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Eishockey-Abschied mit Tränen
Haie-Legende Lüdemann gefeiert

Emotionales Abschiedsspiel für Lüdemann
Emotionales Abschiedsspiel für Lüdemann FOTO: dpa, hka nic
Köln. Mirko Lüdemann hat seine "letzte Eiszeit" erlebt. 12.012 Zuschauer feierten den 42-jährigen, nun ehemaligen Profi der Kölner Haie am Samstag bei seinem Abschiedsspiel. Für ihn war es "etwas Außergewöhnliches".

Es war das größte Abschiedsspiel in der Geschichte des deutschen Eishockeys. Mirko Lüdemann hat stimmungsvoll mit einer Gala, vielen Weggefährten und 12.012 Zuschauern in der Kölner Lanxess-Arena seine "letzte Eiszeit" gefeiert. Von 1993 bis 2016 trug der 42-Jährige das Trikot der Kölner Haie, absolvierte 1197 Partien in der Deutschen Eishockey Liga und stand insgesamt in 1240 Pflichtspielen für die Haie auf dem Eis. Für die deutsche Nationalmannschaft absolvierte Lüdemann 132 Länderspiele und schoss bei der Olympia-Qualifikation für 2002 das entscheidende Tor.

Bevor es mit dem Abschied auf dem Eis losging, wurde ein Banner mit Lüdemanns Namen und seiner Rückennummer 12 unter das Hallendach gezogen. Dort hängen schon die Banner anderer Kölner Eishockey-Legenden wie Detlef Langemann, Udo Kießling, Jörg Mayr, Robert Müller oder Miro Sikora. Wie auch die anderen Nummern wird die "12" bei den Haien nie wieder an einen anderer Spieler vergeben.

"Das war schon etwas Außergewöhnliches", sagte der einstige Verteidiger, der aus der einstigen DDR-Eishockey-Hochburg Weißwasser in der Oberlausitz stammt. "Ich hatte schon ein paar Tränen in den Augen, als das Banner hochgezogen wurde. Überragend, was die Haie auf die Beine gestellt haben." Die "offizielle" Zuschauerzahl passte da bestens zum Anlass.

Bei dem Abschiedsspiel traten viele ehemalige Haie-Spieler in zwei Teams an. Das "Team Deutschland" spielte gegen das "Team International", das von Ex-Bundestrainer Hans Zach gecoacht wurde, den Lüdemann als seinen "Lieblingstrainer" ehrte. "Es war mir immer eine Ehre, mit einem so charakterstarken und talentierten Spieler wie Mirko Lüdemann zu arbeiten", sagte Zach. Lüdemann spielte in beiden Teams für je 30 Minuten mit. Die Mannschaften trugen Repliken der Kölner Meistertrikots von 1995 und 2002, jenen beiden Jahren, in denen Lüdemann den Titel holte.

Tino Boos, der 2002 mit Lüdemann zusammen Meister wurde, war besonders beeindruckt. "Die meisten von uns kriegen zum Abschluss ihrer Karriere eher einen Tritt in den Hintern", meinte Boos im Scherz. "Einen Abschied wie diesen muss man sich erst einmal verdienen."

Das hat der Ex-Nationalspieler, der sich durch seine Fairness und seine ruhige Art den Respekt der Kollegen verdiente. "Er hat mich nicht ein einziges Mal auf die Palme gebracht", bestätigte Zach. Und das gelang beim "Alpenvulkan" nicht vielen Spielern.

Lüdemann bestach auf dem Eis durch seine läuferischen Fähigkeiten, auch deshalb konnte er so viele Jahre auf hohem Niveau spielen. "Der Hund war einfach sauschnell", sagte Berlins Ex-Nationalspieler Sven Felski, der seit seiner Kindheit mit Lüdemann befreundet ist und ihn über Jahrzehnte als Gegenspieler hatte. Das Spiel endete übrigens 5:4 für Team Deutschland. Torschütze des Siegtreffers war Lüdemann.

(dpa)
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