| 11.29 Uhr

1:6-Pleite gegen Ingolstadt
Mannheimer Stars unter Schock

Mannheim - Ingolstadt: 3. Finale
Mannheim - Ingolstadt: 3. Finale FOTO: dpa, ua jai
Mannheim. Nach dem 6:1 im dritten Play-off-Finale ist der ERC Ingolstadt auf dem Weg zum zweiten Meistercoup in zwölf Monaten. Der Favorit Adler Mannheim steht unter Schock.

Dennis Endras trat aus der Kabine und stellte sich den Fragen der Journalisten. Antworten hatte der Nationaltorwart der Adler Mannheim nach der höchsten Heimpleite in einem Finalspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nicht. "Kein Kommentar", entgegnete der 29-Jährige nach dem bitteren 1:6 gegen Titelverteidiger ERC Ingolstadt – egal, wonach er gefragt wurde: "Ihr könnt 100 Fragen stellen, meine Antwort lautet: Kein Kommentar."

Als wenige Minuten später Ersatztorwart Youri Ziffzer folgte, wiederholte sich das Spielchen. In einer der schwärzesten Stunden der langen Mannheimer Play-off-Geschichte verpassten sich die Spieler einen Maulkorb. Der Vorrundenerste, als Favorit in den Kampf um die 95. deutsche Eishockey-Meisterschaft gestartet, steht nach der zweiten Niederlage im dritten Finale unter Schock.

Trainer Geoff Ward konnte die Sprachlosigkeit seiner Spieler verstehen. "Sie müssen die Möglichkeit haben, es zu verdauen", sagte der Kanadier: "Wenn man jetzt was sagt, dann ist es in der Welt. Jetzt ist es besser, weniger zu sagen. Für mich ist es leichter, ich habe ja nicht selbst gespielt."

Der Frust saß tief bei den Mannheimern. Nicht nur war das hockarätig besetzte Team um den früheren NHL-Star Jochen Hecht mit seiner ersten Heimpleite in den diesjährigen Play-offs in der Best-of-seven-Serie mit 1:2 in Rückstand geraten – es war vor den 13.600 Zuschauern in der heimischen SAP Arena gedemütigt worden.

Ingolstadt bringt sich in Position

Mit meisterlicher Effizienz hatte Ingolstadt fast jeden Fehler eiskalt ausgenutzt und sich vor dem Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr/ServusTV) in eine hervorragende Position gebracht: Zwei Siege fehlen nur noch zum zweiten Meistercoup in zwölf Monaten. Schon am Sonntag (14.30 Uhr/ServusTV) in Mannheim könnten die Oberbayern den zweiten Titelgewinn der Klubgeschichte perfekt machen.

"Mannheim ist mit diesem Kader immer in der Lage, ein Spiel oder eine Serie noch zu drehen", warnte zwar Kapitän Patrick Köppchen. Doch so recht daran glauben, dass die Adler nach acht Jahren Wartezeit endlich ihren siebten Titel gewinnen, wollte niemand. Dass sich die Mannheimer Chancen rapide verschlechtert haben, lag auch an Endras. Der Held der Heim-WM 2010 verlor das Duell der deutschen Nationaltorhüter gegen Timo Pielmeier deutlich. Beim entscheidenden 1:2 durch Brendan Brooks ließ er den Puck durch die Schoner rutschen, auch sonst wirkte er unsicher, ließ viele Schüsse nach vorne abprallen.

Pielmeier hingegen war wie schon beim 5:2 am vergangenen Sonntag ein Ingolstädter Sieggarant. 33 von 34 Schüssen wehrte der 25-Jährige ab, er erlaubte kaum Nachschüsse. "Dennis war solide, aber Pille hat uns mit einer unglaublichen Leistung im Spiel gehalten, als es eng war", urteilte Ex-Nationalspieler Köppchen: "Er ist ungeheuer wertvoll für uns." Für Endras war der Arbeitstag auf dem Eis nach dem 1:5 durch John Laliberte (39.) schon vor der zweiten Drittelpause beendet. Darüber reden wollte er nicht.

(sid)
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