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Düsseldorfer EG
"Für junge deutsche Spieler gibt es keine bessere Option"

Düsseldorfer EG: Manuel Strodel im Interview
Manuel Strodel fühlt sich in Düsseldorf heimisch. FOTO: Christian Roth / www.american-sports.info
Düsseldorf. Manuel Strodel hat seinen Vertrag bei der Düsseldorfer EG verlängert. Im Interview mit unserer Redaktion spricht er über seine Beweggründe und seine Trainingsausflüge nach Nordamerika. Von Roman Grombach

Herr Strodel, Sie haben Ihren Vertrag bei der Düsseldorfer EG bis 2019 verlängert. Warum?

Manuel Strodel Ich fühle mich nach acht Jahren absolut heimisch in Düsseldorf und bei der DEG. Der Verein hat mir damals die Chance bei den Profis gegeben und mich ins kalte Wasser geworfen. Seitdem habe ich viel gelernt. Zudem haben die Trainer Christof Kreutzer und Tobias Abstreiter ein gutes Konzept. Es wurde eine Truppe zusammengestellt, in der das Kollektiv im Vordergrund steht. Ich gehe jeden Tag mit Spaß zum Training. Für junge deutsche Spieler gibt es keine bessere Option.

Wie liefen die Gespräche mit dem Trainer und Manager Christof Kreutzer ab?

Strodel Um ehrlich zu sein, waren die Gespräche eher fachlich. Der Verein und mein Spielerberater haben aber offen miteinander gesprochen. Das zeigt schon, wie menschlich es bei der DEG ist.

Der frühe Zeitpunkt der Verlängerung überrascht etwas. Wie kam es dazu?

Strodel Es gab schon gegen Ende der vergangenen Saison Gespräche. Aber ich hatte keinen Druck und habe mir Zeit gelassen. Es war beiden Seiten klar, dass die andere Partei auch Interesse hat. Der Verein wollte verlängern, ich bleiben. Die DEG wusste also immer, dass sie die erste Wahl sein werden. Auch wenn andere Vereine angefragt haben, gab es keinen Grund für einen Wechsel. Ich will mich hier noch steigern.

In welchem Bereich besonders?

Strodel In meinem Defensivspiel ist noch Luft nach oben. Und der Torabschluss muss wieder besser werden. Ich muss mehr schießen. Aber da bin ich optimistisch, dass der bald wieder besser klappt und ich mehr Tore erziele.

Sie sprechen es schon an, ihre Saisonstatistik ist mit drei Vorlagen und noch keinem Tor bislang eher übersichtlich. Ihr Trainer betont gerne, wie sehr Sie dem Team mit Ihrem Einsatz helfen. Wie wichtig sind Ihnen die nackten Zahlen und wie sehr hilft die Rückendeckung?

Strodel Das Wichtigste ist immer, dass die Mannschaft Erfolg hat. Solange das klappt, ist alles gut, auch wenn ich mit meiner Leistung derzeit natürlich nicht zufrieden sein kann. Aber ich darf den aufkommenden Druck nicht zulassen, sondern muss befreit aufspielen. Das Lob der Trainer hilft, weil die Leistung der Spieler von den Zuschauern nicht immer gerecht eingeschätzt wird. Viele sehen die geleistete Arbeit abseits der Tore nicht.

Sie haben auch im vergangenen Sommer hart gearbeitet, waren für spezielle Trainingseinheiten mit Mathias Niederberger in Nordamerika. Was haben Sie dort genau gemacht?

Strodel In Toronto ging es hauptsächlich um die Grundlagenausdauer. Es wird am Körper gearbeitet und daran, durch gezieltes Training Verletzungen vorzubeugen. Das hat mir geholfen und eine Wiederholung ist bereits geplant.

Normalerweise nutzen Sie Ihre Freizeit gerne für Ausflüge nach Bayern, sie gelten als sehr heimatverbunden.

Strodel Ich fahre tatsächlich gerne nach Hause und besuche dann meine Familie. Aber Düsseldorf macht es mir leicht, dass das Heimweh nicht zu groß wird. Es gibt den Rhein und man ist schnell im Grünen – für mich als Jungen aus einem kleinen Ort ist das sehr wichtig. Man muss also nicht drum herumreden, dass Düsseldorf eine der schönsten Städte ist. Also bin ich auch gerne hier, zumal mein Bruder (Nicolas Strodel, Anm. d. Red.) ja mittlerweile auch hier bei mir ist. Das hilft.

Was trauen Sie Ihrem Bruder, der zugleich Ihr WG-Partner ist und im DNL-Team der DEG-Jugend eine tragende Rolle einnimmt, sportlich zu? Ist er der nächste Strodel bei den Profis?

Strodel Naja, er war jetzt in der Vorrunde der DNL unter den Top-Scorern dabei, trainiert hin und wieder bei uns Profis mit und macht insgesamt einen guten Job. Es gibt für uns kaum eine schönere Vorstellung, als irgendwann mal zusammen zu stürmen. Das ist derzeit auch ein Ziel für ihn, auch wenn die Chancen auf einen direkten Sprung bei der DEG natürlich anders als bei mir damals stehen. Der Weg für ihn ist noch sehr weit, aber wir arbeiten daran.

Sie schafften damals den Sprung, als es der DEG finanziell nicht gut ging. Sie waren einer der jungen Wilden. Seitdem haben Sie sich stetig entwickelt. Haben Sie aus Ihrer Sicht das alte Image bereits komplett abgelegt?

Strodel Für Preibo (Alexander Preibisch, Anm. d. Red.) und mich war die Chance damals ein Segen. Wie schon gesagt, wurden wir damals ins kalte Wasser geworfen. Es war sicher nicht leicht, denn wir wollten immer gewinnen und mussten dann einsehen, dass es zwei Jahre lang aussichtslos war. Aber das war ein Lernprozess und der ist noch nicht zu Ende. Ich bekomme mittlerweile mehr Verantwortung, soll eine neue Rolle im Team einnehmen. Das ist etwas ganz anderes und ich lerne immer weiter. Ich gehöre auch nicht mehr zu den jüngsten im Team. Von daher denke ich schon, dass ich anders gesehen werde.

Nach einer Woche mit dem Team auf Malta geht es am Freitag mit dem Heimspiel gegen Mannheim in der DEL weiter. Wie schätzen Sie den Saisonstart und den derzeitigen zwölften Platz der DEG ein?

Strodel Natürlich sind die Erwartungen nach den zwei fünften Plätzen der Vorjahre jetzt höher. Aber unser Ziel war und sind die Plätze sechs bis zehn. Das ist auch realistisch. Wir hatten jetzt genug Erholung und wollen ab Freitag wieder angreifen. Ganz klar: wir wollen punkten!

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