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Düsseldorfer EG
Große Sorgen um Bad Boy der DEG

Düsseldorfer EG: Große Sorgen um Bad Boy der DEG
Tim Conboy scheut weder die Auseinandersetzung mit dem Gegner noch die mit dem Publikum wie hier in Köln. FOTO: imago
Düsseldorf. Tim Conboy geht im Kampf gegen den Berliner Spencer Machacek k.o. und kassiert nicht nur ein blaues Auge, sondern zieht sich eine schwere Knieverletzung zu. Der Verteidiger fällt mindestens acht Wochen aus, vielleicht die ganze Saison. Von Thomas Schulze

Die Gegner können ihn nicht leiden, für sie ist Tim Conboy ein ideales Feindbild. Seine Mitspieler bei der Düsseldorfer EG schätzen ihn als einen Kameraden, der vorangeht und für sie, wenn notwendig, in die Bresche springt. Die Trainer Christof Kreutzer und Tobias Abstreiter sehen ihn als Führungsspieler, der auf dem Eis durch seine Präsenz enorm wertvoll für die Mannschaft ist. Er hat die meisten Tattoos und die meisten weiblichen Fans im ISS-Dome. An dem Strafbankkönig, der in der vergangenen Saison 138 Minuten in der Kühlbox saß, scheiden sich die Geister. Doch kaum hat der Toughguy, wie die harten Kerle im Eishockey genannt werden, das Trikot ausgezogen, verwandelt er sich in einen respektvollen und entspannten Familienmenschen, der gern mit seinen Söhnen spielt.

Am Sonntag hat der 1,88 Meter große und 100 Kilo schwere Verteidiger erstmals bei einer handfesten Auseinandersetzung den Kürzeren gezogen. Nach einer krachenden Linken des Kanadiers Spencer Machacek von den Eisbären Berlin ging der Düsseldorfer k.o. und schleppte sich mit einem blauen Auge auf die Strafbank.

Weitaus schlimmer ist jedoch, dass er bei der Boxeinlage eine schwere Knieverletzung erlitt. Fest steht: Conboy fällt mindestens acht Wochen lang aus. Schlimmstenfalls ist für ihn die Saison beendet. Erst wenn der Bluterguss im Knie abgeklungen ist, können weitere Untersuchungen darüber Aufschluss geben, ob neben dem Innenband auch das Kreuzband gerissen ist.

Das wäre mehr als bitter, denn bereits im November 2014 hatte der Abwehrrecke einen Kreuzbandriss erlitten und war erst im August 2015 aufs Eis zurückgekehrt. "Wenn es wirklich das Kreuzband wäre, wäre das niederschmetternd - für den Spieler, aber auch für uns, denn wir würden einen ganz wichtigen Spieler verlieren", sagt Trainer Christof Kreutzer, der natürlich die Daumen drückt, dass das nicht der Fall ist.

Der Coach schätzt Conboy, dessen Image als Raufbold er zurecht rückt: "Tim steht auf dem Eis seinen Mann, er spielt hart, so lieben wir ihn." Seine Bilanz der Strafminuten habe Conboy erheblich verbessert. "Wir haben mit ihm daran gearbeitet." Und gegen eine handfeste Auseinadersetzung hat Kreutzer nichts: "Wenn das ab und zu vorkommt, ist das kein Problem, nur darf es nicht die Regel sein. Dass Tim sich nun dabei am Knie verletzt hat, ist Pech. Hätte er nur drei Zähne verloren, hätte er weitergespielt."

Am Freitag tritt die DEG in Mannheim ohne Conboy an. Für ihn spielt Tim Schüle, der zuletzt zuschauen musste. Der 26 Jahre alte Verteidiger wird die kämpferisch fehlenden Qualitäten spielerisch wettzumachen versuchen. Eine echte Alternative.

Quelle: RP
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