| 19.10 Uhr
DEG Metro Stars
Feuer unter dem Dach
DEL 11/12: Kölner Haie-DEG
DEL 11/12: Kölner Haie-DEG FOTO: dpa
Düsseldorf. Die DEG Metro Stars erwarten am Freitagabend gegen die Kölner Haie volles Haus. Für beide Teams ist es das wichtigste Derby der Saison. Von Bernd Jolitz und Patrick Scherer

Mit Superlativen gehen die Verantwortlichen der DEG in diesen Tagen nicht eben sparsam um. „Wir stehen vor dem wichtigsten Wochenende der Saison“, sagt Sportdirektor Walter Köberle mit bedeutungsschwerer Miene. „Wir treffen auf die derzeit heißeste Mannschaft der Liga“, versichert Trainer Jeff Tomlinson. Dazu passt doch hervorragend, dass es auch den besten Besuch der Saison geben wird: Gestern gab es für das Derby der Deutschen Eishockey Liga gegen die Kölner Haie (heute, 19.30 Uhr, Dome) nur noch knapp 400 Karten. Es winkt erstmals in dieser Spielzeit ein ausverkauftes Haus.

Einen weiteren Superlativ verwendet Tomlinson jedoch ausdrücklich nicht. „Es sollte besser niemand das schönste Spiel des Jahres erwarten“, betont der Coach. „Im Gegenteil, unser Motto lautet eindeutig ,weniger schön?. Das heißt: Wir wollen hart spielen, voller Leidenschaft, und wir wollen die Zweikämpfe gewinnen.“ Köberle ergänzt: „Wir werden ein echtes Kampfspiel sehen, von beiden Seiten. Und wenn wir dann ein bisschen besser Eishockey spielen als Köln, dann werden wir gewinnen.“

Haie die Mannschaft der Stunde

Eine mutige Vorhersage, denn die Haie sind fraglos die Mannschaft der Stunde in der DEL. Das erkennt auch der Coach ohne Wenn und Aber an. „Alle haben die Kölner totgesagt, aber sie leben noch. In einer solchen Situation, in der die Kölner steckten, scheinbar hoffnungslos abgeschlagen, da erkennt man den wahren Charakter einer Mannschaft“, meint Tomlinson. „Für uns ist es eine Herausforderung, Köln zu stoppen.“ Köln-Trainer Uwe Krupp sieht das ähnlich. "Ich hoffe, dass wir unsere Form halten. Dann sind wir ein gefährlicher Gegner."

Zum Vorbild möchte Köberle den Nachbarn dann aber doch noch nicht erklären. „Sie haben eine junge Mannschaft, okay, aber sie haben nicht gerade eine billige Mannschaft“, sagt der Sportdirektor, „und die Verjüngung wurde auch in Köln aus der Not heraus geboren. Ein Vorbild wären da eher die Eisbären Berlin.“ Bei aller rheinischen Harmonie wird also doch ein wenig Öl ins Derby-Feuer gegossen.

Feuer unter dem Dach ist auch hinter den Kulissen. Die Verlängerung mit Tomlinson ist weiter in der Schwebe. Während Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp dem Trainer Zeit bis nach den Play-offs einräumen möchte, scheint Köberle eine frühere Entscheidung zu wollen. „Es kann auch davor zu einer Entscheidung kommen“, sagt der Manager, betont aber: „Wir legen keine Daumenschrauben an.“

Köberle arbeitet unterdessen fleißig an einer Lösung für den Fall einer Absage des Kanadiers. Für den Posten des Cheftrainers ist weiterhin Christian Brittig eine Option, während der 63-Jährige „Didi“ Hegen für diesen Posten ausschließt: „Da war nie etwas dran.“ Andere Kandidaten, die derzeit bereits in der DEL tätig sind, seien aber laut Köberle auch noch im Rennen. Beim möglichen Co-Trainer ist man sich einig: Jugend-Coach Christof Kreutzer soll das Amt ausfüllen. „Es gab Gespräche mit Walter. Ich will diesen aber nicht vorgreifen“, sagt Kreutzer.

Quelle: RP/areh/csi
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