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Deutsche Eishockey Liga
Hamburg Freezers vor dem Aus

Aus für Hamburg Freezers - Spendenaktion reicht nicht
14 Jahre lang wurde in der Hansestadt erstklassiges Eishockey gespielt. FOTO: dpa, lus ink
Düsseldorf. Die Spendenaktion dürfte kaum reichen. Bremerhaven will die DEL-Lizenz übernehmen. Von Thomas Schulze

Nach 17 Jahren zieht sich die US-amerikanische Anschutz Entertainment Group (AEG) um den Milliardär Philip F. Anschutz zu 50 Prozent aus dem deutschen Eishockey zurück. Die Ankündigung bedeutet das Aus für den Standort Hamburg und für die Freezers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Die AEG hält mit den Eisbären Berlin einen weiteren Klub, auf den sie sich konzentrieren möchte.

Bis zum heutigen Dienstag um 24 Uhr müssen die Unterlagen für die Lizenzierung eingereicht werden. Dass dies den Hamburgern gelingt, ist ausgeschlossen - es sei denn, die Amerikaner verlängern ihr Engagement doch noch einmal. Doch damit rechnet niemand, nachdem sie fünf Jahre lang versucht haben, den Klub mit Lizenz zu verkaufen, ehe sie die Entscheidung trafen. "Wir sind uns der Folgen bewusst", erklärte Tom Miserendino, Präsident der AEG Europe. "Seit 2011 haben wir gewissenhaft daran gearbeitet, einen nationalen oder internationalen Partner zu finden, der die Freezers übernimmt - leider erfolglos."

Es waren kostspielige 17 Jahre für die Amerikaner, die 1999 die Lizenz für zwei Millionen Mark vom damals mit zehn Millionen Mark überschuldeten EV Landshut kauften und in die bayerische Metropole nach München zogen. Dort installierten sie den DEL-Klub Barons, der 2000 auch deutscher Meister wurde. Aufgrund nur leicht gestiegener Zuschauerzahlen und enttäuschender Sponsoreneinnahmen verkündete die AEG-Group im Jahr 2002 überraschend den Umzug nach Hamburg.

14 Jahre lang wurde in der Hansestadt erstklassiges Eishockey gespielt, wobei nur zwei Mal die Pre-Play-offs verpasst wurden. Zwei Mal wurde das Halb-, zehn Mal das Viertelfinale erreicht. Die Zuschauerentwicklung war positiv. So kamen in der vergangenen Saison im Schnitt 9022 Fans zu den Heimspielen. Das sowie die Sponsoreneinnahmen reichten jedoch bei weitem nicht, um den Etat von rund 10,5 Millionen Euro zu stemmen.

Fans und Spieler kämpfen um Klub

Die Enttäuschung ist natürlich groß. Fans protestierten und gaben sich ebenso kämpferisch wie Mannschaftskapitän Christoph Schubert, der sich um Spenden und Sponsoren bemühte. Über 200.000 Euro kamen zusammen, doch das reicht nicht. In Anbetracht dessen, dass rund fünf Millionen Euro für die kommende Saison fehlen, kann dies nur als Geste des guten Willens gedeutet werden.

Wie geht es weiter? Die AEG-Group kann die DEL-Lizenz verkaufen. Den großen Reibach werden die Amerikaner damit jedoch nicht machen, denn als einziger Klub der DEL 2 hat sich im Januar Bremerhaven als Nachrücker in die DEL beworben. Fishtown Pinguins will die Lizenz aber nicht kaufen, sondern von der DEL zugesprochen bekommen. "Sonst müssten wir die gesamte GmbH mit allen Angestellten und Spielern kaufen", sagt Alfred Prey, Bremerhavens Manager. "Das ist undenkbar."

Als Nachrücker hingegen sei der Klub gerüstet. Bis die Entscheidung über die Lizenzvergabe durch die DEL fällt, werden noch zwei, drei Wochen ins Land ziehen.

Quelle: RP
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