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Krefeld Pinguine
Die Pinguine glauben derzeit nicht an sich

Krefeld Pinguine: Die Pinguine glauben derzeit nicht an sich
Als sich Daniel Pietta am Freitag nach der Niederlage in Mannheim bei den mitgereisten KEV-Fans für die Unterstützung bedankte, geht sein Blick ins Leere. Dem Kapitän und seinen Teamkollegen fehlt es derzeit an mentaler Stärke. FOTO: M.R.
Del. Eishockey: Nach vier Niederlagen in Folge befindet sich das Krefelder DEL-Team nicht nur sportlich in einem Tief, auch die Moral der Spieler ist bis auf den Nullpunkt gesunken. Die Suche nach einer Verstärkung für den Angriff läuft weiter Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Die Saison 2015/16 in der Deutschen Eishockey-Liga ist noch nicht mal bei der Hälfte angelangt, da zeichnet sich für die Krefeld Pinguine schon das Ende ab. Nur ein Wunder kann noch verhindern, dass die Eiszeit nicht nach dem letzten Punktspiel am 6. März im König-Palast gegen Augsburg endet. Nach den jüngsten vier Niederlagen in Folge beträgt der Rückstand auf Platz zehn schon elf Punkte. Nur mit einer lange anhaltenden Siegesserie könnten die Schwarz-Gelben das rettende Ufer noch erreichen. Doch wie soll das gelingen? Alle positiven Zeichen, die unter der Regie von Fritzmeier zu erkennen sind, führten bisher nicht entscheidend zum Erfolg. "Die Basis stimmt. Wir stehen stabil und lassen nicht mehr so viele Schüsse zu. Die Ergebnisse sind natürlich frustrierend. Wir müssen uns jetzt belohnen. Ich habe auch keinen Bock auf keine Punkte", sagte der Trainer gestern.

Beim Neuanfang war die Derby-Niederlage gegen die DEG ein negativer Knackpunkt, der kräftig am Nervenkostüm der Spieler nagte. Ein weiterer Nackenschlag folgte am Freitag in Mannheim, wo die Mannschaft eine überzeugende Leistung bot, dafür aber nicht belohnt wurde. Und als am Sonntag die Münchener nach drei Minuten in Führung gingen, sackten die Spieler in sich zusammen. Anders ist die schwache Leistung, besonders in Überzahl, nicht zu erklären. Die Spieler haben derzeit offensichtlich den Glauben an sich verloren. Sie ackern seit vier Wochen im Training unermüdlich und sind bemüht, die Marschroute ihres neuen Trainers umzusetzen. Wenn dann der Erfolg ausbleibt, beginnt das große Zweifeln.

So eine Phase gab es bei den Pinguinen bereits im Oktober 2002. Da holte sich Trainer Chris Valentine den "Personal Performance Coach" Chris Hamilton an die Seite. Der sympathische Mann aus Jamaika mit englischem Pass strahlte damals eine unheimliche Freundlichkeit aus. Als Brad Purdie an die Bande kam, legte Hamilton seine Hand auf die Schulter des kleinen Anton und unterhielt sich kurz mit ihm. Plötzlich strahlte Purdie über alle Backen. Der Psychologe aus Köln betreute auch schon andere DEL-Clubs und verhalf dort den Spielern zu neuer mentaler Stärke.

"In Mannheim haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und hätten da unbedingt punkten müssen. Das hätte dann der Umschwung in dieser Saison sein können. Heute war die Leistung insgesamt zu flach, es war zu wenig Power drin. Wir haben auf ein Erfolgserlebnis gewartet, aber wenn du nur wartest, gewinnst du nicht", sagte Herberts Vasiljevs am Sonntag nach dem Spiel. Der Routinier will die Saison aber noch nicht abhaken: "Ich schaue nicht auf die Tabelle, ich schaue auf die Mannschaft und wie wir spielen. Insgesamt sehe ich uns auf einem guten Weg, das Spiel gegen München muss man da aber ausklammern. Wir müssen unbedingt solide spielen, damit wir auch bei unseren Fans das Vertrauen zurückgewinnen können." An Daniel Pietta ist am deutlichsten zu erkennen, dass der Wille da ist, aber der Glaube fehlt. Der Kapitän ist momentan weit von seiner Bestform entfernt und muss im Kopf den Schalter umlegen, damit seine eigene Warnung noch rechtzeitig ankommt: "Wir müssen jetzt ganz schnell in die Spur kommen und Spiele gewinnen, ansonsten ist die Saison früh vorbei." Ähnlich sieht es Martin Schymainski, der am Sonntag sichtlich geknickt wirkte: "Es ist noch nicht die Hälfte der Saison vorbei, aber wir müssen uns als Mannschaft ganz schnell steigern, ansonsten ist der Zug in Richtung Play-offs schon früh abgefahren, das müssen wir verhindern."

Dabei soll ein neuer torgefährlicher Stürmer helfen. Aber ob das reicht oder es überhaupt noch Sinn macht, Geld auszugeben, das man eigentlich nicht hat? Bei Rüdiger Noack, der an seinem gestrigen Geburtstag (71) mit Franz Fritzmeier und Wolfgang Schulz zusammen die Lage erörterte, steht das Handy kaum still. Eventuell soll schon heute ein Center verpflichtet werden, der bereits in Schweden und Finnland seine Klasse bewiesen haben soll.

Quelle: RP
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