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DEL-Play-offs
Kölner Haie beenden Uwe Krupps Titeltraum

Porträt: Uwe Krupp: erster deutscher Stanley-Cup-Sieger
Porträt: Uwe Krupp: erster deutscher Stanley-Cup-Sieger FOTO: dpa, bt jai hak
Düsseldorf. Spitzenreiter oder Zweiter in der Fußball-Bundesliga zu sein, ist ein Gütesiegel. Die Tabelle lügt nicht, heißt es. Und tatsächlich haben in den vergangenen Jahren auch im Pokalwettbewerb - sozusagen der Play-off-Runde des Fußballs - stets die Favoriten dominiert. Überraschungen, die einst den Reiz dieses Wettbewerbs ausgemacht haben, sind seltener geworden. Von Thomas Schulze

Der Fußball ist berechenbarer, auch langweiliger geworden. Dass die designierten Meister Bayern München und Vizemeister Borussia Dortmund in der nächsten Saison sich nicht für das internationale Geschäft qualifizieren, ist utopisch.

Ein Kontrastprogramm wird in der Deutschen Eishockey Liga serviert. Das Leistungsniveau ist derart eng beisammen, dass wirklich jeder jeden schlagen kann. Das beweist auch das Halbfinale. Drei der vier Mannschaften schafften es vor einem Jahr nicht ins Semifinale. Einzig die Grizzlys Wolfsburg erreichten zum zweiten Mal in Folge diese Runde. Und zumindest Trainer Christof Kreutzer, der mit der Düsseldorfer EG an den Niedersachsen gescheitert ist, hat die Grizzlys auf dem Zettel: "Eishockey-Deutschland sollte sich damit vertraut machen, dass Wolfsburg eine gute Chance hat, Meister zu werden." Das ist lediglich aus wirtschaftlicher Sicht eine Überraschung, denn die Wolfsburger, die nach Bekanntwerden des Abgasskandals kurzfristig um die großzügige Unterstützung des Volkswagenkonzerns bangen mussten, liegen mit ihrem Etat von rund 7,7 Millionen Euro im Mittelfeld der Liga. Sportlich tritt der Klub den Beweis an, dass sich kontinuierliche Arbeit auszahlt. Manager Karl-Heinz Fliegauf arbeitet seit 2007 für den Klub, Trainer Pavel Gross seit 2010. Und im Sommer hatten die Wolfsburger die wenigsten Zu- und Abgänge aller DEL-Klubs.

Erstmals in seiner Vereinsgeschichte hat München das Halbfinale erreicht. Dass die Bayern unter den letzten Vier sind, ist allerdings keine Überraschung, denn mit 12,5 Millionen Euro verfügen sie über den höchsten Etat, was sich für den Tabellenersten der Hauptrunde sportlich ausgezahlt hat. Die Franken hingegen, die sich am Karsamstag gegen Iserlohn mit 3:2 durchgesetzt hatten, führen in einer anderen Wertung: Sie boten so viel NHL-Erfahrung auf wie kein anderes Team.

Die Kölner Haie komplettieren das Halbfinale. Sie setzten sich im siebten Viertelfinalspiel bei den Eisbären Berlin mit 3:2 durch und schickten ihren Ex-Trainer Uwe Krupp somit in den Urlaub. "Wir haben seit Januar immer wieder Spiele gehabt, die wir gewinnen mussten", sagte Kölns Torjäger Patrick Hager. Jetzt können die Haie als Tabellensiebter Meister werden.

Quelle: RP
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