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Düsseldorfer EG
Düsseldorfs ehrgeizige Eis-Oldies verfolgen großes Ziel

Düsseldorfer EG verfolgt ehrgeizige Ziele
Daniel Kreutzer geht mit der DEG auf Titeljagd. FOTO: Horstmüller
Düsseldorf. Die Fans der DEG träumen vom ersten Meistertitel seit 1996. Aber auch die Routiniers wollen sich den Traum erfüllen. Gegner im Viertelfinale ist Wolfsburg. Von Thomas Schulze

Daniel Kreutzer leidet. Nicht an Erfolglosigkeit, denn er hat in den vergangenen Monaten gleich zwei sportliche Schallmauern durchbrochen. Als dritter Spieler der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolvierte er sein 1000. Spiel, was zuvor nur dem Kölner Mirko Lüdemann und seinem Düsseldorfer Mannschaftskameraden Niki Mondt gelungen ist. Vor allem aber setzte sich der DEG-Kapitän an die Spitze der ewigen Scorerliste. Doch diese Rekorde, so schön sie auch sind, befriedigen ihn nicht. "Mein sehnlichster Wunsch ist es, deutscher Meister zu werden", sagt Kreutzer. Allzu viel Zeit bleibt ihm nicht mehr, denn mit 36 Jahren steht er im Herbst seiner Karriere. Folglich nimmt er das große Ziel jetzt in Angriff. Im ersten Viertelfinalspiel der Serie Best-of-seven (vier Siege) tritt er heute mit der DEG in Wolfsburg an.

Daniel Kreutzer ist nur einer von zehn Spielern deutlich jenseits der 30 bei der DEG. Manch einer hat die Personalpolitik von Trainer Christof Kreutzer skeptisch beäugt, als er Spieler wie Rob Collins (37 Jahre), Norm Milley (36), Edi Lewandowski (35) oder Chris Minard (34) mit Zwei-Jahres-Verträgen ausstattete. Der Coach, der sich standhaft weigert, von älteren Spielern zu sprechen, und stattdessen ausschließlich von erfahrenen spricht, sieht sich bestätigt. Die Mischung aus jungen, talentierten Spielern wie Torhüter Mathias Niederberger, Verteidiger Marcel Brandt und Stürmer Max Kammerer sowie den Routiniers ist einer der Erfolgsgründe.

"Im vergangenen Jahr war die DEG die Überraschung, als sie Fünfter wurde. Dass sie diesen Tabellenplatz jetzt erneut belegt hat, spricht für Christof Kreutzer und sein Trainerteam", sagte der ehemalige Nationaltorhüter Helmut de Raaf anerkennend. "Denn solch eine Leistung zu bestätigen, ist viel schwieriger." Das ist jedoch nicht die Meinung eines Einzelnen, denn Kreutzer wurde nach Abschluss der Hauptrunde von der DEL zum "Trainer des Jahres" gewählt.

Bei den Wahlen schnitt die DEG überaus erfolgreich ab, denn zum zweiten Mal in Folge spielt der "Torhüter des Jahres" in Düsseldorf. Nachdem im Vorjahr Tyler Beskorowany geglänzt und dann in die NHL gewechselt hatte, setzte sich jetzt Niederberger durch. "Das wird für ihn Ansporn sein, und er wird es der Mannschaft, die ihm dabei geholfen hat, zurückzahlen wollen", sagt Kreutzer. Ihm kann es nur recht sein, denn im Eishockey kommt dem Torwart eine Schlüsselrolle zu.

Ein Favorit ist im Vergleich zwischen der DEG und Wolfsburg extrem schwer auszumachen. Die Niedersachsen waren zwar Vierter, doch nach 52 Spielen punktgleich mit der DEG, die ein Tor mehr geschossen, aber 14 mehr kassiert hatte. Beide Mannschaften haben bei ihren vier Treffen je zwei Mal gewonnen - einmal auswärts, einmal daheim. Und alles deutet darauf hin, dass wenige Tore entscheiden, wenn die beste Abwehr der Liga auf die drittbeste trifft.

Kreutzer ist zuversichtlich, dass die DEG wie in der vergangenen Saison das Halbfinale erreicht. Ein Trumpf sei die mannschaftliche Geschlossenheit. "Wenn wir bei jedem Wechsel einhundert Prozent abrufen, haben wir eine sehr gute Chance", sagt er. Und dann verrät er noch einen Aspekt seiner Personalpolitik. "Meine Mannschaft ist hungrig, auch die erfahreneren Spieler", sagt er. "Die haben noch nicht viele Titel gewonnen."

Von den zehn Cracks über 30 schafften dies nur Eddi Lewandowski (2007 mit Mannheim) und Tim Conboy (2014 mit Ingolstadt). Entsprechend groß sind Wunsch und Ehrgeiz der Spieler - und der DEG, deren letzter Titelgewinn exakt 20 Jahre zurückliegt. Christof Kreutzer war damals dabei - als Verteidiger.

Quelle: RP
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