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Nächtlicher Rauswurf, verweigerte Handschläge
Krupps brisantes Wiedersehen mit Köln

Porträt: Uwe Krupp: erster deutscher Stanley-Cup-Sieger
Porträt: Uwe Krupp: erster deutscher Stanley-Cup-Sieger FOTO: dpa, bt jai hak
Köln/Berlin. Meister Adler Mannheim ist schon vor dem Viertelfinale ausgeschieden. Topfavoriten auf die Nachfolge sind Red Bull München und die Eisbären Berlin. Deren Trainer Uwe Krupp trifft auf seinen Ex-Klub Köln.

Über die Vergangenheit wollte Uwe Krupp nicht reden. "Das tritt jetzt alles in den Hintergrund", sagte der Trainer der Eisbären Berlin vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Kölner Haie. Und doch holen den ehemaligen Bundestrainer im Play-off-Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ab Dienstag (19.30 Uhr/ServusTV) die bittersten Momente seiner zweiten Karriere ein.

Der Rauswurf mitten in der Nacht, der öffentliche Streit um verweigerte Handschläge - der unwürdige Abschied von "seinen" Haien und die Nachwehen beschäftigten das Kölner Eishockey-Idol noch lange und überschatten das Duell der beiden DEL-Schwergewichte. Auch wenn die Protagonisten davon nichts mehr wissen wollen. "Das Thema ist doch durch", behauptete Haie-Boss Peter Schönberger, der Krupp vor anderthalb Jahren nach der Rückkehr vom Champions-League-Spiel in Kosice ins Büro zitierte, um ihm seine Entlassung mitzuteilen.

Die Fans gingen auf die Barrikaden; Krupp, der die Kölner zweimal in Folge ins Finale geführt hatte, heuerte wenig später in Berlin an. Doch der Zoff des ersten deutschen Stanley-Cup-Siegers mit seinem Heimatklub ging weiter: Schönberger warf Krupp vor, bei seiner Rückkehr mit den Eisbären seinem Nachfolger Niklas Sundblad den Handschlag verweigert zu haben. Er sei schon nach dem Finale 2014 ein schlechter Verlierer gewesen und habe dem Schweden, damals Ingolstadts Coach, nicht gratuliert, behauptete der Haie-Boss zudem. Krupp ging mit einer einstweiligen Verfügung dagegen vor.

Jetzt könnte der Ex-Bundestrainer für die zweite enttäuschende Kölner Saison seit seinem Rauswurf sorgen. Nachdem die Haie im vergangenen Jahr unter Sundblad die Play-offs verpassten, treffen sie diesmal unter dessen Nachfolger Cory Clouston als Vorrundensiebter schon im Viertelfinale auf einen der Topfavoriten. Ausgerechnet Krupp, dem zwei verlorene Endspielserien als Scheitern ausgelegt wurden, könnte den Traum vom neunten Meistertitel schon zwei Runden vorher beenden.

Die Kölner, die fünf der letzten sieben Spiele gewannen, warfen in den Vor-Play-offs immerhin Titelverteidiger Adler Mannheim aus dem Rennen. "Wir fahren selbstbewusst nach Berlin", sagte Kapitän Moritz Müller nach dem 4:2 im entscheidenden dritten Duell. Beim entthronten Meister hat nicht nur der Urlaub viel früher als erwartet begonnen, sondern auch das Aufräumen.

"Wir werden an Stellschrauben drehen, machen jedoch keine Schnellschüsse", kündigte Gesellschafter Daniel Hopp nach der Katastrophensaison an. Wichtigste Personalie: Ein neuer Trainer muss her. Craig Woodcroft, seit Mitte Februar als Chef an der Bande, gewann nur drei von elf Spielen.

Als erster Anwärter auf Mannheims Nachfolge geht Hauptrundensieger Red Bull München ins Viertelfinale. "Unsere Aussichten sind großartig. Teamarbeit ist der Schlüssel", sagte Trainer Don Jackson vor dem ersten Spiel gegen die Straubing Tigers am Dienstag (19.30 Uhr). Der Amerikaner weiß, wovon er redet: Mit den Eisbären gewann er fünf Meistertitel und ist damit erfolgreichster Coach der DEL-Geschichte.

In München zählt nach dem überraschenden Viertelfinal-Aus im vergangenen Jahr gegen Wolfsburg nur der Titel. Mit den Zuwendungen des Brauseherstellers Red Bull und einem geschätzten Jahresetat von 12,5 Millionen Euro hat Jackson einen exquisiten Kader zur Verfügung. "Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt", meinte Kapitän Michael Wolf.

(sid)
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