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Düsseldorfer EG
Niederberger: "Im Herzen bin ich immer Düsseldorfer"

Düsseldorfer EG: Mathias Niederberger im Interview
Mathias Niederberger wurde an der Brehmstraße ausgebildet. FOTO: american-sports.info
Düsseldorf. Der Torhüter der Düsseldorfer EG spricht über seine Familie, seinen Verein und seine Heimatstadt. Er erzählt, wie er in seine Weiterbildung investiert und warum die Nationalmannschaft kein Thema für ihn ist.

Mathias Niederberger – der 23 Jahre alte gebürtige Düsseldorfer, der an der Brehmstraße ausgebildet wurde und in Nordamerika sein Gesellenstück gemacht hat, ist in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Er wurde auf Anhieb die Nummer eins der DEG und hat maßgeblichen Anteil am sportlichen Erfolg.

2015 – war das nicht ein verrücktes Jahr?

Mathias Niederberger Es war ein tolles Jahr. Ich bin wieder in Deutschland und nach Düsseldorf zurückgekehrt, wo ich die Chance bekommen habe, sehr viel zu spielen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Als Tyler Beskorowany die DEG im Sommer in Richtung NHL verlassen hat, dachten viele, jetzt geht es bergab. Und dann hat Christof Kreutzer quasi aus dem Hut gezaubert und aus Berlin los geeist.

Niederberger Ja, ich bin froh, dass er sich mit Berlins Manager Peter Lee geeinigt hat.

Hatten Sie da nichts zu sagen?

Niederberger Nein, das mussten die beiden unter sich regeln. Als sich die Chance ergab, war das für mich keine Frage. Im Herzen bin ich immer Düsseldorfer.

Als Sie in Nordamerika waren, stand die DEG vor dem Aus. Haben Sie das verfolgt? Waren Sie besorgt?

Niederberger Natürlich macht man sich da Sorgen, aber ich war auch immer zuversichtlich. Ich habe immer darauf vertraut, dass Düsseldorf ohne Eishockey nicht kann. Umso mehr freut es mich, dass die Gesellschafter und Sponsoren mit ebenso viel Herzblut dabei sind wie die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle und die Spieler. Christof Kreutzer und Tobias Abstreiter haben den Wechsel eingeleitet. Die Mentalität ist wichtig.

Sie sind hier geboren, dann vor vier Jahren nach Nordamerika gegangen und jetzt zurückgekehrt. Haben Sie alles richtig gemacht?

Niederberger Ich habe mich in Nordamerika sicherlich weiterentwickelt, und so eine Entwicklung darf nie aufhören, sie muss immer weitergehen.

Würden Sie noch einmal nach Nordamerika gehen?

Niederberger Ich gehe jedes Jahr dort hin, ich war auch im Sommer wieder in Toronto. Von Anfang Juni bis Mitte Juli arbeite ich dort mit einem eigenen Trainer, um mich optimal auf die Saison vorzubereiten.

Wer bezahlt das?

Niederberger Das zahle ich aus der eigenen Tasche, das ist eine Investition in mich, die sich auszahlt. Ich wohne dort bei den Eltern meiner Freundin Angela oder bei Freunden.

Wo sind die großen Unterschiede, wenn sie das Eishockey in Nordamerika und Europa vergleichen?

Niederberger Die Eisfläche hier ist größer, dadurch ist das Winkelspiel etwas anders. Ansonsten ist es aber ziemlich ähnlich, weil der nordamerikanische Einfluss sehr groß ist.

Düsseldorf ist Ihre Nummer eins?

Niederberger Ja natürlich. Düsseldorf ist meine Heimat. Hier lebt meine Familie, die mich unterstützt und mir Sicherheit gibt. Das hat mir in den letzten Jahren auch gefehlt. Deshalb bin ich froh, wieder hier zu sein. Ich habe einige Städte gesehen, aber Düsseldorf ist ein Traum. Die Stadt ist nicht zu groß und nicht zu klein, die Menschen hier sind super. Ich fühle mich pudelwohl.

Ihr Vater Andreas war Nationalverteidiger und fünf Mal mit der DEG Deutscher Meister. Wie ist das Verhältnis? Wie hat er Ihren Weg beeinflusst?

Niederberger Mein Vater ist immer für mich da gewesen, aber er hat mir immer Freiheiten gegeben, mich nie gedrängt, Eishockey zu spielen.

Hat er Sie denn beraten oder Tipps gegeben?

Niederberger Natürlich hat er mir Tipps gegeben, aber die betrafen eher den mentalen Bereich, zumal er Verteidiger war und ich Torhüter bin. Aber er hat mir gesagt, wie man sich optimal vorbereitet, ein weniger gutes Spiel wegsteckt oder damit umgeht, wenn man verletzt ist oder auf der Bank sitzt.

Sind Sie nicht froh, wenn Sie mal ein Spiel pausieren können?

Niederberger Nein, ich will immer spielen, das ist doch klar. Ich bin sehr ehrgeizig. Aber ich akzeptiere die Entscheidung des Trainers.

Ihr Vater war fünf Mal mit der DEG Meister. Wie lautet Ihr Ziel?

Niederberger Für mich ist es eine Ehre, für den Verein zu spielen, bei dem ich groß geworden bin. Das macht mich schon stolz, aber ich will auch meinen eigenen Weg gehen. Natürlich ist es mein Ziel, Meisterschaften zu holen, aber es ist zu früh, darüber zu sprechen, wann das geschieht und ob es schon in dieser Saison geschieht. Die Liga ist sehr eng, aber wir arbeiten hart. Allerdings gehört auch ein Tick Glück dazu.

Sie gehören dem Kader der Nationalmannschaft an. Wann steht das Debüt an? Bei der Weltmeisterschaft?

Niederberger Solch eine Berufung ist eine Riesenehre, weil es auch die Anerkennung vom Deutschen Eishockey Bund bedeutet. Für das Land spielen zu dürfen, ist für jeden ein Traum. Ich hoffe, dass ich das auch irgendwann darf. Aber die Weltmeisterschaft ist für mich kein Thema. Ich will alles für den Verein geben, das andere kommt dann automatisch.

THOMAS SCHULZE FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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