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Düsseldorfer EG
Ziele: Meister und Spengler Cup

Düsseldorfer EG: Ziele: Meister und Spengler Cup
Mikhail Ponomarev, Gesellschafter der Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft. FOTO: Endermann
Düsseldorf. Mikhail Ponomarev, Gesellschafter der Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft, zieht eine positive Saisonbilanz, sagt aber auch, wo es noch hapert und wie er die Weichen für eine weitere positive Entwicklung stellen will.

Mikhail Ponomarev und Peter Hoberg sind die geldgebenden Gesellschafter der DEG. Sie halten seit vergangenem Oktober jeweils 30,8 Prozent der Gesellschaftsanteile, haben die Existenz des Klubs gesichert und entscheidend an ihrem Aufschwung mitgewirkt. RP-Redakteur Thomas Schulze führte das Gespräch mit Mikhail Ponomarev.

DEG gegen Hamburg: eine dramatische Serie in Bildern FOTO: dpa, ahe fpt

Wie fällt Ihre Saisonbilanz aus - sportliche und wirtschaftlich?

Ponomarev Aber sicher, wir sind sehr mit dem sportlichen Ergebnis zufrieden. Die Mannschaft hat den 5. Platz in der regulären Meisterschaft eingenommen. Wir sind die dritte Mannschaft in den Playoffs geworden und haben somit das Recht in der Champions League zu spielen erworben. Wir sind nicht nur mit dem Ergebnis als solches zufrieden, sondern auch mit dem Mannschaftsgeist. Unser Trainer hat ein wunderbares Klima geschaffen, wir sind wirklich ein Team. Wir möchten noch einmal unserem Trainerstab für die professionelle Arbeit danken, allen unseren Spielern einen Dank aussprechen und denjenigen, die zur Weltmeisterschaft fahren, viel Erfolg wünschen. Wir werden für alle unsere Jungs die Daumen drücken.

Und wirtschaftlich?

Ponomarev Wir können nicht voll und ganz mit den wirtschaftlichen Ergebnissen zufrieden sein. Die Ziele, die wir uns im Marketing, in der Arbeit mit den Sponsoren gestellt haben, haben wir nicht erreichen können. Dafür aber wurde ein großer Schritt bei der Steigerung der Besucherzahlen gemeistert. Wir möchten allen unseren Fans für das Vertrauen und den Glauben an die Mannschaft danken. Insgesamt kann das Finanzergebnis als befriedigend gelten.

Fotos: DEL-Halbfinale 14/15: Ingolstadt - DEG, Spiel eins FOTO: dpa, geb pzi

Was erwarten Sie von der nächsten Saison?

Ponomarev Wir werden uns weiter in alle Richtungen entwickeln, vor allem setzen wir uns eine verbesserte wirtschaftliche Entwicklung zum Ziel, also die Erweiterung der Partner- und Sponsorenstruktur. Was sportliche Aufgaben betrifft: Wir sollten es wieder in die Play-offs schaffen, dann sehen wir weiter. Wir möchten aus der Gruppe in der Champions League aufsteigen, hier ist allerdings viel von der Auslosung abhängig. Vielleicht können wir beim Spengler Cup spielen.

Was bedeutet die Teilnahme an der Champions League?

Ponomarev Das ist der Aufstieg auf internationales Niveau, das sind neue Möglichkeiten, neue Ambitionen. Ich bin persönlich vom Erfolg dieses Projekts überzeugt. Ich glaube, dass dies mit der Zeit das wichtigste Eishockey-Turnier in Europa werden wird.

Um so verwunderlicher, dass Sie beim Fußball-Viertligisten KFC Uerdingen einsteigen. Das hat einige DEG-Fans besorgt. Aus gutem Grund?

Ponomarev Nein, überhaupt nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich werde mich in Uerdingen nicht operativ einbringen, sondern nur beratend. Herr Lakis steht in der Verantwortung, ich stehe ihm mit Rat zur Seite.

DEL-Halbfinale 14/15: DEG - Ingolstadt, Spiel vier FOTO: american-sports.info

Wie kommt es überhaupt dazu?

Ponomarev Ich habe Herrn Lakis beim Fußball in Leverkusen getroffen. Er ist ein netter Geschäftsmann und der Retter des KFC. Er erzählte mir, dass er ständig Strafe zahlen müsse, weil er keinen zweiten Vorsitzenden habe. Deshalb helfe ich ihm. Dabei geht es nur um Know-how. Es ist nicht geplant, dass ich dort als Sponsor einsteige.

Welche Beweggründe haben Sie?

Ponomarev Sie sind ähnlich wie vor zwei Jahren bei der DEG. Nach dem Ausstieg der Metro ging es darum, solide Strukturen zu entwickeln, um künftig nicht mehr von einem Konzern abhängig zu sein. Es geht nicht nur darum, Geldgeber zu finden, sondern die richtigen, sportbegeisterte Partner, die auch Kontakte einbringen. Geld ist keine Garantie für eine Erfolgsgeschichte, dafür gibt es Beispiele genug. Es funktioniert oft nicht, wenn einer kommt, das Geld gibt und das Sagen hat. Deshalb gefällt mir in Deutschland zum Beispiel die 50+1-Regel. Das zeigt, dass es nicht nur ums Geld geht. Diese Strukturen gefallen mir.

Wie weit sind Sie auf diesem Weg bei der DEG gekommen?

ponomarev Wir haben schon einiges erreicht, aber es gibt auch noch viel zu tun. Gemeinsam mit Peter Hoberg werde ich das angehen. Unser Ziel ist es, dass sich weitere einflussreiche Persönlichkeiten bei der DEG engagieren. Zum Beispiel haben wir uns sehr darüber gefreut, dass Herr Klüh nach langer Zeit wieder ein Spiel besucht hat und sein Sohn Roger in den Beirat kommt. Das ist beschlossene Sache.

Wo hapert es?

ponomarev Generell fehlt dem Eishockey die Fernseh-Präsenz. Aber das ist das Problem der gesamten Sportart. Wir, die DEG, haben zum Beispiel an Einfluss innerhalb der Deutschen Eishockey Liga eingebüßt. Das ist nicht gut, und es kostet Arbeit und Anstrengungen, um den Stellenwert wieder zu erreichen, den die DEG als achtmaliger Meister verdient.

Ihre Trainer-Wahl war ein Glücksgriff.

ponomarev Ja, wir haben zunächst viel Kritik geerntet, als wir Christof Kreutzer das Amt übertragen haben, weil er ein Neuling war. Aber wir haben den Trainer immer gestützt. Er konnte immer sicher sein und in Ruhe arbeiten, weil wir von Anfang an gesagt haben: Christof ist auf jeden Fall bis zum Saisonende unser Mann, egal, was passiert. Er hat viele richtige Entscheidungen getroffen, den Kader gut zusammen gestellt.

Wie sieht Ihre Zwischenbilanz aus, was sind die nächsten Schritte?

ponomarev Wir müssen die Gesellschafterstruktur weiter entwickeln und werden einen Beirat installieren. Noch nicht zufrieden sind wir mit dem Marketingergebnis. Wir suchen noch einen großen, starken Partner, und wenn wir den nicht selber finden, kann uns vielleicht ein Vermarktungspartner helfen, wie Infront der Fortuna.

Welche Probleme gibt es noch?

ponomarev Die Nachwuchsarbeit müssen wir forcieren. Wir wollen Spieler haben, deren Herz für Düsseldorf schlägt. Das ist eine wichtige Motivation, nicht nur immer das Geld. Die Nachwuchsarbeit ist insgesamt in Deutschland ein Problem.

Sind Sie mit der Zuschauerentwicklung zufrieden?

ponomarev Ja, sehr sogar. Selbst wenn wir das Winter Game raus rechnen, haben wir 20 Prozent mehr Zuschauer gehabt. Und in Russland wird noch heute von den Spielen bei der Weltmeisterschaft 1975 in Düsseldorf geschwärmt, dort heißt es noch immer, Düsseldorf habe das beste Publikum der Welt.

Sie sind jetzt seit zwei Jahren dabei. Haben Sie sich ein Limit gesetzt?

ponomarev Nein, so lange die Partner mit mir glücklich sind, bin ich dabei.

Abschließend: Wer wird deutscher Meister?

Ponomarev Der Pokal bleibt in Ingolstadt.

Quelle: RP
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