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Düsseldorfer EG
Kreutzer geht seinen Weg – und ist der strahlende Sieger

Bilder: Christof Kreutzer: Trainer und Urgestein
Bilder: Christof Kreutzer: Trainer und Urgestein FOTO: Laci Perenyi
Düsseldorf. Der Trainer der DEG bleibt sich treu. Er kritisiert seine Spieler und die Fans. Außerdem stellt er die Reihen um. All das geschieht nicht ohne Risiko, aber maßvoll und durchaus begründet - das ist sein Erfolgsgeheimnis. Von Thomas Schulze

Christof Kreutzer geht konsequent seinen Weg. Er verblüfft mit seinen Analysen und Maßnahmen, sorgt für Erschrecken, manchmal gar für Entsetzen, aber er hat Erfolg. Das wurde am Wochenende so deutlich wie selten zuvor.

Nach der Heimniederlage vor einer Woche gegen Wolfsburg (0:3) kritisierte der Trainer das Düsseldorfer Publikum, das die Mannschaft mit Pfiffen bedacht, ja sogar verhöhnt hatte. "Das bin ich in Düsseldorf nicht gewohnt", sagte er. "Wir hatten hier jahrzehntelang das beste Publikum der Welt." Manch einer deutete das als Ablenkungsmanöver, doch dem widersprach der Trainer energisch. "Ich sage doch nicht, dass die Mannschaft gut gespielt hat, aber sie hat eine solche Reaktion nicht verdient. Ich will nicht, dass hier was auseinander driftet. Mannschaft und Fans müssen eine Einheit bilden, wenn wir Erfolg haben wollen."

Dass er den Spielern den Kopf wäscht, daran ließ er keine Zweifel aufkommen: "Die jungen Burschen haben erneut sehr gut gespielt, und dafür werde ich sie auch belohnen." Das klang geradezu wie eine Kampfansage an die Routiniers und so genannten Leistungsträger.

Kreutzer beließ es nicht bei vollmundigen Ankündigungen, sondern griff konsequent durch. Er wirbelte die Angriffsreihen gehörig durcheinander - wohl durchdacht. Das Talente-Trio mit Manuel Strodel, Marcel Brandt und Alexander Preibisch riss er auseinander und wies jedem Sturm einen Youngster zu, so dass immer zwei ältere mit einem jüngeren Spieler aufs Eis gehen. "Wir brauchen diese Energie in allen Reihen", argumentierte der Coach.

Diese Maßnahme war nicht ohne Risiko, denn eigentlich wollten die erfahrenen Spieler gemeinsam ihre Stärken ausspielen, was jedoch nicht gelang. Ihre Aktionen wirkten oft zu verspielt und behäbig. Kreutzers Schachzug erwies sich als goldrichtig, denn die Jungspunde beleben jede Formation mit ihrer Lauffreude und Spritzigkeit. Vor allem aber gelang es dem Trainer, die Älteren mitzunehmen und sie zu überzeugen. Der Erfolg beseitigte eventuell noch vorhandene Zweifel.

Ähnlich war es bezüglich der Fan-Kritik. Kreutzer trug sie so vor, dass die Anhänger es nachvollziehen konnten und nicht sauer waren. Sie standen gegen Hamburg von der ersten Sekunde an wie eine Eins hinter ihrer Mannschaft, so dass die Stimmung im Dome eine ganz andere war als noch vor Wochenfrist.

Kreutzer hatte bereits vor der Saison mit personellen Entscheidungen verblüfft. Manch ein Experte sagte der Mannschaft große Probleme auf der Torhüterposition voraus, weil der Verlust von Tyler Beskorowany, der wieder nach Nordamerika ging, nicht aufgefangen werde. Dem talentierten Mathias Niederberger trauten sie keine konstant starken Leistungen auf höchstem Niveau zu, bei Bobby Goepfert herrschte große Ungewissheit wegen seiner Gesundheit. Kreutzer vertraute Niederberger und machte ihn zur Nummer eins. Der dankt es ihm nun Woche für Woche mit überragenden Leistungen.

Quelle: RP
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