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Düssedorfer EG
Eishockey-Fieber überträgt sich auf Kartenverkauf

Fotos: DEG schlägt die Haie im Derby 2:1
Fotos: DEG schlägt die Haie im Derby 2:1 FOTO: dpa, hka nic
Düsseldorf. Seit Bestehen des ISS-Domes hat es das noch nicht gegeben: Bereits zehn Tage vor dem 210. rheinischen Eishockey-Treffen ist das Spiel ausverkauft. Nur wenige Business Seats und Logen sind noch zu haben - doch das ist typisch. Von Thomas Schulze

In Düsseldorf herrscht Eishockey-Fieber. Das ist beim Blick auf die Tabelle keine allzu große Überraschung. Denn nach Jahren der sportlichen Talfahrt geht es bei der Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft seit eineinhalb Jahren wieder aufwärts. Der Aufwärtstrend gipfelte darin, dass der achtmalige Meister erstmals seit fünf Jahren pünktlich zum Jahreswechsel an der Spitze der Deutschen Eishockey Liga stand.

Der sportliche Erfolg hat sich natürlich auch auf die Zuschauerzahlen ausgewirkt. Kamen in den schlechten Zeiten manchmal nur noch 3000 Zuschauer, so beträgt der Schnitt aktuell 7484 - Tendenz steigend. Ein halbes Dutzend Mal war der ISS-Dome seit Öffnung der Tore im Jahr 2006 bei einem Eishockeyspiel ausverkauft, aber noch nie zehn Tage zuvor. Gestern aber vermeldete der Klub von der Brehmstraße, dass das Derby gegen die Kölner Haie ausverkauft ist. "Lediglich exklusive Business Seats und Logen sind noch verfügbar", heißt es.

Das wiederum ist keine Überraschung, denn selbst bei gut besuchten Begegnungen mit 8000 oder 10.000 Zuschauern bleibt das Licht in den Logen aus und die Business Seats leer. Das ist ein großes Ärgernis und zugleich ein Indiz dafür, dass es wirtschaftlich bei der DEG bei weitem nicht so rund läuft wie sportlich. In Sachen Marketing läuft die DEG weiterhin der Musik hinterher. Das lässt sich anhand einiger Beispiele aufzeigen.

Sieben Derbys, die Geschichte schrieben

Bereits im Sommer 2015 sagte Gesellschafter Mikhail Ponomarev optimistisch, die DEG werde zum Saisonstart nicht ohne Trikotsponsor auflaufen. Doch die Brust blieb blank. Das hat sich quasi nicht geändert. Im Sommer rang sich Ponomarev angesichts fehlender Bewerber dazu durch, mit seinem Unternehmen Energy Consulting die Fläche zu füllen.

Hingegen behauptet Geschäftsführer Paul Specht: "Die Entwicklung in dem Bereich ist sehr erfreulich." Der Einstieg von Energy Consulting und Völkel seien Meilensteine gewesen. Richtig ist jedoch, dass Ponomarev den Gewindespezialisten Völkel als Sponsor gewinnen konnte. "Dazu konnten wir Unternehmen wie Effecten Spiegel, PSD Bank, Stadtwerke oder Parkvogel für Helm und Trikot gewinnen", sagt Specht weiter. Richtig ist, dass es sich dabei um Sponsoren handelt, die nicht neu sind und dem Klub teils seit Jahren die Treue halten. Immerhin räumt Specht ein: "Wir müssen und werden noch drauf legen."

Die sportliche Abteilung unter der Führung des Trainer-Duos Christof Kreutzer und Tobias Abstreiter hat ideale Voraussetzungen geschaffen, jetzt liegt es an der Geschäftsführung, diese Erfolge auch wirtschaftlich zu unterfüttern. Es wäre doch unverständlich, wenn bei gut gefüllten Zuschauerrängen ausgerechnet die Logen im ISS-Dome weiter dunkel und die Business Seats leer blieben.

Quelle: RP
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