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Düsseldorfer EG
Offener Machtkampf bei der DEG

Düsseldorfer EG: Offener Machtkampf bei der DEG
Rechtsanwalt Peter Kluth (Foto) hat für mehr Transparenz bei der DEG gesorgt, was Gesellschafter Mikhail Ponomarev überhaupt nicht schmeckt. FOTO: Bauer/homü
Düsseldorf. Die Gerüchte gibt es seit Monaten, jetzt ist die Situation eskaliert. Die Gesellschafter sind uneins, die Stadt hat sich eingeschaltet und übt Druck aus. Mindestens bis zur Lizenzvergabe Mitte Mai dürften die Grabenkämpfe anhalten. Von Thomas Schulze

Die Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft stand bis vor wenigen Tagen glänzend da. Nach zwei Jahren als "geilster Tabellenletzter" war ein Schnitt gemacht worden. Christof Kreutzer wurde die sportliche Leitung übertragen. Die Bilanz des 48 Jahre alten Düsseldorfers ist überzeugend - als Trainer und Manager. Denn als Novize hat er in Doppelfunktion überzeugt, die Mannschaft hat sich zwei Mal direkt für das Viertelfinale qualifiziert. Das ist in der Stadt und vom Publikum nicht nur registriert, sondern auch belohnt worden. Über 8000 Zuschauer kamen im Schnitt zu den Spielen - so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr.

5. Viertelfinale: Wolfsburg - DEG FOTO: dpa, pst hak

Ausgerechnet jetzt wurden die Gerüchte, die sich seit mehr als zwei Jahren hartnäckig halten, öffentlich bestätigt. Demnach sind finanzielle Engpässe immer wieder allein von dem Gesellschafter Peter Hoberg beglichen worden. Dazu soll er aber nicht mehr länger bereit sein. Daher kam es auf der jüngsten Gesellschafterversammlung zu Unstimmigkeiten. Zudem hat Peter Kluth, enger Vertrauter von Oberbürgermeister Thomas Geisel und seit Jahresbeginn Geschäftsführer der städtischen Holding, Missstände publik gemacht. Die Rollen im Machtkampf.

2. Viertelfinale: DEG - Wolfsburg FOTO: Peter Koch / American-sports.Info

Mikhail Ponomarev Der Gesellschafter verweist darauf, dass es keine Verträge gibt, die Zahlungsverpflichtungen nach sich ziehen. Es handele sich um private Absprachen zwischen ihm und Peter Hoberg, die nicht in die Öffentlichkeit gehörten. Bereits vor zwei Jahren hatte er angekündigt, die DEG werde nicht ohne Trikotsponsor in die Saison gehen. Doch bis heute wurde kein Partner gefunden. Daher steht seit Herbst der Schriftzug von Ponomarevs Unternehmen Energy Consulting auf der Brust. Jedoch soll es auch hier keine schriftliche Vereinbarung geben. Ponomarev hat im Gespräch mit unserer Redaktion erneut aussichtsreiche Gespräche mit Investoren angekündigt. In dem Zusammenhang forderte er, der Stammverein solle seine Anteile an der GmbH abgeben.

Peter Hoberg Ohne ihn gäbe es die DEG wahrscheinlich nicht mehr. Der Gesellschafter ist die gute Seele und der Motor des Klubs. Er hat mehrere Millionen Euro in den Verein gesteckt. Er scheut die Öffentlichkeit und möchte im Hintergrund bleiben. Allerdings ist er auch nicht mehr bereit, alljährlich das finanzielle Loch allein zu stopfen und Garantien zu geben.

1. Viertelfinale: Wolfsburg - DEG FOTO: dpa, pst jai

Daniel Völkel Der Unternehmer ist im Herbst als Hauptsponsor bei der DEG eingestiegen. Bislang hat er die Vorgänge meist beobachtet, ohne Partei zu ergreifen.

Stammverein Er hat sich Anteile an der GmbH gesichert und damit quasi eine Sperrminorität. Der e.V. kann zum Beispiel so verhindern, dass die DEG an einem anderen Ort oder in einer anderen Liga spielt. Aber auch bei der Besetzung der Position des Trainers hat er so ein Vetorecht.

Peter Kluth Die Stadt hält zwar keine Anteile an der GmbH, ist aber in den vergangenen Jahren neben Peter Hoberg der größte Unterstützer der DEG gewesen. Zu Ponomarevs Aussagen bezüglich der Wirtschaftlichkeit und fehlender Verträge wollte sich Kluth nicht äußern: "Ich habe das schmunzelnd zur Kenntnis genommen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen." Er lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass die Stadt eine aktivere Rolle spielen wird.

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Quelle: RP
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