| 12.19 Uhr

Düsseldorfer EG
1000 Mal gespielt, 1000 Mal ist viel passiert

Porträt: Daniel Kreutzer - der Düsseldorfer Jong
Porträt: Daniel Kreutzer - der Düsseldorfer Jong FOTO: www.american-sports.info
Düsseldorf. Daniel Kreutzer feiert am Sonntag sein Jubiläum in der Deutschen Eishockey Liga. Scorerkönig und deutscher Meister will er noch werden. Doch die Zeit rennt dem fast 37-Jährigen davon. Von Thomas Schulze

Das Tattoo auf seinem rechten inneren Oberarm zeigt, womit Daniel Kreutzer untrennbar verbunden ist. Darauf sind die Düsseldorfer Skyline mit Schlossturm und Fernsehturm zu sehen, aber auch das DEG-Logo und die Nummer 23. Eine andere Zahl sorgt dafür, dass die Begegnung zwischen der Düsseldorfer EG und Augsburg am Sonntag kein Spiel wie jedes andere ist. Daniel Kreutzer absolviert sein 1000. Spiel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Diese Marke haben vor ihm erst zwei Spieler geknackt: der Kölner Mirco Lüdemann (1139) und der Düsseldorfer Niki Mondt (1053). "Natürlich ist das eine Leistung, die mich auch stolz macht", sagt Daniel Kreutzer.

Zwei weitere Zahlen untermauern, dass es sich um einen außergewöhnlichen Eishockeyspieler handelt. Mit 257 Toren hat er so viele Treffer gelandet wie kein anderer, und den Rekord als Scorerkönig hat er fest im Blick. Da rangiert nur noch Robert Hock (785 Punkte/248 Tore, 537 Vorlagen), der seine Laufbahn allerdings schon beendet hat, vor Kreutzer (760).

Gerne erinnert er sich an sein DEL-Debüt und sein erstes Tor 1996. "Das habe ich in meinem zweiten Spiel zu Hause gegen Kaufbeuren geschossen. Wir haben damals 5:2 gewonnen. Die Vorlage gab übrigens Niki Mondt, und mein Bruder hat auch ein Tor erzielt." Bruder Christof ist inzwischen Cheftrainer der DEG, Daniel ihr Kapitän.

Die Kreutzers und die DEG - das ist eine Familiengeschichte. Vater Peter war 1989 Karnevalsprinz in der Landeshauptstadt und Gastronom des damals immer ausverkauften Eisstadions an der Brehmstraße, wo die Brüder Christof und Daniel quasi groß wurden. Der zwölf Jahre ältere Christof wurde fünf Mal mit der DEG Meister, die 1996 ihren achten und bislang letzten Titel gewann. Ein solcher fehlt dem jüngeren Bruder noch. "Eigentlich wollte ich nicht aufhören, ehe ich den Titel gewonnen habe", sagt Daniel, der in drei Wochen sein 37. Lebensjahr vollendet und mit seiner Frau Nadine sowie den Töchtern Fee und Liz natürlich in Düsseldorf lebt.

Mit dem Titelgewinn wird es zeitlich knapp, würde aber zu ihm passen. Denn Daniel Kreutzer wurde so manches nicht zugetraut. So sah es zunächst nicht danach aus, als könne er sich in der DEL durchsetzen. Nach seinem ersten Profijahr bei der DEG wurde er für zu leicht befunden, doch nach Stationen in Oberhausen und Kassel kehrte er 2002 zurück. Als Nationalspieler absolvierte er 201 Länderspiele und stand 2010 mit Deutschland bei der Weltmeisterschaft im Halbfinale gegen Russland.

Auch Verletzungen warfen ihn stets nur kurzzeitig aus der Bahn. Im Dezember 2013 erlitt er einen Bruch des ersten Halswirbel-Bogens, wobei er Glück im Unglück hatte. Manch einer dachte wieder einmal, es würde das Ende seiner Karriere bedeuten. Doch Kreutzer stand wieder auf. Dieser unbeugsame Wille, sein großes Kämpferherz und sein nimmermüder Ehrgeiz, mit denen er manch talentierteren Gegner niedergerungen hat, sind bis heute die Garanten seines Erfolgs.

Eineinhalb Jahre will Kreutzer noch spielen - mindestens. "Ich will gesund bleiben, Spaß und so viel Erfolg wie möglich haben", sagt er. Und für die Zeit nach seiner aktiven Laufbahn ist ihm klar: "Ich will dem Eishockey und der DEG erhalten bleiben." Alles andere würde auch nicht ins Bild passen.

Quelle: RP
 
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