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Finale in der DEL
Erst Champions League, dann Meistertitel

Fotos: Mannheim - Ingolstadt: 5. Finale
Fotos: Mannheim - Ingolstadt: 5. Finale FOTO: dpa, ua nic
Mannheim. Am Mittwoch kann Dennis Endras endlich zum ersten Mal deutscher Eishockey-Meister werden, doch vorher interessiert den Nationaltorwart der Adler Mannheim etwas ganz anderes.

"Ich werde am Dienstag erstmal die Bayern schauen. Ich hoffe doch, dass sie's schaffen", sagt der 29-Jährige und grinst. Die Badelatschen des FC Bayern identifizieren den Allgäuer eindeutig als Fan des Fußball-Rekordmeisters. Und deshalb gilt: erst die Champions League auf der Couch, dann der Meistertitel auf dem Eis.

Dass seine Mannheimer nach dem 3:1 im fünften Play-off-Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen den ERC Ingolstadt am Mittwoch (19.30 Uhr/Live-Ticker) beim Titelverteidiger ihr siebtes Meisterstück machen können, liegt nicht zuletzt an Endras. Der Held der Heim-WM 2010 hat rechtzeitig seine Bestform wiedergefunden. Beim dritten der vier notwendigen Siege wehrte er nicht nur 29 von 30 Schüssen ab, seine Paraden waren teilweise atemberaubend - wie ein Spagat nach einem abgefälschten Weitschuss.

"Er hat uns mit großartigen Paraden im Spiel gehalten", lobt Trainer Geoff Ward seinen Torhüter, der 2010 mit den Augsburger Panthern schon einmal in Finale stand, aber den Hannover Scorpions unterlag. Endras redet ungern über seine eigene Leistung, er gibt das Lob lieber an seine Vorderleute weiter. Dass Mannheim am Sonntag 61 Sekunden in 3:5-Unterzahl schadlos überstand, sei nicht sein Verdient: "Die Jungs haben die Schüsse geblockt und mit Herz gespielt. Das war extrem wichtig."

Fotos: Mannheim gewinnt Spiel vier FOTO: dpa, dka nic

Vor allem den Kanadier Andrew Joudrey hebt Endras hervor. "Ich habe mit ihm einen Deal", erzählt er: "Wenn er sich weiter in die Schüsse wirft, bringe ich ihm weiter Deutsch bei. Und er spricht es schon ganz gut."

Endras' Glanzleistung, der bedingungslose Einsatz seiner Vorderleute - Mannheim präsentierte sich im dritten Final-Heimspiel ganz anders als noch fünf Tage zuvor. Nach dem 1:6-Debakel in eigener Halle schien der Traum vom ersten Meistertitel seit 2007 schon ausgeträumt. Doch der Vorrundenerste meldete sich mit dem souveränen 6:2 in Ingolstadt und dem hartumkämpften 3:1 daheim eindrucksvoll zurück.

"Solche Niederschläge musst du einfach wegschütteln", sagt Endras und gibt zu: "Wut spielt da immer mit, weil wir gegen einen sehr harten Gegner spielen." Für den 29-Jährigen ist es in solchen Situationen aber auch wichtig, komplett abzuschalten. "Ich gehe dann mit meinem kleinen Hund nach draußen, das lenkt total ab und gibt neue Kraft." Auch Zwergpinscher Tia hatte also Anteil an der Wende in der Finalserie.

Sollte Endras am Mittwochabend erstmals den Silberpokal der DEL in den Händen halten, wäre seine Saison aber noch nicht zu Ende - zumindest, wenn es nach ihm geht. Bei der WM in Tschechien (1. bis 17. Mai) "würde ich schon spielen, wenn er mich will", sagt er mit Blick auf Bundestrainer Pat Cortina. Vor einem Jahr hatte Endras aus persönlichen Gründen seine WM-Teilnahme abgesagt, Cortina setzte in den letzten Jahren vor allem auf den Deutsch-Kanadier Rob Zepp. Aber vorher steht noch die Champions League auf dem Programm.

(sid)
 
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