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Düsseldorfer EG
DEG rechtfertigt sich für Eis-Problem: "Uns trifft keine Schuld"

Eisschaden im Halbfinale zwischen DEG und Ingolstadt
Eisschaden im Halbfinale zwischen DEG und Ingolstadt FOTO: american-sports.info
Düsseldorf. Das Eis defekt und zwei Stunden lang nicht zu bespielen, keine Würstchen und Brezeln mehr für die Fans, keine Becher für Getränke und das Spiel gegen Ingolstadt verloren. Die Gründe für einen Tag voller Pleiten. Von Thomas Schulze

Thomas Neubiser ist sauer. Er war einer von 12.373 Zuschauer im ISS-Dome beim Halbfinalspiel zwischen der Düsseldorfer EG in Ingolstadt (2:5). Sein Zorn richtet sich gegen den Caterer Dussmann: weil es nach zwei Dritteln nichts mehr zu essen gab, weil es zwar noch Getränke, aber keine Becher mehr gab. Doch es gab an diesem Tag noch weitere organisatorische Schwachstellen: Das Eis war defekt, so dass es eine 87 Minuten lange Zwangspause nach dem zweiten Drittel gab, die Verkehrsführung nicht richtig abgestimmt, am Ende keine Shuttle-Busse mehr im Einsatz, weil die Veranstaltung länger gedauert hatte. Eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen. Alle sind zerknirscht: DEG-Geschäftsführer Jochen Rotthaus, Manfred Kirschenstein, der Chef des ISS-Dome, und auch Bernd Schulze, Catering-Objektleiter.

Was sagt die DEG? Geschäftsführer Jochen Rotthaus trieb es die Tränen gleich zweimal in die Augen. "Ich hatte mich über die mehr als 12.000 Zuschauer gefreut wie ein kleines Kind - und dann das", sagt er. "Ich bin auch verzweifelt. Es passt nicht in meine Vorstellung, wie ich 12.000 Gäste begrüße. Aber wir sind Mieter, uns sind auch die Hände gebunden. Aber wir werden zu einem Arbeitsfrühstück einladen und schauen, wo die Gründe liegen." Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat ein Ermittlungsverfahren gegen die DEG eingeleitet. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke sagt: "Wenn ein Verschulden der DEG vorliegt, kann es eine Geldstrafe geben." Das wiederum beunruhigt Rotthaus nicht: "Dass solch ein Verfahren eingeleitet wird, ist normal und entspricht den Regeln. Aber uns trifft keine Schuld, außerdem sind wir aufgrund der Vorkommnisse schon gestraft genug."

 

Was sagt der Chef des ISS-Dome? "Zunächst einmal bin ich froh, dass das Spiel ordnungsgemäß zu Ende gespielt werden konnte", sagt Manfred Kirschenstein. Dafür dass am Ende des zweiten Drittels die Folie der Werbung auf dem Bullypunkt durch das Eis kam, wird die Ursache noch gesucht. Bislang gibt es nur Vermutungen. "Die Folie ist Mitte Januar auf Wunsch der DEG verlegt worden, weil da der neue Sponsor hinzukam. Da wurde das Eis abgehobelt, die Werbung gelegt und das Eis wieder aufbereitet", berichtet er. "Vielleicht haben sie nicht exakt die Tiefe getroffen wie bei den anderen Bullypunkten. Aber es gab auch einen Zeitdruck, denn das nächste Heimspiel stand vor der Tür. Aber es haben seitdem viele Spiele stattgefunden. Außerdem wird die Dicke des Eises regelmäßig gemessen, auch vor dem Spiel gegen Ingolstadt." Kirschenstein tappt noch im Dunkeln, sucht nach weiteren möglichen Gründen: "Vielleicht hat sich auch ein Messer der Eismaschine zu tief gebohrt, vielleicht aber auch ein Spieler extrem abgebremst und dabei das Eis abgehobelt."

Was sagt der Caterer? "Wir waren auf 12.000 Zuschauer vorbereitet", sagt Bernd Schulze, der bei dem Caterer Dussmann als Objektleiter für den ISS-Dome verantwortlich ist. "Wir hatten 50 Prozent mehr Waren als am Sonntag beim Spiel gegen Hamburg, wo 10.000 kamen und wir sehr viel übrig hatten. Aber das ist nach hinten los gegangen." Getränke seien genügend vorrätig gewesen, nicht aber Becher. "Wir haben noch nie so viele Becher benötigt. Wir haben zwischenzeitlich umverteilt und gespült." Dass das Spiel durch die lange Pause länger dauerte, sei nicht das Problem gewesen. "Wenn Verlängerung ist, wird mehr verzehrt, aber wir können während des Spiels immer nachfüllen und umverteilen. Aber die Pause wollte nicht enden." Es sei der zweithöchste Verkaufsumsatz in der Geschichte des Domes gewesen – nach dem 15. April 2009, dem Finale zwischen der DEG und Berlin.

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