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Krefeld Pinguine
Die Pinguine gehen am Stock

Del. Eishockey: Gestern standen im Training nur acht Stürmer zur Verfügung. Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz übernimmt vorerst als Generalbevollmächtigter die Verantwortung. Kritik an Fanshop-Schließung Von H.-G. Schoofs

Es sollen am Dienstag in der Pinguine-Geschäftsstelle die Sektkorken geknallt haben. Jedenfalls hielt sich dieses Gerücht gestern im Laufe des Tages ziemlich hartnäckig. Dabei gibt es bei den Schwarz-Gelben derzeit eigentlich nichts zu feiern. Sonntag kassierten sie die höchste Saison-Auftaktniederlage auf eigenem Eis ihrer 22-jährigen DEL-Geschichte. Dazu gesellt sich das große Verletzungspech. Und dann sorgte die Trennung von Axel Nagel für negative Schlagzeilen. Der Geschäftsführer soll aber Anlass für den Sektumtrunk gewesen sein. Denn bei seinen Mitarbeitern soll vergangene Woche das Motto "er oder wir" gelautet haben. Am Tag nach Nagels Abschied war jedenfalls große Erleichterung zu spüren. Das Sagen hat dort jetzt Geschäftsstellen-Leiterin und Prokuristin Simone Akin. Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz hat als Generalbevollmächtigter die gesamte Verantwortung übernommen. Das wurde gestern den Spielern mitgeteilt. Einen Generalbevollmächtigten hatten die Pinguine bereits bis 2005 in der Person von Wilfrid Fabel. Der war Ende der neunziger Jahre als Geschäftsführer der GmbH zurückgetreten, weil er die Pinguine sonst im Rechtsstreit mit Ex-Stürmer Michael Hreuss als Anwalt nicht hätte vertreten können. Neuer Geschäftsführer wurde damals Wolfgang Schäfer.

Beim gestrigen Training war nichts von Erleichterung zu spüren. Rick Adduono konnte nur ein Häuflein Aufrechter auf dem Eis begrüßen. Gerade Mal acht gelernte Stürmer standen zur Verfügung. Damit der Coach überhaupt drei Sturmreihen aufbieten konnte, wurde Verteidiger Thomas Supis zum Angreifer umfunktioniert und gesellte sich zu Jeff Szwez und Mike Collins. Nach einer sehr harten Trainingseinheit am Dienstag ging es gestern etwas gemächlicher zu. Schließlich warten auf den stark reduzierten Kader morgen im Heimspiel gegen Hamburg und am Sonntag beim Derby in Düsseldorf zwei harte Brocken. Die Hoffnung, dass sich bis dahin der ein oder andere Akteur aus dem Krankenlager zurückmeldet, besteht kaum. Henrik Eriksson will zwar mit seiner Schulterprellung aufs Eis gehen, muss aber abwarten, wie sich die Belastung auswirkt. Norman Hauner liegt derzeit mit einer Mandelentzündung flach. Auch er könnte eventuell ins Aufgebot zurückkehren.

Mitarbeiter der Geschäftsstelle waren gestern damit beschäftigt, dort den Fanshop auszuräumen. Viele KEV-Anhänger verstehen die Verlegung vom KöPa zum Mediencenter am Ostwall nicht. Gegen einen zweiten Fanshop in der Innenstadt sei nichts einzuwenden. "Das ist eine sehr unglückliche Entscheidung. Für den Kartenverkauf ist der Ostwall kein guter Standort. Man kann dort nicht parken", sagt Frank Wimmers vom KEV-Fanprojekt. Ferner sei die Aktion sehr halbherzig gestartet worden: "Im Mediencenter steht nur eine Glasvitrine mit wenigen Fanartikeln." Ferner ist von außen nur schwer auszumachen, dass dort der Fanshop ist. An den Kassen des KöPa werden zwar auch Karten verkauft, die schließen allerdings schon um 16 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt müssen viele Fans noch arbeiten.

Quelle: RP
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