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Düsseldorfer EG
Goepfert will bei der DEG bleiben

Düsseldorfer EG: Bobby Goepfert will bleiben
So feierten die DEG-Fans ihren Schlussmann Bobby Goepfert. FOTO: Häfner/Janning
Düsseldorf. Seine Karriere gleicht einer Achterbahnfahrt. DEG-Torhüter Bobby Goepfert war ganz oben und ganz unten – meist auch noch konträr zur Mannschaft. Er lässt seine Glücksmomente und Leidensgeschichten Revue passieren. Von Thomas Schulze

Es war einer jener Momente, in denen Gänsehaut-Atmosphäre im ISS-Dome herrschte. Die Fans der Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft demonstrierten eindrucksvoll, dass die gerne beschriebene DEG-Familie tatsächlich zusammenhält - auch, vielleicht sogar ganz besonders, in schweren Zeiten. Bobby Goepfert, dem das Transparent gewidmet war, verstand es im ersten Moment nicht: "In unserer dunkelsten Zeit warst du für uns da - jetzt stehen wir zu Dir, Nummer 41". Daher fragte Goepfert, der stets das Trikot mit der Nummer 41 trägt und mit einem Mittelfußbruch auf der Tribüne saß, seinen Nachbarn Tim Schüle. Der ebenfalls verletzte Verteidiger erklärte es ihm. "Es war einer der emotionalsten Momente in den fünf Jahren", sagt Bobby Goepfert im Gespräch mit unserer Redaktion. "Es war in einer völlig frustrierenden Situation einfach wunderschön."

Bobby Goepfert, Kapitän Daniel Kreutzer und Daniel Fischbuch sind die drei Spieler, die seit fünf Jahren zum Düsseldorfer Team gehören. Doch die schlimmste Achterbahnfahrt hat der 32 Jahre alte Amerikaner erlebt. Der Torhüter stellte einen Rekord in der Deutschen Eishockey Liga auf, doch gemeinsam mit der Mannschaft war er selten erfolgreich. Das schmerzt ihn. Seine fünf fürchterlichen, schönen Jahre in Düsseldorf.

2011/12 Bobby Goepfert wird als Nummer zwei nach Düsseldorf geholt. Es ist die letzte Saison, in der der Klub als DEG Metro Stars in der DEL spielt. Als Goepfert beim Spiel in Hamburg am 30. September 2011 den Vorzug gegenüber der damaligen Nummer eins, Jean-Sebastien Aubin, erhält, wird er nach 25 Minuten beim Stand von 1:4 ausgewechselt. Weinend steht Goepfert damals hinter der Bande. "Ja, aber es wurde noch eine tolle Saison", sagt er. "Sie hat mir in den fünf Jahren den größten Spaß gemacht. Wir hatten ein tolles Team." Tatsächlich gelingt es ihm, den Zweikampf zwischen den Pfosten zu gewinnen und Garant einer grandiosen Serie mit 13 Siegen in Folge zu werden. Im Viertelfinale ist jedoch gegen Ingolstadt Endstation.

2012/13 Es ist die erste Saison nach dem Ausstieg des Namenssponsors Metro. Die DEG tritt mit einer kaum wettbewerbsfähigen Mannschaft an, die folglich auf dem letzten Platz landet. "Für mich ist die Saison gut gelaufen, denn ich war die Nummer eins. Und dennoch war es total frustrierend, denn wir haben sehr viel investiert und hatten keinen Erfolg. Was hilft es, wenn ich gut halte, wir aber verlieren. Das ist kein gutes Gefühl für einen Sportler."

2013/14 Die zweite Saison als abgeschlagener Tabellenletzter. "Es gab noch mehr Tiefpunkte", erinnert sich Goepfert. "Aber auch drei unvergessene Momente." Am 1. Dezember 2013 stellt der Torhüter einen Rekord in der DEL auf, als er beim 2:1-Sieg 77 von 78 Schüssen pariert. "Davon werde ich natürlich meinen Kindern erzählen", sagt er stolz. Eine Woche später erleidet er eine für wenige Minuten lebensgefährliche Verletzung, als er vom Schuss des Kölners Nathan Robinson am Kehlkopf getroffen wird. Weil er sofort von Mannschaftsarzt Ulf Blecker versorgt wird, kann er noch abends die Klinik wieder verlassen. Nur zwei Tage später steht er gegen München wieder im Tor und wird von den Fans frenetisch gefeiert. "Das war ein ganz besonderer Moment", sagt Goepfert.

2014/15 Zwei Jahre Tabellenletzter liegen hinter der DEG, ab jetzt geht es aufwärts. "In der vergangenen Saison hatten wir eine Mannschaft wie in meinem ersten Jahr", sagt der Keeper. "Sie war viel besser zusammengestellt." Goepfert erleidet jedoch bereits am dritten Spieltag in Augsburg eine derart schwere Hüftverletzung, dass die Saison für ihn beendet ist. Trainer Christof Kreutzer holt Tyler Beskorowany, der alles andere als nur Ersatz ist. Er wird die Nummer eins, sogar von der DEL als "Torhüter des Jahres" ausgezeichnet. "Ich wäre gerne Teil dieses Aufschwungs gewesen und hätte gerne mehr dazu beigetragen", sagt Goepfert. "Aber ich war verletzt, gehörte eben nicht ganz dazu."

2015/16 In dieser Saison will er seinen Platz zwischen den Pfosten zurück erobern, zumindest eine echte Alternative zu Mathias Niederberger sein, sofern der Rücken die Belastung aushält. Der Versuch schlägt fehl. Erst hindern ihn ein Blutgerguss im Knie, eine Erkältung und eine Leistenentzündung, jetzt ein im Haushalt erlittener Mittelfußbruch. "Es ist der erste Bruch meines Lebens", sagt Goepfert.

Seine Zukunft "Ich hoffe, dass ich in drei Wochen wieder trainieren kann", sagt Goepfert. "Ich danke den Fans für das Transparent, dass sie mich nicht vergessen haben und mir Mut machen. Und ich verspreche ihnen: Das war noch nicht das Ende, ich komme zurück!" Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Wo sieht er seine Zukunft? "Ich will so lange wie möglich Eishockey spielen. Mit den Jungs in der Kabine und auf dem Eis - das ist mein Leben. Am liebsten würde ich in Düsseldorf bleiben."

Quelle: RP
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