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DEG
Löbbert – der Neurologe der Profisportler

Das ist der Kader der DEG Metro Stars 2009/2010
Das ist der Kader der DEG Metro Stars 2009/2010 FOTO: rpo, Julian Omonsky
(RP). Spätestens seit dem Freitod Robert Enkes im vergangenen Jahr ist die psychologische Betreuung von Profisportlern in der breiten Öffentlichkeit ein Thema. Dr. Rafael-Michael Löbbert ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Düsseldorf. Seine Schwerpunkte sind Verkehrs- und Sportmedizin. "Es gibt wenige Neurologen mit Sportausrichtung", sagt Löbbert. Von Patrick Scherer

Das ist ein Grund, aus dem der Eishockeyklub DEG Metro Stars seine Dienste gern in Anspruch nimmt. "Wenn die Orthopäden Dr. Ulf Blecker und Dr. Alois Teuber einen speziellen Fall haben, leiten sie ihn an mich weiter", erklärt der 49-Jährige, der seit den späten sechziger Jahren als Fan zur DEG geht und dort bereits Anfang der neunziger ein ärztliches Praktikum absolvierte.

Neben Nervenverletzungen an Armen, Beinen oder bei einem Bandscheibenvorfall, wird Löbbert auch bei Schädelverletzungen oder Gehirnerschütterungen eingeschaltet. Zu DEG-Trainer Harold Kreis pflegt der gebürtige Düsseldorfer ein gutes Verhältnis: "Wir haben persönlichen Kontakt. Er ist sehr interessiert. Generell hat das Interesse an meiner Tätigkeit in den vergangenen beiden Jahren zugenommen", sagt Löbbert.

Noch nicht weit verbreitet

In Amerika ist es bei Profivereinen bereits Standard, dass Neurologen und Psychologen die Teams dauerhaft betreuen. In Deutschland hingegen ist dieser Tätigkeitsbereich im Sportlerumfeld noch nicht sehr weit verbreitet. "Ich hoffe, dass sich das bald ändert", erklärt Löbbert, der an eine Etablierung seines Berufs in den kommenden Jahren glaubt.

Zu mehreren DEG-Akteuren, die nicht mehr aktiv sind, hält der Doktor weiter Kontakt. "Da haben sich Freundschaften entwickelt. Ich betreue ein paar Spieler auch nach ihrer Karriere weiter", verrät Löbbert. Neben Eishockey- behandelt der 49-Jährige auch Fußball-Profis. Beim Vergleich beider Patienten-Typen hat Löbbert eine klare Meinung: "Sportler sind hart, gehen generell nicht gerne zum Arzt. Eishockey-Spieler sind aber noch tougher, die stecken mehr weg als Fußballer."

Was die Zukunft anbelangt wünscht sich der Hobbyfotograf mehr Gesprächsbereitschaft seitens der Sportklubs. "Die Vereine sollten mehr Offenheit für neurologische oder psychiatrische Behandlungsmethoden zeigen", sagt Löbbert, der schon einen speziellen Vorschlag hat: "Die obligatorischen Medizinchecks vor der Verpflichtung eines Spielers sollten bei Bedarf auch von Neurologen und Psychologen abgedeckt werden."

Die Einstellung von Motivationstrainern hält der Doktor hingegen für nicht nachhaltig genug. "Diese Trainer können kurzfristig helfen. Für eine längerfristige Hilfestellung sind aber eher Psychologen gefragt."

Quelle: RP
 
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