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Düsseldorfer EG
Daschner ist das Bollwerk für die Play-offs

Düsseldorfer EG: Stephan Daschner ist das Bollwerk für die Play-offs
Stephan Daschner ist zurück. FOTO: american-sports.info
Düsseldorf. Bernhard Ebner und Stephan Daschner sind das derzeit beste deutsche Verteidiger-Paar. Mit der DEG wollen sie heute in Hamburg das entscheidende Viertelfinalspiel gewinnen. Ebners Bart soll lang werden – wie die Bärte von "ZZ Top". Von Thomas Schulze

Als am Samstag um 23 Uhr das Telefon bei Stephan Daschner klingelte, war Christof Kreutzer am anderen Ende der Leitung. Der Trainer der Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft (DEG) wollte aber nicht etwa kontrollieren, ob sein Eishockeyprofi am Vorabend des Spiels noch unterwegs oder brav zu Hause war, sondern eine freudige Nachricht übermitteln: Das unabhängige Schiedsgericht der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hatte dem Einspruch der DEG gegen die Sperre von sechs Spielen insofern stattgegeben, dass es das Urteil modifiziert hatte. Die Sperre wurde von sechs auf zwei Spiele reduziert, die Geldstrafe jedoch verdoppelt. Damit wollte das Gericht zum Ausdruck bringen, dass es sich um ein persönliches Fehlverhalten gehandelt hat.

Reaktionen: "Jetzt stehen die Chancen bei 50:50"

Daschner hatte beim dritten Play-off-Spiel in Hamburg nach der Schlusssirene die Scheibe über das Fangnetz geschlenzt, die dann einem 15-jährigen Mädchen auf die Schulter gefallen war. "Ich war sehr überrascht, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass das Gericht noch vor dem Spiel am Sonntag entscheidet", sagte Daschner. "Ich habe dem Trainer dann gesagt, dass ich sofort ins Bett gehe."

So konnte Stephan Daschner am Sonntag beim 4:3 im sechsten Play-off-Spiel der Viertelfinalserie wieder mitspielen. "Ich musste mich fast ein wenig bremsen", erklärte der 26 Jahre alte Verteidiger. "Ich wollte die Jungs einfach mit anspornen und das Feuer weitergeben." Das war in einigen Aktionen zu sehen, in denen er nicht so ruhig und souverän agierte wie üblich.

Fotos: DEL-Viertelfinale 14/15: DEG - Hamburg, Spiel sechs FOTO: dpa, mjh kno

Dass Daschner, der im Sommer aus Landshut kam, in dieser Saison derart gut einschlagen würde, damit hatten nur wenige gerechnet. Inzwischen bildet er mit Bernhard Ebner ein deutsches Verteidiger-Duo, das seinesgleichen sucht. Inzwischen tragen sich die beiden auch in schöner Regelmäßigkeit in die Torschützenliste ein - am Sonntag war es Ebner, heute vielleicht wieder Daschner?

Kollege Bernhard Ebner war nach dem Sieg gegen die Hamburg Freezers auch nicht rundum zufrieden. "Ich bin natürlich erleichtert, dass wir gewonnen haben, aber gleichzeitig auch unzufrieden, weil wir es im letzten Drittel wieder nicht geschafft haben, die Führung über die Zeit zu bringen", sagte der Nationalspieler selbstkritisch. Da sieht er also vor dem siebten und entscheidenden Spiel der Viertelfinalserie (heute, 19.30 Uhr/Live-Ticker bei www.rp-online.de/deg ) durchaus noch Luft nach oben.

DEL-Viertelfinale 14/15: DEG - Hamburg, Spiel vier FOTO: american-sports.info

Trainer Christof Kreutzer interessiert indessen nicht, was gewesen ist, er blickt nur nach vorn. "Diese Serie zwischen dem Vierten und Fünften ist so eng und hat einfach ein siebtes Spiel verdient", sagt er. "Darauf bereiten wir uns nun alle vor, und der Bessere soll gewinnen." Natürlich lässt er keinen Zweifel daran, dass er alles tun wird, damit seine Mannschaft das Eis als Sieger verlässt. Die Düsseldorfer, die sich mit so viel Herzblut am vergangenen Sonntag das siebte Spiel der Serie erkämpft haben, wollen jetzt natürlich auch den Halbfinaleinzug klarmachen.

Bernhard Ebner macht dies deutlich, als er auf seinen Play-off-Bart angesprochen wird. Eishockeyspieler rasieren sich während dieser Saisonphase aus Aberglauben nicht. Wie lang soll der Bart denn noch werden? Seine Antwort: "Kennen Sie ZZ Top?" Das wiederum ist eine Musikband mit durchweg langen Rauschebärten. Ebner will mehr davon – und zumindest ins Halbfinale.

 
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