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Düsseldorfer EG
Ponomarev: "Die Plays-offs sind ein Muss"

Düsseldorfer EG: Ponomarev: "Die Plays-offs sind ein Muss"
DEG-Gesellschafter Mikhail Ponomarev FOTO: Horstmueller
Düsseldorf. Der Gesellschafter der Düsseldorfer EG will kein Geld verdienen, aber den Klub wirtschaftlich stabilisieren und am Spengler-Cup in Davos teilnehmen.

Herr Ponomarev, was bedeutet die Teilnahme an der Champions Hockey League für die DEG?

Ponomarev Es ist der höchste internationale Wettbewerb in Europa, leider ohne die KHL-Teams, aber ich denke, sie werden in einigen Jahren dabei sein. Ein Wettbewerb gegen die besten Eishockey-Nationen wie Schweden und Finnland ist immer gut. Zweitens denke ich, dass viele Spiele im Fernsehen gezeigt werden. Das ist in der DEL leider nicht der Fall. Ich habe mir den Spielplan der DEG angeguckt, wir haben nur ein oder zwei TV-Spiele bis Neujahr. Für die Sponsorengewinnung ist das nicht gut. Wir werden in der Champions League nicht viel Geld verdienen, weil der Wettbewerb neu ist. Daher gibt es keinen großen Etat und kein hohes Preisgeld. Aber in unserem Fall ist es trotzdem eine gute Chance, sich weiterzuentwickeln.

Ist TV-Präsenz der Schlüssel?

Ponomarev Ja absolut, für Sponsoren, und um unser Gesicht draußen zu zeigen.

Wie bewerten Sie die Entwicklung der DEG?

Ponomarev Absolut positiv, natürlich hatten wir auch etwas Glück. Unser Trainer hat einen sehr guten Job gemacht. Christof Kreutzer hat eine fantastische Saison gehabt, zusammen mit Tobi Abstreiter. Sie haben die richtigen Transfers getätigt, sie haben die richtigen Entscheidungen getroffen und sie haben den Kader sehr gut weiterentwickelt. Das war eine richtige Mannschaft. Jeder hat jeden unterstützt, ein sehr guter Teamspirit. Es ist in erster Linie Kreutzers Erfolg.

War es für Sie überraschend?

Ponomarev Ja, das haben wir natürlich nicht erwartet. Aber Christof war über viele Jahre Co-Trainer. Ich habe damals gesagt, dass wir einige Optionen haben, ich aber niemand Besseres sehe. Ich bevorzuge immer lokale Trainer. Wenn du in Deutschland bist, sollte der Trainer aus Deutschland kommen. Wenn du in England bist, sollte die erste Option ein englischer Trainer sein – wegen der Sprache, der Mentalität.

Trotzdem hat die DEG Probleme, neue Sponsoren zu gewinnen.

Ponomarev Nein. Natürlich haben wir letzte Saison unser Marketingziel nicht erreicht. Aber wir haben das Konzept umgestellt und hoffen, dass es diese Saison besser wird. Vielleicht laden wir eine Vermarktungsfirma ein. Aber wenn wir in einigen Tagen unseren neuen Geschäftsführer vorstellen, werden wir konkreter darüber reden.

Wer wird es?

Ponomarev Das kann noch nicht sagen. Er wird in den nächsten Tagen offiziell präsentiert.

Warum investieren Sie in die DEG?

Ponomarev Ich beantworte diese Frage immer so: Ich liebe Sport, ich liebe Eishockey. Ich lebe jetzt in Deutschland. Und die DEG ist der beste Club der DEL. Nicht aktuell, aber vom Potenzial her. Vielleicht können wir eine gute Balance zwischen Einnahmen und Kosten erreichen. Die DEG hat fantastische Fans, ein gutes Stadion, eine tolle Atmosphäre. Also warum nicht? Außerdem gibt es die Möglichkeit, international etwas zu gewinnen. Die deutschen Teams mögen jetzt noch keine Chance haben, aber vielleicht in einigen Jahren. Und natürlich hat Deutschland generell im Sport ein großes Potenzial. Ich kann kein anderes Land nennen, das so einen großes Potenzial hat. Vielleicht England im Fußball. Aber das ist alles.

Glauben Sie wirklich daran, mit der DEG irgendwann Geld zu verdienen?

Ponomarev Nein, nein, ich möchte ein Modell entwickeln, dass den Verein stabilisiert und weiterentwickelt. Ich möchte, dass sich die Metro-Stars-Zeit nicht wiederholt. Wenn ich oder andere Gesellschafter gehen, soll es keinen Unterschied machen. Der Club ist dann stabil. Das ist mein Traum, mein Ziel. Eine schwarze Null ist das höchste, was wir erreichen können. Im deutschen Eishockey kann man keinen Profit machen. Von den Zuschauern her ist es okay. Wir haben jetzt schon 5000 bis 6000, in den Play-offs noch mehr. Das ist sehr, sehr gut. Etwa vergleichbar mit der dritten Liga im Fußball oder den unteren Vereinen in der zweiten Bundesliga. Aber das Fernsehgeld ist nicht vergleichbar. Und die Sponsoren gucken auf die Anzahl der Fernseh-Spiele. Zwei oder drei Spiele im Jahr sind nichts. Lalola1 ist zwar gut, aber es ist nur Internet. Wir sind auch mit Servus TV sehr glücklich, aber auch das ist kein sehr bekannter Sender. Wenn die DEL in Zukunft dafür eine Lösung findet, wäre das ein großer Entwicklungsschritt für jeden Verein.

Also investieren Sie nur, weil sie den Verein mögen und in der Stadt leben? Sie wollen nicht verdienen?

Ponomarev Nein, ich denke, das ist nicht möglich. Ich investiere ja nicht nur Geld, sondern auch mein Gehirn. Wir müssen ein stabiles Modell entwickeln, sonst ist es immer wieder riskant. Ich denke, ein Modell, bei dem der Club zu sehr von einer Person abhängig ist, ist immer riskant. Die wirtschaftliche Lage kann sich ändern, auch die politische. Die DEG muss stabile Einnahmen haben. Das ist vielleicht unser Hauptziel für die nächste Saison. Wir haben ein gutes Team, das die Play-offs erreichen wird. Wir Gesellschafter werden uns um die Weiterentwicklung am Markt kümmern, um unser Sponsoren-Portfolio zu erweitern. Wir werden auch einige Sachen im Stadion ändern, um unsere Einnahmen zu erhöhen.

Haben Sie ein ganz bestimmtes Ziel mit der DEG?

Ponomarev Ja, sportlich möchte ich, dass wir am Spengler Cup teilnehmen können. Wir wollten das schon in dieser Saison. Leider spielt Mannheim jetzt dort. Nächste Saison denke ich, dass wir dort spielen werden. Wir haben mit den Organisatoren gesprochen. Wir werden sehen. Alle Spiele werden bei Eurosport gezeigt, es ist Weihnachtszeit. Ich war mehrmals in Davos, es ist eine fantastische Atmosphäre. Es ist das qualitativ beste Freundschaftsturnier, das es gibt.

Ist die Meisterschaft für die DEG wieder realistisch?

Ponomarev Ja, warum nicht? Wir werden sehen, wie wir in die Saison starten und gehen dann Schritt für Schritt. Wir haben sportlich einen Riesenschritt gemacht, und jetzt müssen wir das wirtschaftlich stabilisieren. Die Play-offs sind jetzt kein Wunsch mehr, sie sind ein Muss. Das muss das Ziel für die nächsten zwei Jahre sein, wenn wir das Team auf diesem Level halten. Aber viele andere Teams sind besser als letztes Jahr. Mannheim, München natürlich, Ingolstadt immer. Köln wird sehr enttäuscht von der Vorsaison sein. Hamburg ist sauer nach der Niederlage gegen uns.

Ihr Unternehmen "Energy Consulting" ist Trikotsponsor, zuvor waren Sie Investor. Bekommt die DEG nun mehr oder die gleiche Summe?

Ponomarev Schwere Frage, die ich nicht offen beantworten kann. Und wenn ich etwas nicht beantworten kann, sagte ich nichts. Um ehrlich zu sein, ist es schwer, das zu kalkulieren. Ich denke, wir haben jetzt eine bessere finanzielle Situation als in der vergangenen Saison. Erreichen wir die Play-offs, wird die Lücke kleiner sein.

Roman Grombach fasste das Gespräch zusammen.

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