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Von Krefeld nach Bayern und Bremerhaven
Die langen Auswärtsreisen der Pinguine

DEL: Die lange Auswärtsreise der Krefeld Pinguine
Jordan Caron (rechts) führte sich sehr gut ein und traf in seinen fünf Spielen für Krefeld bereits viermal. Am Mittwoch war er mit dem wichtigen Anschlusstreffer im zweiten Drittel zur Stelle. Die Reihe mit ihm, Daniel Pietta und Marcel Müller funktioniert prächtig und ist derzeit eine der gefährlichsten der Liga. FOTO: ispfd
Del. Nach zwei Spielen in Bayern mit insgesamt fast 2500 Kilometern Busfahrt in drei Tagen, geht es heute gleich weiter nach Bremerhaven. Torwart Engelage droht auszufallen. Pietta und Müller sind zum Deutschland-Cup nominiert. Von Sven Schalljo

Müde, aber durchaus zufrieden stiegen gestern Morgen gegen sechs Uhr die Krefeld Pinguine aus dem Mannschaftsbus. Nach dem starken Auftritt am Sonntag in Ingolstadt mit einem souveränen Sieg, hatten sie am Mittwochabend auch dem Meister aus München Paroli geboten und einen kaum für möglich gehaltenen, nichtsdestotrotz aber verdienten Zähler mit an den Niederrhein gebracht. "Wir hoffen alle, dass dieser Punkt in der Endabrechnung Gold wert sein wird", sagte Trainer Rick Adduono zum Erfolg an der Isar. Besonders zufrieden war der Übungsleiter mit der Defensivleistung der Seinen, die, rund um einen starken Torwart Patrick Klein, das Topteam aus dem Süden teilweise schier verzweifeln ließen.

Ob der junge Schlussmann auch heute in Bremerhaven im Tor stehen wird, oder der erfahrene Andrew Engelage seinen Stammplatz zwischen den Pfosten wieder einnimmt, stand gestern noch nicht abschließend fest. Aller Voraussicht nach aber wird der Kanadier nicht mit in den Norden reisen. Gestern Nachmittag gingen die Verantwortlichen davon aus, erneut mit Patrick Klein im Rücken anzutreten. Der sammelte in München viel Vertrauen und scheint gerüstet.

Engelage könnte sich somit richtig auskurieren und auch auf die erneute anstrengende Bustour verzichten. Diese aber schien den Schwarz-Gelben bislang wenig auszumachen. Sowohl am Sonntag in Ingolstadt als auch am Mittwoch beim Meister wirkten sie frisch, spritzig und spielfreudig und zeigten hervorragende Auswärtsauftritte. Dabei stach ein Spieler besonders heraus, von dem sich die Trainer eigentlich noch gar nicht so viel erwartet hatten: Jordan Caron. Trotz einer leichten Erkältung war er in den fünf Spielen, die er bislang absolvierte, kampfstark, agil und zeigte sich enorm routiniert, ohne aber dabei das nötige Feuer vermissen zu lassen. Der Lohn waren vier Tore und sechs Punkte. Rick Adduono zeigte sich beeindruckt von seinem Neuzugang. "Jordan hat beide Füße auf den Boden. Oft kommen Spieler aus Nordamerika, halten sich für Stars, und bevor sie merken, dass sie hier arbeiten müssen, sind sie schon wieder drüben. Jordan hat vom ersten Moment an richtig Gas gegeben und hilft uns enorm", sagte der Kanadier am Mittwoch.

Auf eine gute Leistung seines Landsmannes hofft er natürlich auch in Bremerhaven, doch der Schlüssel liegt für ihn in der Defensive: "Wenn wir am Freitag so kompakt stehen wie in München, dann haben wir eine sehr gute Chance. Es ist jeden Tag eine Entwicklung im Team zu sehen, und das freut mich sehr. Wirklich alle Jungs stellen sich voll in den Dienst der Mannschaft."

Wichtig wird aber auch sein, die Beine wieder locker zu bekommen, immerhin dauert der Aufenthalt in der Heimat nur gut 24 Stunden. Heute steht am Morgen ein kurzes Anschwitzen auf dem Eis an, bei dem aktive Regeneration im Mittelpunkt stehen wird, dann gibt es Essen in der Kabine, und danach fährt der Bus Richtung Norden ab.

Dabei wird dann natürlich auch der Torschütze zum 2:2 am Mittwoch, Martin Schymainski, sein. "Bremerhaven ist nicht gerade um die Ecke, aber wir gehen am Freitag daheim auf das Eis, machen die Beine locker, und dann geht es nach Bremerhaven, um dort die nächsten drei Auswärtspunkte einzufahren", sagte der Torjäger.

An der Nordsee geht es auch ein Stück weit um Wiedergutmachung. Im ersten Aufeinandertreffen auf eigenem Eis hatten die Seidenstädter knapp den Kürzeren gezogen. Sekunden vor dem Ende hatte damals Christoph Gawlik die Scheibe beim Stand von 2:3 an den Pfosten gesetzt. Im Gegenzug fiel das 2:4 und damit die Entscheidung. Nicht nur das zeigt: Beide Teams sind auf Augenhöhe, und auch in der Tabelle trennen sie nur zwei Punkte. Überhaupt liegen zwischen Rang fünf und zwölf nur ganze sechs Zähler. Es geht also eng zu in der DEL.

Am Rande: Bundestrainer Marco Sturm hat gestern sein Aufgebot für den Deutschland-Cup, der vom 10. bis 12. November in Augsburg ausgetragen wird, bekannt gegeben. Mit zu den Nominierten zählen auch zwei Spieler aus dem aktuellen Kader der Pinguine: Marcel Müller und Daniel Pietta haben in der laufenden Saison bislang 19 bzw. 17 Scorerpunkte gesammelt und liegen damit Liga-Weit auf den Plätzen zwei und vier im Ranking.

Quelle: RP
 
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