| 19.22 Uhr

Massenschlägerei bei Jugendspiel
Schiedsrichter schlägt Spieler, Trainer schlägt Schiedsrichter

Düsseldorf. Eine Schlägerei unter Eishockey-Spielern ist keine Seltenheit. Wenn allerdings der Schiedsrichter mitmischt und der Trainer eines Spielers sich beim Unparteiischen rächt, wird aus einer normalen Klopperei eine, über die geschrieben wird. Von Stephan Seeger

So geschehen bei einem Spiel in der Greater Metro Junior Hockey A League, einer Nachwuchsliga in Kanada, dem Mutterland des Eishockeys. Beim Duell zwischen den London Lakers und den Kingsville Kings wird der Torhüter der Kings zu Boden gebracht, der Schiedsrichter unterbricht das Spiel – der Beginn einer wüsten Schlägerei.

Schnell kristallisieren sich drei direkte Prügel-Duelle heraus, zwei der drei Schiedsrichter greifen ein. Der dritte schaut sich das Ganze aus sicherer Entfernung erst einmal an, um sich schon einmal Strafen für die bösen Prügelknaben zu überlegen.

Während Helme und Handschuhe auf das Eis fliegen, beruhigen sich die Duellanten scheinbar – doch plötzlich gibt es ein viertes Duell: Schiedsrichter gegen Spieler. Der Referee zieht einen Spieler, der bereits einen wilden Kampf hinter sich hat und ein bisschen neben sich steht, am Trikot herunter, versetzt ihm dann einen Schlag gegen den Hals und schubst ihn gleichzeitig zu Boden. Als ein Mitspieler sich den Unparteiischen zur Brust nehmen will, wird auch er von einer ausgestreckten Hand am Helm getroffen.

Und das war's dann? Mitnichten. Jede gute Geschichte braucht eine gute Pointe, ein überraschendes Ende. Bei unseren kanadischen Eishockey-Freunden ist es der Trainer der London Lakers, der dafür sorgt. Ohne Schlittschuhe am Fuß läuft der Coach quer über das Eis, frontal auf den Schiedsrichter zu, der kurz zuvor einen seiner Spieler zu Boden streckte. In guter alter Wrestling-Manier stürzt sich der Trainer auf den Schiedsrichter, der daraufhin zu Boden geht. In dem Video, das rund zwei Monate nach dem Spiel nun im Internet erschienen ist, sind spitze Schreie zu vernehmen.

Ein Nachspiel für die Beteiligten hatte die wüste Keilerei auch: Neun Spieler wurden des Eises verwiesen, Londons Trainer trat zurück und der Schiedsrichter wurde lebenslang gesperrt.

Übrigens: Die Kings gingen mit 6:3 als Sieger vom Eis. Aber das Ergebnis ist wohl nicht Thema an den Stammtischen in Kanada.

(seeg)
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