| 08.24 Uhr

Finale in der DEL
Verlierer Kreutzer drückt Ingolstadt die Daumen

Fotos: DEL-Halbfinale 14/15: Ingolstadt - DEG, Spiel fünf
Fotos: DEL-Halbfinale 14/15: Ingolstadt - DEG, Spiel fünf FOTO: dpa, awe nic
Ingolstadt. Titelverteidiger ERC Ingolstadt steht nach dem 6:2 im fünften Play-off-Halbfinale gegen die Düsseldorfer EG zum zweiten Mal in der Klubgeschichte im Endspiel um die deutsche Eishockey-Meisterschaft.

Als der zweite Finaleinzug in der Klubgeschichte des ERC Ingolstadt perfekt war, schickte der Verlierer den deutschen Eishockey-Meister mit den besten Wünschen in die Endspiele. "Verteidigt euren Titel!", sagte Trainer Christof Kreutzer nach dem 2:6 seiner Düsseldorfer EG im fünften Play-off-Halbfinale.

 

Für den Überraschungssieger der vergangenen Saison war der wieder erstarkte Altmeister kein Stolperstein. Das letzte Hindernis auf dem Weg zum zweiten Titel in zwölf Monaten ist dagegen riesengroß: Topfavorit Adler Mannheim wartet ab Freitag (19.30 Uhr/ServusTV) auf die Ingolstädter. "Sie sind leichter Favorit", gab Nationalspieler Patrick Hager zu: "Aber wir werden uns mit Sicherheit nicht in die Hose scheißen."

Waren die Oberbayern vor einem Jahr noch von Platz neun sensationell zum Titel gestürmt, gehen sie diesmal als etabliertes Spitzenteam in ihre zweite Finalserie. "Wir haben einen Großteil der Mannschaft vom letzten Jahr zusammen", betonte Matchwinner Hager, der mit seinen Play-off-Toren vier und fünf das Halbfinale entschied, "wir brauchen uns nicht zu verstecken."

Gegen die DEG bestätigte der Hauptrundendritte, wie sehr die Mannschaft durch den Coup im Vorjahr gereift ist. Benötigte das Team von Trainer Larry Huras im Viertelfinale gegen Außenseiter Iserlohn Roosters noch sieben Spiele zum Weiterkommen, ließ es sich gegen Düsseldorf trotz einer unglücklichen Heimniederlage zum Auftakt nicht aus dem Konzept bringen. Defensiv stark, geduldig in der Offensive und eiskalt in den entscheidenden Szenen: Ingolstadt spielte wieder meisterlich - und wäre in dieser Form sicher Titelfavorit, wenn der Gegner nicht Mannheim hieße.

Der hochkarätig besetzte Hauptrundenprimus um den früheren NHL-Star Jochen Hecht unterstrich seine Ausnahmestellung in dieser Saison, als er im Halbfinale gegen Grizzly Adams Wolfsburg in drei Spielen einen 0:3-Rückstand in einen Sieg umwandelte. "Mannheim hat die ganze Saison dominiert, war eigentlich immer Erster und hat das auch in den Play-offs bestätigt", stellte Hager lobend fest.

Fotos: Wahnsinn zwischen Wolfsburg und Mannheim FOTO: dpa, pst soe

Weil die Adler bereits seit Donnerstag als erster Finalist feststanden, waren die Ingolstädter froh, am Karsamstag nachziehen zu können. "Es war zuletzt schon ein bisschen stressig, jeden zweiten Tag ein Spiel", gab Verteidiger Patrick Köppchen zu und freute sich, "dass wir mal kurz den Fuß hochlegen und das Osterfest genießen können".

Ingolstadt hat mit bislang zwölf Play-off-Partien drei Spiele mehr in den Knochen als Mannheim. Vor einem Jahr allerdings hielten auch 14 "Vorspiele" die Panther nicht davon ab, in sieben Finals gegen die deutlich ausgeruhteren Kölner Haie zu triumphieren.

Nur noch Zuschauer ist im Showdown um den Titel die DEG, deren Eishockey-Version des Aschenputtel-Märchens am Karsamstag endete. In den vergangenen beiden Jahren noch abgeschlagener Tabellenletzter, feierte der Altmeister als Hauptrundenfünfter und überraschender Halbfinalist Wiederauferstehung - und entfachte auch die Liebe seiner Fans neu. "Ich bin sehr, sehr stolz, Trainer meiner DEG zu sein", sagte Kreutzer, einst als Spieler fünfmal Meister mit dem Traditionsklub und zwischenzeitlich Stadionwirt an der legendären Brehmstraße: "Diese Jungs haben mir sehr viel gegeben."

Noch bevor er seine Spieler in den Urlaub verabschiedete, blickte der Trainernovize schon auf die nächste Spielzeit: "Wir müssen das natürlich bestätigen und versuchen, immer ein Wörtchen um die Meisterschaft mitzureden." In diesem Jahr drückt er einstweilen noch dem ERC Ingolstadt die Daumen.

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Finale in der DEL: Verlierer Kreutzer drückt Ingolstadt die Daumen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.