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DEL
Haie-Coach Sundbald nach "peinlicher" Vorstellung vor dem Aus

Kölner Haie: Niklas Sundblad nach peinlicher Niederlage vor dem Aus
Niklas Sundblad muss um seinen Job bangen. FOTO: dpa, jai
Iserlohn/Berlin. Titelkandidat Kölner Haie ist nach einer bösen Vorführung aus den erweiterten Play-off-Rängen gefallen. Trainer Niklas Sundblad muss um seinen Job bangen.

Für die Kölner Haie standen bei der Lehrstunde durch die Iserlohn Roosters noch 20 Minuten auf der Uhr, da sprach Kapitän Moritz Müller seinem Team bereits ein vernichtendes Zeugnis aus. "Keine Leidenschaft, kein Herz, das ist einfach peinlich von uns", sagte der Eishockeyspieler völlig gefrustet beim Stand von 1:6 in der zweiten Drittelpause bei ServusTV.

Im Schlussdrittel konnten die Haie das Ergebnis zumindest halten, doch das Selbstverständnis des Titelkandidaten ist natürlich ein anderes. Nach der fünften Niederlage aus den vergangenen sechs Spielen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist der achtmalige Meister sogar aus den erweiterten Play-off-Rängen gefallen. "Es ist eine Katastrophe, mit dieser Mannschaft auf Platz elf zu stehen", schimpfte Haie-Geschäftsführer Peter Schönberger.

Eine Entlassung von Niklas Sundblad, der im Oktober 2014 Uwe Krupp als Cheftrainer der Haie beerbt hatte, schloss Schönberger nicht mehr aus. Man werde die Lage am Montag in Ruhe analysieren und nicht aus der Emotion heraus entscheiden, teilte der Geschäftsführer mit. Als Nachfolger war schon vor Wochen Ex-Nationalspieler Peter Draisaitl, Vater des NHL-Profis Leon Draisaitl und langjähriger Stürmer der Haie, gehandelt worden.

Dass Krupp derzeit als Trainer der Eisbären Berlin von der DEL-Tabellenspitze winkt, vergrößert die Wut der Fans. "Wir woll'n die Haie seh'n", hatten die Fans bei der jüngsten Heimpleite gegen den ERC Ingolstadt (3:4) skandiert.

Auch die Mannschaft, die vor der Saison nach seinen Wünschen zusammengestellt worden war, scheint Sundblad nicht mehr zu erreichen. "Wir waren gut vorbereitet und wussten, was uns hier in Iserlohn erwartet. Trotzdem haben wir zu viele Strafen genommen", haderte der Schwede.

Doch auch in gleicher Mannschaftsstärke war Köln den Iserlohnern deutlich unterlegen. Vor allem in Sachen Effektivität und Leidenschaft konnten die Haie in keinster Weise mit dem Tabellenzweiten mithalten. "Wir sind am Tiefpunkt angekommen", urteilte Haie-Stürmer Philip Gogulla. Sundblad will die Wende mit "harter Arbeit" schaffen, doch ob der 43-Jährige auch im Derby am Freitag bei der Düsseldorfer EG noch an der Kölner Bande steht, scheint zumindest fraglich.

Trost spendete ausgerechnet Isersohns Trainer Jari Pasanen. Köln habe "teilweise richtig gut gespielt", lobte der Deutsch-Finne, "aber wir haben in den richtigen Momenten die Tore gemacht."

Für den geschlagenen Köln-Kapitän Müller ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis einer zweifelhaften Klubstrategie. "Die Liga sagt, unsere Nationalmannschaft muss besser werden, aber hier spielt so eine abgetakelte kanadische Nationalmannschaft. Da soll die Liga mal genug Arsch in der Hose haben und nachfragen, wie das funktioniert mit den Pässen in Iserlohn", motzte Müller.

Die Roosters haben insgesamt neun kanadische Profis mit einem deutschen Pass unter Vertrag und umgehen damit die Ausländerbegrenzung in der DEL. Auch wenn diese Praxis gegen keine Regeln verstößt, wird sie innerhalb der DEL kontrovers diskutiert.

(sid)
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