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Mit Daniel Pietta
"Druck verspürt jeder Eishockeyspieler"

Daniel Pietta von den Krefelder Pinguinen im Interview
Daniel Pietta geht als Kapitän der Krefeld Pinguine in die neue Saison. Hier im Bild übernahm er auf dem Rhein bei der Pressekonferenz der Champions Hockey League das Ruder des Ausflugdampfers. FOTO: hgs
Krefeld. Der Kapitän der Krefeld Pinguine will seine neue Rolle nicht überbewerten und baut auf die gute Chemie in der Mannschaft

DEL Wenn sich heute Abend um 19.30 Uhr in Augsburg für die Krefeld Pinguine der Vorhang zur 22. Saison in der Deutschen Eishockey-Liga öffnet, wird Daniel Pietta zum ersten Mal in seiner Karriere beim ersten Punktspiel der Schwarz-Gelben als Kapitän beim Auftaktbully auf dem Eis stehen. Die Rheinische Post sprach gestern mit dem 28-jährigen Mittelstürmer vor der Abfahrt in die Fuggerstadt.

Sie haben heute mittrainiert, spüren Sie noch etwas von der Gehirnerschütterung?

Pietta Nein, die Ärzte gaben mir am Mittwoch grünes Licht. Ich habe gut trainiert und fühle mich fit.

Wie lautet Ihr Fazit der Vorbereitung?

Pietta Wir haben eine gute Vorbereitung mit vielen harten Trainingseinheiten und ein paar gute Spiele absolviert. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir uns in der Champions Hockey League gesteigert, gerade in den Auswärtsspielen. Wir wären gerne eine Runde weiter gekommen, das hat leider nicht sollen sein. Jetzt konzentrieren wir uns ganz auf die DEL.

Bleibt die CHL für Sie weiter ein sinnvoller Wettbewerb?

Pietta Ich kann da nur für mich sprechen. Ich sehe diese Spiele als gute Vorbereitung. Man spielt gegen super Mannschaften. Wenn man die Chance bekommt, gegen Oulu zu spielen, ist das doch was anderes als gegen Duisburg. Das hilft der Mannschaft weiter, gerade den jungen Spielern.

Was hat sich im Vergleich zum Vorjahr innerhalb des Teams geändert?

Pietta Das ist schwer zu sagen. Wir haben eine super Gruppe in der Kabine. Jeder versteht sich mit jedem, das ist schon mal viel wert. Das Team ist jünger geworden, ob sich das positiv oder negativ auswirkt, wird die Saison zeigen. Wir haben eine gute Truppe, die Chemie stimmt. Ich denke, wir haben eine gute Chance, die Play-offs zu erreichen."

Wie sehen Sie die Neuzugänge und die jungen Spieler?

Pietta Jeder hat sein Teil bisher sehr gut erfüllt. Aber nichtsdestotrotz startet morgen die Meisterschaft, das ist ganz was anderes als Vorbereitung. Da müssen wir uns alle noch steigern. Dann sehe ich kein Problem, in den Kampf um die Play-off-Plätze eingreifen zu können."

Sie haben eine sehr gute Vorbereitung absolviert und so viele Tore geschossen wie noch nie. Hängt das mit der gewachsenen Verantwortung als Kapitän zusammen?

Pietta Das stimmt, mit der Vorbereitung bin ich persönlich zufrieden. Ich versuche immer, viele Tore zu schießen. Vielleicht hatte ich jetzt mehr Glück. Ich hoffe, dass ich meine Form lange genug konservieren kann."

Wie schätzen Sie die Chancen in Augsburg ein? Gibt es Informationen vom Gegner?

Pietta Mit Addi Grygiel habe ich in Augsburg einen guten Kumpel. Wir haben natürlich geschrieben und telefoniert. Aber so richtig einschätzen kann man das erst morgen auf dem Eis. Augsburg hat sich gut verstärkt. Am ersten Spieltag dort zu spielen, ist immer schwer. Die Atmosphäre ist ein heißer Kessel, ähnlich wie Iserlohn. Wir müssen von Anfang an da sein und verhindern, dass die Stimmung nicht sofort überschwappt.

Als Kapitän von Beginn an schlüpfen Sie in eine neue Rolle. Dazu kommt noch der Zehnjahresvertrag. Da werden die Fans Sie noch genauer beobachten.

Pietta Ich habe in den Vorjahren schon viel Verantwortung übernehmen dürfen und auch übernommen. Ich glaube, viel ändern wird sich jetzt für mich nicht. Ich versuche weiter, mein bestes Eishockey zu spielen. Das hängt natürlich auch von vielen Faktoren ab, Verletzungen und so weiter oder ob alles so hinhaut. Aber ich bin guter Dinge, dass ich die Leistung, die ich in den Vorjahren gezeigt habe, konservieren und noch weiter ausbauen kann. Das ist mein primäres Ziel. Ich will die Mannschaft auch ein wenig führen. Ich bin jetzt kein junger Spieler mehr. Ich habe vier Weltmeisterschaften hinter mir, ein paar Länderspiele und viele DEL-Einsätze. Ich habe schon ein bisschen Erfahrung. Das wird mir helfen, das Kapitänsamt ausführen zu können.

Spüren Sie einen zusätzlichen Druck, besonders wenn es nicht läuft?

Pietta Druck ist immer relativ, den macht man sich eigentlich immer selber. Ich setzte mich selber immer unter Druck. Was meine Leistungen angeht, bin ich sehr selbstkritisch. Aber ich versuche einfach, mein Bestes zu geben. Druck verspürt jeder Eishockeyspieler.

Ist es ein Vor- oder ein Nachteil, wenn man den Vorgänger als Kapitän noch in der Mannschaft hat?

Pietta Ich verstehe mich mit Herbie (Herberts Vasiljevs, d. Red.) sehr gut. Ich glaube, es ist auf jeden Fall kein Nachteil, so einen erfahrenen Spieler dabei zu haben. Er ist für die Mannschaft weiter sehr wichtig und wird seine Erfahrung mit einbringen. Ich glaube sowieso, dass dieses Amt heutzutage nicht mehr nur an einer Person festzumachen ist. Klar trage ich jetzt das "C" auf der Brust, aber in unserer Mannschaft ist jeder Spieler gleich wichtig. Jeder Spieler kann sich einbringen und Verbesserungsvorschläge machen. Es gibt keine Diktatur. Wir sind alle mündige Spieler.

Wie schätzen Sie die Liga ein, wer zählt für Sie zu den Favoriten?

Pietta Ich glaube, die Liga ist ziemlich ausgeglichen. Natürlich haben die Top-Sechs-Teams alleine vom Etat her schon ganz andere Möglichkeiten. Aber das heißt nicht immer was, das hat man in der Vorsaison an Köln gesehen. Wir wollen unser Potenzial so gut es geht ausschöpfen und versuchen, bis zum letzten Spieltag um einen Play-off-Platz mitspielen zu können."

H.-G. SCHOOFS FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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