| 13.15 Uhr

Aus in der Deutschen Eishockey Liga
Rettung der Hamburg Freezers gescheitert

Fragen und Antworten zum Aus der Hamburg Freezers
Fragen und Antworten zum Aus der Hamburg Freezers
Hamburg. Stars wie Thomas Müller und Wladimir Klitschko drückten die Daumen, Kapitän Christoph Schubert kämpfte unermüdlich um eine Chance für die Hamburg Freezers. Vergeblich.

Die Rettung der Hamburg Freezers ist gescheitert, der Verein aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist Geschichte. Dies bestätigte Geschäftsführer Uwe Frommhold am späten Dienstagabend kurz vor halb zwölf. "Wir sind einfach nur unfassbar sprachlos und traurig", twitterte Kapitän Christoph Schubert, der bis zum Ende mit aller Macht für eine Zukunft der Freezers gekämpft hatte.

Die Hamburger hätten bis Fristablauf um 0.00 Uhr ihren Lizenzantrag einreichen müssen, die insgesamt erforderliche Summe kam jedoch trotz allen Bemühens um Spenden nicht zusammen. "Danke an den größten Kämpfer, den ich je kennengelernt habe, für fünf unfassbar intensive Tage", twitterte der ebenfalls enttäuschte Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste in Richtung Schubert und fügte an: "Wir hatten nie eine wirkliche Chance. Das tut weh."

Am vergangenen Mittwoch hatte der Klubbesitzer Anschutz Entertainment Group (AEG) verkündet, keine Lizenz für die kommende Spielzeit in der DEL zu beantragen.

Die Uhr tickte unerbittlich am Tag der Entscheidung. Und Schubert kämpfte. "Wir sind immer noch am Telefonieren, ich kann nichts Konkretes berichten", sagte er dem SID vor einer Telefonkonferenz am frühen Dienstagabend. "Unsere Leitung ist 24 Stunden offen, wir reden natürlich unter Zeitdruck." Da kursierten schon Gerüchte über ein endgültigen Aus, denen der frühere NHL-Spieler per Facebook noch widersprach. Dann musste er doch das Scheitern einräumen.

Zusätzlich zum Crowdfunding auf der Plattform fairplaid, das knapp 500.000 Euro einbrachte, wurde ein "sechsstelliger Betrag gesammelt, der uns in Summe an der ersten Million kratzen lässt", hatte Schubert geschrieben: "Ob das am Ende langt? Wir wissen es nicht." Es langte nicht.

Schubert, der in seinem Kampf unter anderem von seiner Frau und dem Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste unterstützt wurde, brachte nicht die nötigen harten Fakten und Zahlen zusammen, um die AEG zu überzeugen.

Am vergangenen Mittwoch hatte der Klubbesitzer verkündet, keine Lizenz für die kommende Spielzeit in der DEL zu beantragen. Die Amerikaner, die auch Eigner der Eisbären Berlin sind, sahen keine Perspektive für den Klub aus der Hansestadt, der im vergangenen Jahr einen beachtlichen Zuschauerschnitt von 9022 Fans pro Spiel hatte.

Den Schock über das drohende Aus wandelte Schubert in Energie für seine Rettungsmission um - und er setzte eine Welle der Solidarität in Gang. Spitzensportler wie Fußball-Weltmeister Thomas Müller zeigten sich beeindruckt von der Hartnäckigkeit des Freezers-Kapitäns.

Er habe großen Respekt davor, "wie er als Hamburg-Freezers-Kapitän um seinen Klub kämpft. Ich drücke die Daumen!", schrieb der Profi des deutschen Rekordmeisters Bayern München bei Twitter. Und der langjährige Box-Weltmeister Wladimir Klitschko hielt ein flammendes Plädoyer für den Erhalt des Spitzen-Eishockeys in der Hansestadt. "Es geht um die Fans, die Liebe zum Eishockey, ein Stück Kultur und die Vielfalt des Hamburger Sports", schrieb der 40-Jährige bei Facebook.

Am Ende aber entschied das Geld. Gegen die Hamburg Freezers.

(sid)
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