich mit vier Punkten aus den beiden Spielen zufrieden gewesen. Nach dem Spiel heute kann ich es nicht sein, denn wir haben 3:1 geführt."

Doch in der letzten Viertelstunde kam einiges zusammen. Zunächst nutzten die Gastgeber ein 63 Sekunden langes 5:3-Überzahlspiel nicht, sondern kassierten stattdessen zwei Minuten später den Anschlusstreffer. Als der beste DEG-Verteidiger Tim Conboy in der 50. Minute eine Zehn-Minuten-Strafe erhielt, wackelte die Abwehr, in der jetzt nur noch vier Verteidiger standen, weil die verletzten Tim Schüle und Stephan Daschner ohnehin fehlten. Als vier Minuten vor dem Ende Drayson Bowman vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde, nutzten die Berliner die Überzahl erst zum Ausgleich und in der Verlängerung zum Sieg.

Fotos: DEG - Eisbären Berlin FOTO: dpa

Berlins Trainer Uwe Krupp erlebte die packende Schlussphase nicht mehr hinter der Bande, weil er nach 55 Minuten auf die Tribüne geschickt wurde. Doch all das war ihm so sehr an die Nerven gegangen, dass er mit einem selbst auferlegten Schweigegelübde brach. "Zunächst einmal muss ich beiden Teams ein Kompliment machen", sagte er. "Das war in beiden Spielen Play-off-Eishockey vom Feinsten. Deshalb kommen die Zuschauer und sind begeistert. Aber mir wird angst und bange, wenn ich an die nächsten Wochen denke. Ich hatte mir immer vorgenommen, nie etwas über Schiedsrichter zu sagen, aber wir brauchen in den Play-offs gute Schiedsrichterleistungen. Es geht nicht, dass sie immer zur Bank kommen und sagen, das habe ich nicht gesehen. Die Art und Weise wie das Spiel heute geleitet worden ist, das ist schwer zu schlucken und die Nerven zu behalten."

Sein Kollege Christof Kreutzer konzentrierte sich ganz auf die sportlichen Leistungen. "Das waren zwei tolle Spiele", schloss er sich Krupp an. "Wir hatten in beiden Begegnungen nur fünf Verteidiger zur Verfügung, heute am Ende nur noch vier. Die Eisbären waren da einen kleinen Tick besser."

Die personelle Abwehrmisere ist nicht schnell zu beheben. Tim Schüle laboriert an einem Muskelbündelriss und steht frühestens in drei Wochen wieder zur Verfügung. Stephan Daschner erlitt in Wolfsburg einen Sehnenanriss in der linken Hand und soll heute operiert werden. Er dürfte damit rund vier Wochen ausfallen. So dürfte Nachwuchsspieler Hagen Kaisler vom Kooperationspartner Bad Nauheim zurück beordert werden.

Quelle: RP
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